Bärenloch

Ein Walnussbaum als Geschenk an die Stadt

Christian Wittich präsentiert voller Stolz seinen gespendeten Walnussbaumsprössling im Bärenloch. Foto: Michael Schütz
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Christian Wittich präsentiert voller Stolz seinen gespendeten Walnussbaumsprössling im Bärenloch.

Christian Wittich fehlte es an Nussbäumen im Bärenloch – also ließ er seinen eigenen pflanzen

Von Moritz Jonas

Solingen. Mitte Bäume können nicht nur eine schöne Zierde für das Stadtbild sein. Sie können auch einen Mehrwert mit sich bringen, zum Beispiel Früchte. Und genau an solchen Bäumen fehlte es Christian Wittich im Bärenloch. Deshalb hat er sich dazu entschlossen, auf eigene Kosten dort einen Walnussbaum pflanzen zulassen.

Christian Wittich ist 67 Jahre alt und lebt seit 21 Jahren in Solingen. In dieser Zeit hat er nicht nur seine Liebe zur Klingenstadt entdeckt. Sondern auch zum Nordic Walking. Auf seinen Touren führt es ihn dann zumeist von der Kurfürstenstraße, zum Schlagbaum und direkt ins Bärenloch. „Ich mag diese Parkanlage, dort treffe ich immer auf Familien, Jugendliche mit Skateboard und viele Hundeführer“, erzählt Wittich.

Allerdings gibt es im Bärenloch einen Makel, laut Wittich. Bei einem Spaziergang im Herbst bemerkte er, dass dort weit und breit kein Nussbaum zu finden war. Also entschloss er sich kurzer Hand, selbst die Initiative zu ergreifen. „Ich habe einfach bei der Stadt angerufen und habe meinen Wunsch geäußert, einen Nussbaum im Bärenloch pflanzen zu lassen“, erzählt Wittich. Sein Wunsch wurde auch gleich erfüllt, es sei überhaupt kein Problem gewesen. Im Gegenteil, alle seine Vorstellungen wurden auch genauso in die Tat umgesetzt. „Der Baum wurde genau an die gewünschte Stelle gepflanzt, genauso wie ich es mir vorgestellt habe.“ Und auch die Baumart, ein Walnussbaum, sei in der Umsetzung kein Problem gewesen, berichtet Wittich. Seiner Bitte bei der Setzung des Baumes dabei sein zu dürfen wurde ebenso nachgekommen. „Irgendwann, wurde ich vormittags angerufen und man fragte mich, ob ich ins Bärenloch kommen könne. Mein Baum solle gepflanzt werden. Also fuhr ich hin und schaute den Gärtnern beim Einpflanzen zu, ein tolles Gefühl“, so Wittich.

Ich habe den Baum aus Liebe zu dieser Stadt gespendet.

Christian Wittich. Baumpate

Dass er dabei sämtliche Kosten, in Höhe von 500 Euro selbst tragen musste, stört ihn nicht. Es sei von Anfang an klar kommuniziert worden, was finanziell auf ihn zukommen könne. Wofür Wittich auch vollstes Verständnis habe, denn ein solcher Baum sei keine einfache Pflanze was die Pflege anbelangt. Denn das Laub verrotte bei diesem Holzgewächs nur sehr schlecht, erklärt der 67-Jährige.

Aber das Bestreben und die Gründe für den Baum seien ohnehin über das Finanzielle hinaus gegangen und sind zum anderen auch sehr vielseitig. „Ich habe den Baum aus Liebe zu dieser Stadt mit ihren Bewohnern und aus Dankbarkeit an mein eigenes Leben gespendet“, sagt Wittich. Zudem wolle er den dort spielenden Kindern einen Baum zur Verfügung stellen, an dem sie Nüsse pflücken können. Zwar dauere es noch eine ganze Weile bis der Baum Früchte tragen wird. Bis dahin kann sich Wittich aber schon am Wachstumsprozess seines Setzlings erfreuen.

Neben dem Angebot einen Baum direkt zu spenden, gibt es auch die Option, eine Patenschaft für einen Baum direkt vor der Haustür abzuschließen. In diesem Fall muss sich aber auch um die Pflege gekümmert werden. Auch Christian Wittich hat zusätzlich zu seiner Baumspende, eine Patenschaft für ein paar Bäume vor seiner Haustür abgeschlossen.

Baumpatenschaft

Ein Antrag auf Patenschaft kann bei der TBS-Abteilung „Unterhaltung Stadtgrün und Stadtbildpflege“ am besten per Mail gestellt werden. Die Patenschaft beinhaltet die Pflege der Grünfläche. Dazu gehört das Entfernen von organischem und sonstigem Abfall, Schnitt sowie die Entfernung von unerwünschtem Aufwuchs, heißt es von Seiten der Stadt. Auch eine Baumspende kann auf diesem Weg beantragt werden. Der Pate ist im Nachgang jedoch nicht mit der Pflege betraut. stadtgruen@solingen.de

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