Klassen- und Kursfahrten

Aus Englandfahrt wird Englischfahrt

Mit Maske und regelmäßigen Tests ging es für die Stufe EF der August-Dicke-Schule nach Pfronten. Foto: ADS
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Mit Maske und regelmäßigen Tests ging es für die Stufe EF der August-Dicke-Schule nach Pfronten.

Lehrer betonen die Wichtigkeit von Klassenfahrten für das soziale Miteinander.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Sie sind entweder ausgefallen, wurden verschoben oder während der Sommermonate in teilweise abgespeckter Version unternommen – auf die Klassen- und Kursfahrten mussten Schülerinnen und Schüler in den vergangenen zwei Pandemie-Jahren oftmals verzichten. Mittlerweile hat das NRW-Schulministerium festgelegt, dass es letztlich den Schulen im Rahmen der geltenden Verordnungen obliegt, ob und unter welchen Bedingungen Klassenfahrten sowie Ausflüge stattfinden (siehe unten).

Am Humboldtgymnasium sind per Schulkonferenzbeschluss in diesem Schuljahr ausgewählte Klassenfahrten möglich, wenn mindestens 80 Prozent der Familien unter den aktuell geltenden Bedingungen der Durchführung zustimmen. „Hintergrund ist, dass besonders Kinder und Jugendliche ein hohes Maß an Einschränkungen hinnehmen mussten, besonders das wichtige soziale Miteinander hat gelitten“, erklärt Schulleiter Alexander Lübeck. So hat im Januar auch die Skifahrt der Stufe EF nach Balderschwang stattgefunden. „Es galt 2G, viele Schüler und alle Lehrer waren zudem geboostert und wie in der Schule wurde dreimal pro Woche getestet“, so Lübeck. So konnten Corona-Infektionen schnell ermittelt werden.

ADS-Schüler fahren auf Skikurs

Auch an der August-Dicke-Schule ging es dieses Jahr auf Skifahrt – statt nach Österreich allerdings ins bayrische Pfronten. Zum Start musste ein Negativ-Test vorgezeigt werden, auch vor Ort wurde getestet. „Trotzdem gab es drei Infektionsfälle, die dann, wie vorab besprochen, von den Eltern abgeholt werden mussten“, so Schulleiter Dr. Stefan Trenner. Schon zu Beginn des Schuljahres habe man an der ADS beschlossen, mit den Fahrten im Inland zu bleiben, bei den Jüngeren auch möglichst in der Nähe. „Auch Oberstufenfahrten gehen derzeit nicht in partyträchtige Metropolen.“

Statt traditionell auf Englandfahrt geht es für die siebten Klassen am 14. März zur Englischfahrt. „In einer Jugendherberge in Thüringen wird eine Woche lang mit Muttersprachlern ein englisches Theaterstück einstudiert. Natürlich wird die ganze Woche nur Englisch gesprochen“, skizziert Trenner eine Alternative. „Ich bin wirklich stolz auf das Organisationstalent der Lehrer aber auch auf die Disziplin der Schüler, die oft auch auf dem Schulhof Maske tragen, obwohl es dort keine Pflicht ist“, so der Schulleiter.

Stornierungen werden über Corona-Versicherung abgesichert

„Klassenfahrten sind ein wichtiger pädagogischer Bestandteil von Schule“, betont auch Dirk Bortmann von der Solinger Lehrer-Gewerkschaft GEW. Er weist aber auch auf das finanzielle Risiko möglicher Corona-Stornierungen hin, das oftmals Eltern tragen müssten. „Wir versuchen das, über entsprechende Versicherungen abzusichern“, so Trenner.

Einzelne Stornierungen gab es auch im Solinger Schullandheim in Westerburg. „Eigentlich waren wir für 2022 gut gebucht“, so Stephan Mertens, Vorsitzender des Schullandheimvereins. „Absagen tun uns leid, aber auch finanziell weh, weil die Kosten ja weiterlaufen.“ So gebe es im Frühjahr und im Verlaufe des Jahres immer noch Lücken, möchte er auch Gruppen oder Familien mit Kindern für das Schullandheim begeistern. Dort gelten die gleichen Corona-Bedingungen wie in den Schulen.

www.schullandheim-solingen.de

Nach Prüm in die Eifel geht die Klassenfahrt der siebten Klassen der Erika-Rothstein-Schule. „Wir müssen einiges nachholen“, so Lehrer Franz Gladbach. „Die Tour war schon für die fünfte Klasse geplant, konnte 2020 aber nicht stattfinden“, betont er die Wichtigkeit der Gemeinschaftsaktivitäten. Natürlich würden die Auflagen vor Ort berücksichtigt. Mitfahren können alle, die 3G-Regel der Schule gelte auch für die Fahrt. Statt der zwei Lolli-Tests pro Woche, die die Förderschule macht, werde montags vor der Abfahrt getestet und ausreichend Selbsttests werden mitgenommen.

Auch viele Grundschulen führen wieder Klassenfahrten durch. In Meigen ist man hingegen noch etwas vorsichtig. „Bei uns fahren ja nicht nur die vierten Klassen, sondern altersgemischte Gruppen, das erhöht die Problematik“, betont Schulleiterin Petra Ehrenfeld das Montessori-Konzept. Statt mehrtägiger Fahrten gibt es in Meigen im Frühjahr eine Ausflugswoche mit täglichen Aktionen sowie eine eintägige Übernachtungsaktion in der Nähe, etwa im Hackhauser Hof oder im Naturfreundehaus Theegarten. „Das ist günstig und man kann Solingen kennenlernen“, so Ehrenfeld. Für das Schuljahr 22/23 seien aber auch wieder mehrtägige Fahrten gebucht.

Rechtslage

Ministerium: Das NRW-Schulministerium hat eine Checkliste für Lehrer und Schulen herausgegeben. Im Rahmen der Verordnung dürfen Schulen selbst entscheiden. Die Umstände vor Ort und das Hygienekonzept seien für die Durchführung von Fahrten entscheidend.

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