Aufträge für große Feiern fehlen

Blumenläden spüren Verunsicherungen bei Kunden über Öffnungskriterien

Floristenmeister Michael Ern bei der Arbeit. Anlässe wie Geburtstagsfeiern oder Beerdigungen finden kaum statt. Blumenhändler dürfen im Lockdown aber ihre Geschäfte öffnen. Foto: Christian Beier
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Floristenmeister Michael Ern bei der Arbeit. Anlässe wie Geburtstagsfeiern oder Beerdigungen finden kaum statt. Blumenhändler dürfen im Lockdown aber ihre Geschäfte öffnen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Gottlob sei die Firma Rütting bis jetzt ganz gut durch die Pandemie-Krise gekommen, sagt Michael Ern von der Blumenhalle Schmalzgrube. „Trotz Lockdown durften wir schnell wieder öffnen vor Weihnachten und auch in der ersten Schließrunde im Frühling ging es verhältnismäßig schnell weiter für uns.“

„Nach wie vor erreichen uns täglich Anrufe mit der Frage wie man denn wohl an frische Blumen käme.“

Michael Ern, Blumenhalle Schmalzgrube

Etwas was immer noch vielen Solingern offenbar nicht klar sei. „Nach wie vor erreichen uns täglich Anrufe mit der Frage wie man denn wohl an frische Blumen käme. Und täglich hören wir die überraschte Freude heraus, dass wir ja gar nicht geschlossen haben.“ Trotzdem habe die Zahl der telefonischen Bestellungen mit der Bitte um Auslieferung zugenommen. „Die Menschen sind vorsichtiger geworden.“

In dem großen Ladengeschäft an der Mangenberger Straße sei aber ein Abstands- und Hygienekonzept gut umzusetzen, betont er. „Außerdem haben wir eine Einbahnstraßen-Regelung eingeführt: Nach der Kasse verlässt man das Geschäft durch eine andere Tür als durch den Eingang, es gibt also keinen Begegnungsverkehr.

Auch bei Blumen Kaimer auf der Kasinostraße gibt es solch eine Einbahnstraße. „Vorne rein, hinten über den Hof wieder raus“, erklärt Annelise Kaimer, die ebenfalls von mehr Bestellungen und Lieferungen berichtet. „Bei uns kann man sich gut auf unserer Webseite über das aktuelle Angebot informieren und auch online bestellen“, sagt sie. „Viele Stammkunden vertrauen aber zudem unserem Geschmack, und wenn wir am Telefon zuvor Details wie Stilrichtung, Farbe und so weiter erfragt haben, klappt das auf diese Weise sehr gut.“

Von Lieferengpässen bei Schnittblumen können beide Fachgeschäfte nicht berichten. „Lediglich zu Beginn des ersten Lockdowns, als keine Flugzeuge mehr abheben durften, gab es keine Ware mehr aus afrikanischen Ländern oder aus Indien“, sagt etwa Michael Ern. Das aber habe sich längst gelegt.

Auch Elke Bach vom Laden „Mille Fleurs“ in der Innenstadt berichtet von verunsicherten Kunden und überraschten Anrufern, die dachten, Blumenläden seien zu. Und auch sie erzählt von vermehrten Anfragen nach Lieferungen und telefonischen Bestellungen. „Wir haben schon Menschen in Quarantäne Blumensträuße vor die Tür gelegt, die via Paypal oder Überweisung zuvor bezahlt wurden“, berichtet sie.

Ansonsten sei auch ihr Laden längst auf die A-H-A-Regeln eingerichtet. Das normale Alltagsgeschäft liefe ganz gut, sagt sie. „Aber wir spüren natürlich die fehlenden Aufträge aufgrund nicht stattfindender Privatfeiern oder öffentlicher Veranstaltungen: Keine Hochzeiten, keine Gastronomie und Beerdigungen finden nur noch in engstem Kreis und klein statt“.

„Wir haben schon Menschen in Quarantäne Blumensträuße vor die Tür gelegt, die via Paypal oder Überweisung zuvor bezahlt wurden.“

Elke Bach, Mille Fleurs

Folglich hofft Elke Bach wie auch ihre Kollegen auf eine Normalisierung des Infektionsgeschehens und dann mögliche Lockerungen.

„Natürlich geht es uns Floristen im Vergleich zum anderen Einzelhandel noch verhältnismäßig gut“, sagt auch Michael Ern. „Das ist uns durchaus bewusst. Aber auch wir wünschen uns die Normalität zurück und das Ende der Einschränkungen.“

Regelung

Gemäß einer Verordnung vom 25. Januar dürfen Blumenfachgeschäfte in NRW auch während des Lockdowns ihren Betrieb fortsetzen. Blumeneinzelhändler dürfen somit ihr Geschäft öffnen. Allerdings bestehen seit dem 16. Dezember Sortimentseinschränkungen, das heißt, verkauft werden dürfen im Laden nur kurzfristig verderbliche Schnittblumen, Topfblumen und unmittelbares Zubehör für Schnitt- und Topfblumen, zum Beispiel Übertöpfe, Vasen, Glückwunschkarten, Gutscheine, Erden oder Dünger.

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