ST-Wohltätigkeitsaktion

Hier hilft die Kette: Auf der Wachkomastation ersetzt Musik die Worte

Die Musiktherapeutinnen Birgit van Beuningen (r.) und Saskia Lauth (l.) sowie Wohnbereichsleiterin Daniela Busch (r. hinten) bei der Therapie mit den Patienten (v. l.) Josef Fuks, Andrej Tarassow und Marcel Booms auf der Wachkomastation von St. Joseph
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Die Musiktherapeutinnen Birgit van Beuningen (r.) und Saskia Lauth (l.) sowie Wohnbereichsleiterin Daniela Busch (r. hinten) bei der Therapie mit den Patienten (v. l.) Josef Fuks, Andrej Tarassow und Marcel Booms auf der Wachkomastation von St. Joseph.

Die ST-Wohltätigkeitsaktion „Kette der helfenden Hände“ finanziert spezielle Therapien für die Patienten.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Leise klingen die Akkorde, wenn Birgit van Beuningen über die Saiten der Tamboura streicht. Die Vibration der ägyptischen Zither spürt Josef Fuks auf seinen Beinen. Er ist einer der Patienten auf der Wachkomastation von St. Joseph an der Langhansstraße. Er sitzt im Rollstuhl, kann aber kommunizieren.

Anderen der aktuell sechs Patienten auf der Station geht es gesundheitlich deutlich schlechter. „Wir haben auch junge Patienten, etwa Wachkomapatienten nach einem Ertrinkungsunfall, nach einem Autounfall, einer Hirnblutung oder einem Schädel-Hirn-Trauma“, beschreibt die Wohnbereichsleiterin und Wachkoma-Expertin Daniela Busch die Situation.

Für sie alle ist die Musik eine besondere Form der Therapie. Aber auch ein Angebot, das im Krankenkassen-Budget nicht vorgesehen ist. Die „Kette der helfenden Hände“, die Wohltätigkeitsaktion des Solinger Tageblatts, finanziert seit vielen Jahren die Besuche der Neurologischen Musiktherapeutin Birgit van Beuningen in der Einrichtung.

Blick nicht auf Defiziten, sondern auf vorhandene Ressourcen

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Saskia Lauth besucht sie die Patienten auf der Station ein- bis zweimal pro Woche. „Wir arbeiten nicht mit den Defiziten, sondern mit den vorhandenen Ressourcen“, erklärt van Beuningen den Ansatz der Therapie. „Nach einer Klangmassage spürt sich der Patient mehr, es kann ein Input für gelähmte Körperteile sein. Wenn Patienten bei Liedern selbst mitbrummen können, stimuliert das die Atmung.“

In St. Joseph weiß man um die große positive Wirkung der Musiktherapie. „Wir spüren, dass die Patienten wacher werden, die Musik löst Emotionen, manchmal fließen auch Tränen“, beschreibt Daniela Busch die Reaktionen. Zudem sei die Musik ein Mittel der Kommunikation. Einige der Patienten kommunizieren beispielsweise nur noch über den Lidschluss – einmal zwinkern heißt Ja, zweimal zwinkern Nein. Wenn Rasseln oder die Handtrommel zum Einsatz kommen, bewegen einige Patienten die Finger – signalisieren, dass Klänge und Rhythmen zu ihnen vordringen, Entspannungen lösen, Freude bereiten. Andere genießen es, auf der Klangliege oder dem Klangstuhl zu entspannen, den die Therapeutinnen auch immer wieder einsetzen.

„Das Angebot für die Wachkoma-Patienten ist ein besonderes“, freut sich die Wohnbereichsleiterin über die Unterstützung der „Kette der helfenden Hände“. Das Beispiel ist eines von vielen, bei denen die ST-Wohltätigkeitsaktion, neben den vielen Einzelhilfen für Familien, in der Stadt hilft.

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