Baustart 2022

Baukosten für Feuerwache verdoppeln sich

Der stellvertretende Feuerwehrchef Sebastian Wagner an den alten Räumen der Feuer- und Rettungswache II an der Brunnenstraße. Der Neubau werde für den Feuerwehralltag viele Vorteile bieten, ist er überzeugt. Foto: Michael Schütz
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Der stellvertretende Feuerwehrchef Sebastian Wagner an den alten Räumen der Feuer- und Rettungswache II an der Brunnenstraße. Der Neubau werde für den Feuerwehralltag viele Vorteile bieten, ist er überzeugt.

Stadt spricht in Bezug auf die Pläne der Feuer- und Rettungswache II in Ohligs von zusätzlichen 14,5 Millionen Euro.

Von Kristin Dowe

Solingen. Die Stadt rechnet für den geplanten Neubau der Feuer- und Rettungswache II an der Brunnenstraße in Ohligs mit Mehrkosten in Höhe von 14,5 Millionen Euro. Beliefen sich die Plankosten noch im Jahr 2017 auf rund 14 Millionen Euro, bezifferte Matthias Knospe, Leiter des Stadtdienstes Gebäudemanagement, den Kostenrahmen für den Neubau auf nunmehr 28,5 Millionen Euro. Insgesamt war für die Modernisierung beziehungsweise den Neubau aller drei Feuerwachen ein Rahmen von 59 Millionen Euro veranschlagt. Die Zahlen ergeben sich aus der Vorlage zur „Masterplanung Berufsfeuerwehr“, über die der Haupt-, Personal und Gleichstellungsausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag, 10. Dezember, berät.

Für die baulichen Maßnahmen an den Feuer- und Rettungswachen III (Frankfurter Damm) und I (Katternberger Straße) in Wald sowie für den Neubau des Gerätehauses der Löscheinheit 2 der Freiwilligen Feuerwehr Rupelrath (Wipperauer Straße) und Rettungswache Süd sollen laut Beschlussempfehlung vertiefte Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben werden, um die Kosten für die Baumaßnahmen auf Grundlage der Erkenntnisse des Bauprojekts der Feuerwache II detaillierter zu ermitteln.

„Wir möchten mit validen Zahlen arbeiten.“

Matthias Knospe, Stadtdienst Gebäudemanagement

In einem Pressegespräch bemühte sich Knospe am Mittwoch, die Kostensteigerung transparent zu machen. „Wir möchten mit validen Zahlen arbeiten und uns mit Veränderungen frühzeitig an die Medien wenden“, betonte er. Die Mehrkosten hätten sich aus verschiedenen Gründen ergeben. Zum einen sähen die Brandschutz- und Rettungsdienstbedarfspläne mehr Personal und mehr Räume vor. Allein aus einer neuen DIN-Norm ergibt sich etwa ein weiterer Flächenbedarf von 200 Quadratmetern. Beispielsweise seien für die Fahrzeuge im Erdgeschoss inzwischen größere Stellplätze vorgeschrieben, so dass sich für das gesamte Gebäude ein größerer Flächenbedarf von circa 900 Quadratmetern ergebe. Auch in den oberen Geschossen werde folglich mehr Fläche benötigt. „Außerdem sind die Baupreise in den vergangenen Jahren durch die Decke geschossen“, verwies Knospe auf die Folgen der Niedrigzinspolitik. Der Quadratmeterpreis habe sich um etwa 25 Prozent erhöht. „Die Marktentwicklung hat uns da in den letzten Jahren komplett eingeholt.“ Weiterhin werde der Baugrund für die Konstruktion verbessert, indem teilweise mit Schadstoffen belasteter Boden ausgetauscht werde, was ebenfalls in den Mehrkosten inbegriffen sei.

Feuerwehr Solingen: Bauantrag für Neubau soll Anfang 2021 gestellt werden

Ein Problem, dem man bei den Planungen zunächst begegnet war, lag in der Errichtung eines Gerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr, welches zunächst als Übergangsunterkunft für die Feuer- und Rettungswache II genutzt werden sollte.

Gab es zunächst Pläne, dieses separat zu errichten, fand man jedoch kein geeignetes Grundstück. Dafür griffen die Planer schließlich auf stadteigene Gebäude an der Saturnstraße zurück, die noch abgerissen werden sollen. Damit wäre das Gerätehaus örtlich günstig an die Feuer- und Rettungswache an der Brunnenstraße angebunden.

Mit deren Bau werde ein Fachunternehmen beauftragt, da bestimmte Voraussetzungen an Logistik, Hygiene, Infrastruktur, IT-Technik und Möglichkeiten der Fahrzeugwartung erfüllt werden müssen. „Das ist etwas anderes, als wenn man ein Schulgebäude baut“, so Knospe. Eine Entwicklung, die der stellvertretende Feuerwehrchef Sebastian Wagner nur bestätigen kann: „Die Planer stehen vor komplexen Aufgaben.“

Etwa im Februar 2021 solle der Bauantrag gestellt werden, dessen Genehmigung vier bis fünf Monate dauern dürfte, nimmt Knospe an, dann könne mit der Ausschreibung begonnen werden. Der Abriss des alten Gebäudes ist für Ende 2021 avisiert, dann falle voraussichtlich 2022 der eigentliche Startschuss für den Neubau.

Auch in unserem Adventskalender verbirgt sich hinter Türchen Nr. 3 die Feuerwehr: Die Feuerwehr löscht von drei Wachen aus.

Am Mittwochabend ist in der Kleingartenanlage Böckerhof eine Gartenlaube niedergebrannt. Kurz vor 21 Uhr war die Feuerwehr alarmiert worden.

Hintergrund

Eine architektonische Besonderheit der drei neuen Feuer- und Rettungswachen liegt darin, dass sich Rettungsdienst und Feuerwehr bei Bedarf räumlich trennen lassen. „Das ist im Pandemiefall, wie wir ihn jetzt haben, ein großer Vorteil“, so Sebastian Wagner.

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