Energiewende

Auf 1190 Dächern in Solingen entsteht Solarenergie

Photovoltaik ist in Solingen längst kein seltener Anblick mehr. Laut Angaben der Verwaltung sind auf fast 1200 Dächern in der Klingenstadt Solaranlagen installiert. Archivfoto: Christian Beier
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Photovoltaik ist in Solingen längst kein seltener Anblick mehr. Laut Angaben der Verwaltung sind auf fast 1200 Dächern in der Klingenstadt Solaranlagen installiert.

Die Zahl der jährlich neu installierten Anlagen in Solingen wächst deutlich.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Die Bedeutung von Solarenergie in Solingen nimmt zu. Ende 2021 war auf 1190 Dächern in der Klingenstadt mindestens eine entsprechende Anlage installiert – Tendenz steigend. „Insbesondere in den letzten drei Jahren hat es hier enorme Zuwächse gegeben“, erklärt der städtische Klimaschutzmanager Sven Heuermann. Diese Beobachtung bestätigen die Stadtwerke: In den vergangenen fünf Jahren sei die Zahl pro Jahr neu installierter Anlagen von 50 auf 200 gestiegen, heißt es auf ST-Anfrage.

Solarenergie ist ein sehr wichtiger Bestandteil, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen.

Lisa Nohl, Stadtwerke-Sprecherin

„Nach unserer Einschätzung ist das Thema Solarenergie ein sehr wichtiger Bestandteil, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen. Deshalb sind wir bereits seit einiger Zeit dabei, dieses Thema in unserer Stadt voranzutreiben“, betont Stadtwerke-Sprecherin Lisa Nohl. Ganz ähnlich schätzt Sven Heuermann die Lage ein. Solar sei in Sachen Ausbau erneuerbarer Energien in der Region das Mittel der Wahl. Das sei vor allem auf die für Windenergie nachteilige Topographie zurückzuführen.

Vorantreiben möchte den Ausbau unter anderem die Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energien Bergisches Land. Der Zusammenschluss arbeitet Heuermann zufolge „am Ausbau der Technologien und am Wissenstransfer, erarbeitet Kampagnen, organisiert Veranstaltungen und sensibilisiert für das Thema“.

Solarkataster zeigt geeignete Dachflächen

Auch die Stadt selbst kümmert sich. Eine wichtige Rolle dabei spielt das Solarkataster. Das 2014 eingeführte Angebot ermöglicht privaten Eigentümern eine erste Informations- und Entscheidungsgrundlage, ob ihre Immobilie für eine Solaranlage geeignet ist. Noch bis Ende 2022 garantieren die Elektro- sowie Dachdecker-Innung, Stadt-Sparkasse, Stadtwerke und Wirtschaftsförderung den Betrieb als Sponsoren. Im Laufe des Jahres wolle man mit den Unterstützern das Gespräch suchen, um das Kataster über das Jahresende hinaus sichern zu können.

Auch Mieter können Solarstrom erzeugen

Regelmäßig wird das Angebot auf den aktuellen Stand gebracht. Zuletzt wurden etwa geänderte Förderstrukturen und ein neuer Wirtschaftlichkeitsrechner integriert. Hinsichtlich der abgebildeten Gebäude sei die Aktualität des Katasters „mehrere Jahre gesichert“. Der Grund: „Die Rate der Neubauten ist im Gegensatz zum vorhandenen Gebäudebestand relativ gering.“

Es gibt vielfältige Bemühungen, Solarenergie in Solingen auszubauen. Finanziell kann die Verwaltung derartige Projekte derzeit nicht fördern, weil es an Programmen von Land und Bund fehlt. „Dennoch prüft die Stadt Solingen verstärkt die Förderlandschaft nach solchen Möglichkeiten“, betont Sven Heuermann. Zudem sind auch andere Akteure aktiv. Beispielsweise führe die hiesige Verbraucherzentrale jedes Jahr eine Quartiersberatung durch.

Eine wichtige Rolle nimmt das Solinger Kompetenznetzwerk für Gebäudemodernisierung ein. Zur „So.Ko Gebäude“ haben sich Handwerker, Planer, Architekten und Energieberater aus der Stadt zusammengeschlossen. „Ziel ist es, durch die Bündelung von Kompetenzen der unterschiedlichen Gewerke die Solinger Bürgerinnen und Bürger bei der energetischen Modernisierung ihres Gebäudes und insbesondere beim Ausbau von Solaranlagen über die gesamte Angebotspalette zu unterstützen“, erläutert Heuermann. Zugleich sei die Wirtschaftsförderung bestrebt, Potenziale für Photovoltaikanlagen auf großen Industriedächern zu analysieren und die Eigentümer zu beraten.

Gründächer können die Leistung einer Solaranlage erhöhen

Die Stadtwerke bieten ihren Kunden laut eigenen Angaben „ein Komplettpaket zum Thema Solarenergie an“. Zum Produkt „Hausgemacht“ zählen demnach Beratung, Planung und Realisierung von Photovoltaikanlagen.

www.solingen.de/de/inhalt/solarkataster

Vorgehen der Verwaltung

Die Solinger Verwaltung möchte in Sachen Solarenergie als Vorbild dienen. In Zusammenarbeit mit der Genossenschaft Bürgerenergie werde geprüft, auf welchen städtischen Liegenschaften Photovoltaikanlagen sinnvoll seien, erklärt Klimaschutzmanager Sven Heuermann. Seit Anfang der 2000er Jahre habe man solche Anlagen auf neun Schulgebäuden errichtet. Zum Beispiel auf dem Dach des Friedrich-List-Berufskollegs. Hinzu kämen Standorte bei den Technischen Betrieben und den Stadtwerken sowie solarthermische Anlagen auf Schulsporthallen. Viele Dächer kommen Heuermann zufolge aus baulichen Gründen nicht für eine Installation infrage. Nichtsdestotrotz überprüfe der Stadtdienst Gebäudemanagement bei Sanierungen standardmäßig, ob ein Dach für Photovoltaik geeignet sei. Derzeit seien zwei Schulstandorte in der engeren Auswahl.

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