Gebühren bleiben gestundet

Außengastronomie ist für Wirte überlebenswichtig

Till Droß ist Geschäftsführer des Al B’andy. Foto: Michael Schütz
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Till Droß ist Geschäftsführer des Al B’andy.

Gastronomen setzen auf Infrarotstrahler und Windschutz.

Von Katharina Birkenbeul

Solingen. „Die Außengastronomie ist für unsere Branche überlebensnotwendig“, betont Till Droß, Geschäftsführer des Al B’andy in Wald. Die Gastronomen leiden besonders unter den Corona-Auswirkungen, deshalb ist es notwendig, dass nach dem Lockdown viele Gäste kommen. Durch die Außengastronomie können Wirte zwar bisher fehlende Sitzmöglichkeiten im jeweiligen Restaurant oder Café wieder ausgleichen. Doch jetzt kommt die kalte Jahreszeit und damit auch das Ende der Saison. „Und niemand weiß, wie das Ausgehverhalten im Winter in diesem Jahr sein wird“, sagt Petra Meis, Vorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Solingen.

„Die Leute wollen unbedingt draußen sitzen, weil eine gewisse Angst vor dem Virus bestehen bleibt, deshalb sind großzügige Genehmigungen gefordert. Sowohl was die Nutzung öffentlicher Flächen betrifft als auch wärmespendende Utensilien“, betont auch Isabel Hausmann, stellvertretende Geschäftsführerin der Dehoga Nordrhein. „Jeder wird jetzt nutzen, was möglich ist.“

Die Genehmigungen für die Nutzung der Außenbereiche laufen in einigen Städten wie in Wuppertal Ende September aus, werden aber aufgrund der Situation grundsätzlich verlängert. In Solingen sieht das anders aus. „Eine grundsätzliche Verlängerung gibt es nicht. Wer verlängern möchte, muss diese Verlängerung beim Ordnungsamt beantragen“, erklärt Stadtsprecherin Sabine Rische auf Nachfrage der Redaktion. Allerdings gibt es in Solingen auch keine sogenannte Biergartenverordnung, so dass es grundsätzlich möglich sei eine Gastronomie ganzjährig draußen zu führen. Allerdings müssten sich die Gastronomen dafür zu Beginn des Jahres entscheiden, ob sie auch eine ganzjährige Sondernutzungserlaubnis haben wollen, die sie dann auch für alle Monate bezahlen müssten, oder nur eine halbjährige für die Sommermonate. Die Gebühren für die Außenbereiche würden in der Corona-Zeit aber auch bei einer Verlängerung gestundet bleiben (wir berichteten).

Um die Außengastronomie vor kaltem und nassen Wetter abzuschirmen, könne auf Infrarotstrahler und Heizpilze zurückgegriffen werden, Windschutze müssten mit dem Ordnungsamt abgestimmt werden, heißt es von der Stadt.

Auf die Option der Infrarotstrahler setzt auch Till Droß, der eine ganzjährige Genehmigung für seinen Außenbereich hat. „Infrarotstrahler sind umweltschonender als Heizpilze. Sie wärmen nur, sobald das Licht auf die Haut trifft“, so der Gastronom, dem durch Corona im Ladenlokal selbst 50 Prozent der Tische fehlen. Allerdings müssen die Strahler noch besorgt werden, eine Markise etwa gegen Regen hat er bereits. Auch Susanne Kirchner vom gleichnamigen Café hat eine ganzjährige Genehmigung und möchte die Terrasse winterfest machen. | Standpunkt

Standpunkt: Wohlwollend prüfen

Von Katharina Birkenbeul

Dass besonders die Gastronomen unter den Auswirkungen des Coronavirus leiden, ist in den vergangenen Monaten immer wieder deutlich geworden. Nur durch neu eröffnete Lieferdienste oder eben die Außengastronomie ist es ihnen noch möglich, sich bei einer Sitzplatzreduzierung im Lokal von etwa 50 Prozent über Wasser zu halten.

katharina.birkenbeul@solinger-tageblatt.de

Dabei spielt ihnen leider nicht in die Karten, dass jetzt der Herbst naht und es kalt und nass werden dürfte. Das Ordnungsamt sollte deshalb Anträge auf Sondernutzungserlaubnisse und deren Verlängerung beziehungsweise zu baulichen Maßnahmen wie Windschutz sehr wohlwollend prüfen. 

Aber auch die Wirte selbst sind beim Wetterfestmachen ihrer Außenbereiche in gewisser Weise verpflichtet. Denn sie sollten darauf achten, dabei auf umweltschonende Maßnahmen zurückzugreifen. Das bedeutet konkret, keine Heizpilze zu nutzen, die in einigen Städten bereits verboten sind, sondern auf Infrarotstrahler auszuweichen. Und das geht, der Geschäftsführer des Al B’andy macht es ja bereits erfolgreich vor. 

Die Ankündigung von OB Kurzbach für kostenlose Nutzung von Außenflächen ist noch nicht umgesetzt.

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