Folgen für Reisende sind groß

Bauarbeiten beeinträchtigen den Hauptbahnhof für drei Tage

Solinger Hauptbahnhof in Ohligs
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Solinger Hauptbahnhof in Ohligs

Auf die Kunden des Schienenverkehrs kommt eine neue Sperrung zu.

Von Andreas Tews

Auf die Kunden des Schienenverkehrs kommt eine neue Sperrung zu. Wegen dringender Bauarbeiten wird die Bahnlinie zwischen Haan-Gruiten und Opladen für drei Tage gesperrt. Die Folgen sind für viele Solinger Reisende und Pendler immens: Von Samstagabend bis einschließlich Dienstagabend machen die Züge des Fernverkehrs und der Regionalexpresslinie 7 (RE 7) einen großen Bogen um den Solinger Hauptbahnhof. Auch die Regionalbahn 48 (RB 48) fällt in diesem Abschnitt komplett aus und wird durch Ersatzbusse ersetzt.

Ursache: Die Baustelle auf der Bahnlinie Wuppertal-Solingen-Köln ist nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) eine Folge der Jahrhundertflut des Sommers 2021. Die Infrastruktur zwischen Gruiten und Opladen sei seinerzeit stark beschädigt worden. Um die Strecke kurzfristig wieder befahrbar zu machen, hatten Experten der DB im vergangenen Jahr Hänge und Dämme ausgebessert, um diese zu sichern. An einigen Stellen ließ die DB neue Oberleitungsmasten errichten. Die dauerhafte Beseitigung der Schlammschäden sollte eigentlich erst ab dem zweiten Quartal 2023 erfolgen. Zugleich sollte die Entwässerung verbessert werden. Nach Begutachtungen im Frühjahr wurde die Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke ab dem 31. Mai von 160 auf 70 Stundenkilometer reduziert.

Aktuelle Arbeiten: Jetzt gehe es darum, eine weitere Reduzierung der Geschwindigkeit oder sogar eine Sperrung abzuwenden, teilte die DB am Dienstag mit. Darum müssten die Schlammschäden schnell dauerhaft beseitigt werden. Von Samstag,
1. Oktober, 21 Uhr, bis Dienstag, 4. Oktober, 21 Uhr, sollen dabei auf einem 1,4 Kilometer langen Abschnitt Großmaschinen eingesetzt werden. Für dabei auftretenden Lärm bittet die Bahn um Verständnis.

Züge auf Müngstener-Strecke sollen ab 2028 elektrisch fahren

Folgen für den Fernverkehr: Diese Baustelle hat große Auswirkungen auf den Bahnverkehr: Fernverkehrszüge der Verbindungen von Bonn und Köln nach Berlin sowie von Hamburg über Köln nach Süddeutschland werden großräumig umgeleitet. Die Halte in Hagen, Wuppertal und Solingen (und teilweise Köln) entfallen. Fernverkehrszüge von Köln nach Dresden beginnen und enden bereits in Dortmund.

Ausfälle im Nahverkehr: Im Regionalverkehr wird auch der RE 7 Solingen umfahren. Er wird ab Wuppertal-Vohwinkel über Düsseldorf Hauptbahnhof nach Neuss umgeleitet. Die Halte Köln Hauptbahnhof, Köln Messe/Deutz, Opladen und Solingen entfallen. Wegen anderer Bauarbeiten fällt die Linie RE 7 zwischen Köln und Neuss aus. Stattdessen gibt es einen Pendelverkehr zwischen Neuss und Krefeld. Fahrgästen zwischen Köln, Solingen und Wuppertal empfiehlt die Bahn den Weg über Düsseldorf Hauptbahnhof mit dem dort verbundenen Umstieg in andere Züge.

Die RB 48 (Wuppertal-Solingen-Köln/Bonn) wird zwischen Haan-Gruiten und Leverkusen-Manfort komplett durch Busse ersetzt. Dies führt zu deutlich längeren Fahrzeiten. Dieser Schienenersatzverkehr soll alle Halte der Linie RB 48 anfahren.

Auskunft: Die Fahrplanänderungen werden nach DB-Angaben kurzfristig in den Online-Auskunftssystemen aktualisiert. Den Fahrgästen rät das Verkehrsunternehmen, sich kurz vor Abfahrt über die Verbindung zu informieren. Weitere Informationen sollen jeweils hier abrufbar sein.

Weitere Ausfälle

Erschwerend kommt für bergische Bahnkunden hinzu, dass die S-Bahn 7 (Wuppertal-Remscheid-Solingen) bis auf weiteres nur nach einem Notfahrplan fährt. Wegen personeller Engpässe fahren nur zwei statt drei Züge pro Stunde. Wegen weiterer Bauarbeiten fährt die S-Bahn 1 in Richtung Düsseldorf oft mit Verspätung, viele Züge fallen zwischen Hilden und Solingen auch aus.

Standpunkt von Andreas Tews: Gebeutelte Kunden

andreas.tews@solinger-tageblatt.de

Die Jahrhundertflut des Sommers 2021 war unbestritten ein katastrophales Ereignis, das ungeahnte Folgen für Menschen, ihre Häuser und die Infrastruktur hatte. Darum trifft die Deutsche Bahn keine direkte Schuld daran, dass sie die Bahnstrecke zwischen Haan-Gruiten, Solingen und Opladen jetzt aufwendig sanieren muss.

Die Kunden der betroffenen Regionallinien und die Reisenden des Fernverkehrs mag dies aber kaum trösten. Sie sind seit Jahren durch Verspätungen und Ausfälle gebeutelt, die nicht nur die Regionalbahnlinie Köln-Wuppertal betreffen, sondern vor allem die S 1 nach Düsseldorf und jetzt verstärkt auch die S 7 von Solingen über Remscheid nach Wuppertal.

Für bergische Bahnkunden wird es immer schwerer, Fahrziele außerhalb der Stadtgrenzen überhaupt noch zu erreichen. Die Ursachen sind – abgesehen von der Flut – systembedingt oder hausgemacht. Damit nicht noch mehr Kunden dem ÖPNV den Rücken kehren, müssen zumindest diese Mängel dringend abgestellt werden. 

Erste Meldung von 14.25 Uhr

Solingen. Wegen dringender Bauarbeiten wird die Bahnlinie zwischen Haan-Gruiten und Opladen für drei Tage gesperrt. Die Folgen sind für Solinger Reisende und Pendler groß: Von Samstagabend bis einschließlich Dienstagabend machen die Züge des Fernverkehrs und der Regionalexpressline 7 (RE 7) einen großen Bogen um den Solinger Hauptbahnhof. Auch die Regionalbahn 48 (RB 48) fällt in diesem Abschnitt komplett aus und wird durch Ersatzbusse ersetzt.

Die Baustelle auf der Bahnlinie Wuppertal-Solingen-Köln ist nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) eine Folge der Jahrhundertflut des Sommers 2021. Die Infrastruktur zwischen Gruiten und Opladen sei seinerzeit stark beschädigt worden. Um die Strecke kurzfristig wieder befahrbar zu machen, hatten Experten der DB im vergangenen Jahr Hänge und Dämme ausgebessert, um diese zu sichern. An einigen Stellen ließ die DB neue Oberleitungsmaste errichten.

Die dauerhafte Beseitigung der Schlammschäden sollte eigentlich erst ab dem zweiten Quartal 2023 erfolgen. Zugleich sollte die Entwässerung verbessert werden. Nach Begutachtungen im Frühjahr wurde die Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke ab dem 31. Mai von auf 70 Stundenkilometer reduziert.

Jetzt gehe es darum, eine weitere Reduzierung der Geschwindigkeit oder sogar eine Sperrung abzuwenden, teilte die DB am Dienstag mit. Darum müssten die Schlammschäden bereits von Samstag, 1. Oktober, 21 Uhr bis zum 4. Oktober, 21 Uhr dauerhaft beseitigt werden. Auf einem 1,4 Kilometer langen Abschnitt sollen dabei Großmaschinen eingesetzt werden. Für dabei auftretenden Lärm bittet die Bahn um Verständnis.

Solingen wird umfahren

Diese Baustelle hat große Auswirkungen auf den Bahnverkehr: Fernverkehrszüge der Verbindungen von Bonn und Köln nach Berlin sowie von Hamburg über Köln nach Süddeutschland werden großräumig umgeleitet. Die Halte in Hagen, Wuppertal und Solingen (und teilweise Köln) entfallen. Fernverkehrszüge von Köln nach Dresden beginnen und enden bereits in Dortmund.

Im Regionalverkehr wird auch der RE 7 Solingen umfahren. Er wird ab Wuppertal-Vohwinkel über Düsseldorf Hauptbahnhof nach Neuss umgeleitet. Die Halte Köln Hauptbahnhof, Köln Messe/Deutz, Opladen und Solingen entfallen. Wegen anderer Bauarbeiten fällt die Linie RE 7 zwischen Köln und Neuss aus. Stattdessen gibt es einen Pendelverkehr zwischen Neuss und Krefeld. Fahrgästen zwischen Köln, Solingen und Wuppertal empfiehlt die Bahn den Weg über Düsseldorf Hauptbahnhof mit dem dort verbundenen Umstieg in andere Züge.

Die RB 48 (Wuppertal-Solingen-Köln/Bonn) wird zwischen Haan-Gruiten und Leverkusen-Manfort komplett durch Busse ersetzt. Dies führt zu deutlich längeren Fahrzeiten. Dieser Schienenersatzverkehr soll alle Halte der Linie RB 48 anfahren.

Erschwerend kommt für die bergischen Bahnkunden hinzu, dass die S-Bahn 7 (Wuppertal-Remscheid-Solingen) bis auf weiteres nur nach einem Notfahrplan fährt. Wegen personeller Engpässe beim Anbieter Vias Rail fahren nur zwei statt drei Züge pro Stunde. Wegen weiterer Bauarbeiten fährt außerdem die S-Bahn 1 in Richtung Düsseldorf oft mit Verspätung, viele Züge fallen zwischen Hilden und Solingen auch aus.

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