Aktion

Barrierefreie Stadtrundfahrt im Cabrio-Bus

Nach der besonderen Stadtrundfahrt im Doppeldeckerbus stand Grillen in der Cobra auf dem Plan.
+
Nach der besonderen Stadtrundfahrt im Doppeldeckerbus stand Grillen in der Cobra auf dem Plan.

Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen lernen Solingen einmal anders kennen.

Von Karl-Rainer Broch

Solingen. 65 Solinger mit und ohne Einschränkungen hatten am Wochenende Gelegenheit zu einer zweistündigen Stadtrundfahrt mit dem zweistöckigen Cabrio-Bus. Anschließend trafen sich alle zum Grillen in der Cobra.

Im Bus gab es zwei Rollstuhlfahrerplätze, erreichbar mit einer Rampe. Einer der Rollstuhlfahrer war Slim Haupt (44) mit seiner Partnerin Faye Butz. Beide waren von der Tour begeistert: „Wir konnten Ecken sehen, die man normalerweise nicht sieht.“

Chef am Mikrofon war der regionale Gästeführer Dietmar Gaida, der für das Bergische Land-Tourismus-Marketing (BLTM) die verschiedenen Routen durch Solingen, Remscheid und Wuppertal erklärte: „Außerdem gibt es wöchentlich eine fünfstündige Rundfahrt durch alle drei Städte.“

Als der rote Bergische-Touren-Bus an der Cobra ankam, waren alle überrascht, sie hatten einen blauen Bus erwartet. Dietmar Gaida: „Der rote Bus ist neu und hat eine bessere Ausstattung.“ Davon konnten sich die Mitfahrenden bei ausgefahrenem Verdeck auch überzeugen. Allerdings nur, wenn sie der Aufforderung, sich anzuschnallen und nicht aufzustehen, Folge leisteten: „Die O-Bus-Drähte sind an manchen Straßen ganz nah am Oberdeck, und da könnte es sonst zu einem Stromüberschlag kommen.“

25 000 Euro für Inklusionserlebnisse

Die Fahrt ging über Merscheid nach Wald durch das Lochbachtal, einem von fünf Solinger Bachtälern. Gaida erklärte nicht nur die Gebäude, sondern fügte auch wissenswerte Informationen über die Geschichte Solingens hinzu: „Die bekannten Punkte wie Gräfrath, Müngstener Brücke und Schloss Burg fahren wir nicht an, die kennt wohl jeder.“

Veranstalter war die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle Solingen Kokobe unter der Trägerschaft der Behinderten-Heimstätte Solingen (BHS) und der Heimstatt Adolph Kolping.

Horst Koss (SPD), Vorsitzender des Behindertenbeirats der Stadt, berichtete: „Die Stadt hat 25 000 Euro im Haushalt vorgesehen, um den Menschen nach Corona mit Veranstaltungen ein Inklusionserlebnis zu verschaffen.“ Von diesem Geld sollen nach der Rundfahrt durch die eigene Stadt bis Weihnachten weitere Projekte für inklusive Freizeitgestaltung folgen. Während der jüngsten Fahrt waren die Organisatoren Marco Roth und Naomi Berkenbusch sowie Heilpädagogin Monika Wolter mit den Vorbereitungen zum Grillen beschäftigt: „Wir haben in Deutschland großen Nachholbedarf, inklusive Erlebnisse anzubieten. Dieser Tag bedeutet für uns einen großen Fortschritt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

St. Lukas Klinik: „Abriss ist wohl die einzige Alternative“
St. Lukas Klinik: „Abriss ist wohl die einzige Alternative“
St. Lukas Klinik: „Abriss ist wohl die einzige Alternative“
Gold & Glitter in der Ohligser Festhalle
Gold & Glitter in der Ohligser Festhalle
Gold & Glitter in der Ohligser Festhalle
Grünes Stadtquartier: Neue Pläne für die Solinger Innenstadt
Grünes Stadtquartier: Neue Pläne für die Solinger Innenstadt
Grünes Stadtquartier: Neue Pläne für die Solinger Innenstadt
Corona: 7-Tage-Inzidenz steigt in Solingen auf 307,6
Corona: 7-Tage-Inzidenz steigt in Solingen auf 307,6
Corona: 7-Tage-Inzidenz steigt in Solingen auf 307,6

Kommentare