Sauerbreystraße

Im Badhaus Ohligs entstehen 21 Wohnungen

Thomas Willis (v. l.), Adnan Pekuz und Attila Parlar arbeiten beim Projekt Badhaus Ohligs, dessen Blickfang die Orangerie wird, Hand in Hand. Fotos: Christian Beier / Kintana (kl. Foto)
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Thomas Willis (v. l.), Adnan Pekuz und Atilla Parlar arbeiten beim Projekt Badhaus Ohligs, dessen Blickfang die Orangerie wird, Hand in Hand.

Solinger Makler-Duo vermarktet die denkmalgeschützte Immobilie – Baustart wird noch dieses Jahr sein.

  • Die Wohnungen sollen 3990 oder 4290 Euro pro Quadratmeter kosten.
  • Mit der Baugenehmigung wird Ende Oktober gerechnet.
  • Auch an der Landwehrstraße entstehen Eigentumswohnungen.

Von Philipp Müller

Solingen. Wenn Ende 2021 oder zu Beginn 2022 die neuen Eigentümer ins „Badhaus Ohligs“ einziehen, dann werden sie auch durch die neue Orangerie flanieren, sich dort aufhalten und treffen können. Thomas Willis und Atilla Parlar stellen aus der Reservierungsliste für die Wohnungen in der früheren Städtischen Badeanstalt an der Sauerbreystraße gerade die Bauherrengemeinschaft zusammen. Sie werden ihren Immobilienanteil über Adnan Pekuz erwerben, der das denkmalgeschützte Gebäude seit Jahresbeginn betreut und der mit seiner Baufirma nach Erteilung der Baugenehmigung sofort loslegen will. Mit der Baugenehmigung ist nach Auskunft von Baudezernent Hartmut Hoferichter (parteilos) voraussichtlich Ende Oktober zu rechnen.

Die Badeanstalt wurde von Projektentwickler Eduard Messmer verkauft. Der berichtet gegenüber dem Solinger Tageblatt, dass die Kölner ABS Trend GmbH als Investor und neuer Eigentümer im Spiel ist. Die Baufirma Pro-Bau von Adnan Pekuz fungiert als Bauträger für die Wohnungen. Er sei im Sinne der Makler- und Bauträgerverordnung der Bauherr des Badhauses, erklärt der Erftstädter Messmer.

Solingen: Badeanstalt Birker Straße hat ebenfalls neuen Eigentümer

Auch die Badeanstalt an der Birker Straße habe Messmer verkauft, erklärt Thomas Willis. Der Immobilienmakler erklärt, ein Geschäftsmann habe das Gebäude erworben, der nun eine gewerbliche Nutzung des ebenfalls in Teilen denkmalgeschützten Baus gegenüber der Eishalle in Angriff nehme.

Doch aktuell vermarktet das Duo Parlar und Willis, welches im März die gemeinsame Firma Kintana gegründet hat, das Badhaus. Da es sich um die Sanierung eines Denkmals handele, laufe der Verkauf auch etwas anders als der Erwerb schlüsselfertiger Wohnungen von der Stange. Die 21 potenziellen Wohnungseigentümer würden zunächst eine Baugemeinschaft gründen. Das sei notwendig, um die vielen Steuervorteile mitzunehmen, die eine Sanierung denkmalgeschützter Bauten biete.

So soll es einmal in dem ehemaligen Schwimmbad in Ohligs aussehen.

Willis erklärt beim Ortstermin im Hallenbad auch, dass es reichlich KfW-Mittel als Sanierungszuschuss geben werde. Die maximal 30 000 Euro Zuschuss seien für alle Wohnungen, die zwischen 40 und 120 Quadratmeter haben werden, eingeplant. KfW-Darlehen bis zu 120 000 Euro würden die Finanzierung ebenfalls erleichtern, erklärt Pekuz. Ja nach gewählter Ausstattung betrage der Kaufpreis 3990 oder 4290 Euro pro Quadratmeter. Zudem werde die Baugemeinschaft der Eigentümer noch dieses Jahr gegründet, um die Steuervorteile bereits für das Jahr 2020 abzusichern.

Dass es keine Wohnungen von der Stange geben wird, liege auch an der Architektur, erklären Willis und Pekuz. Das frühere Becken wird mit einer Platte überbaut. Rund um das frühere Becken und im großen Nebentrakt entstehen dann auf zwei Etagen die 21 Wohnungen. Die Deckenhöhe sei teilweise zehn Meter hoch, was man durch eine zweite Etage in der Wohnung auffange und sie so sehr individuell gestalte.

Das architektonische Konzept haben die Kölner Spezialisten Gassen & Wasser entworfen. Sie hätten dies bereits für den Voreigentümer Eduard Messmer gemacht, berichtet Dezernent Hoferichter. Dazu habe es enge Absprachen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde gegeben.

Solingen: Pro-Bau errichtet drei Häuser an der Landwehrstraße

Angerollt und in Aktion sind die Bagger auch noch bei einem weiteren Projekt, bei dem Pekuz, Parlar und Willis zusammenarbeiten. An der Landwehrstraße entstehen bis zu Beginn des Jahres 2022 drei Wohnhäuser in Terrassenform. Sie werden in das 3000 Quadratmeter große Grundstück mit Hanglage mit 2,5 bis 4,5 Etagen gebaut. Willis und Parlar sind auch dort der Vermarkter der Eigentumswohnungen, die mit rund 4000 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. 24 bis 27 Einheiten werden es. 

Hallenbad Ohligs

Geschichte: 1928 war das Hallenbad der letzte große Bau der selbstständigen Stadt Ohligs, die 1929 mit Solingen vereint wurde. 1930 wurde es fertig, und die hohen Kosten musste die neue Großstadt tragen.

Schließung: 2009 kam das Bad wegen anstehender Sanierungen in die Diskussion. Es wurde 2011 stillgelegt. Die Stadt suchte einen Käufer. Von Anfang an war dabei das Ziel, die historische Bausubstanz zu erhalten. In den vergangenen Jahren gab es viele Ideen für das Objekt. Vom Brauhaus bis zum Bio-Supermarkt reichten diese.

Neustart: Der Erftstädter Projektentwickler Messmer ließ dann eine Wohnbebauung planen, die der neue Investor aus Köln mit dem Bauherren jetzt umsetzt.

Standpunkt

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Ein Kommentar von Philipp Müller

Seit 2011 läuft die Suche nach neuen Nutzungen für die Hallenbäder in Ohligs und Mitte. Das reichte vom Bio-Supermarkt über einen Anbieter für Flugsimulationen oder eine geprüfte und verworfene Nutzung durch die Lebenshilfe bis hin zu einem Gartenfachmarkt. Hinter den Kulissen wurden beide Immobilien mehrfach weiterverkauft. Sichtbar war bisher aber nichts. Stattdessen wurden die „Lost Places“ Stars bei Youtube. Oder Unbekannte drangen in sie ein und verwüsteten, was es noch zu verwüsten gab. Selbst die Feuerwehr musste schon mehrfach zu Kleinbränden in den leeren Bädern ausrücken. Zumindest für das Ohligser Bad scheint nun eine Lösung gefunden. Ein junges Maklerbüro und ein Bauträger aus der Klingenstadt mit Verbindungen nach Köln nehmen das Projekt mutig in Angriff. 

Mit 21 Wohnungen im gehobenen und nicht günstigen Bereich wird das Badhaus zum Schmuckstück im aufstrebenden östlichen Ohligs, wo mit Galileum und der Firma codecentric Aushängeschilder für Solingen entstanden sind. Ein ähnlicher Aha-Effekt ist für das Birker Bad zu wünschen.

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