Tag der Deutschen Einheit

Partnerstädte wollen Kulturbotschafter austauschen

Die Bergischen Symphoniker eröffneten den Festakt zum Tag der Deutschen Einheit.Foto: Christian Beier
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Die Bergischen Symphoniker eröffneten den Festakt zum Tag der Deutschen Einheit.

Beim Festakt zur Deutschen Einheit sprachen die Oberbürgermeister von Solingen und Aue.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Die Idee der beiden Oberbürgermeister von Solingen und Aue war spontan und zuvor nicht abgesprochen: Um das Verhältnis zwischen Solingen und seiner Partnerstadt Aue in Sachsen künftig noch persönlicher und lebendiger zu machen, soll es „Kulturbotschafter“ geben: Sowohl die Bergischen Symphoniker als auch das zufällig als Parallel-Veranstaltung zum Festakt konzertierende Folk-Pop-Duo „Jan und Jascha“ zeigten sich begeistert von diesem Gedanken und werden folglich bald im Erzgebirge musizieren.

„Wir müssen die Brücke zwischen Ost und West noch sicherer und tragfähiger machen“, sagte Solingens OB Tim Kurzbach dazu in seiner Rede. Nur über persönliche Kontakte und Begegnung könne der „Wirklichkeit gewordene Traum“ der Wiedervereinigung positiv weitergehen. Toleranz auf demokratischer Basis, so gab er seinem Auditorium im nach Corona-Regeln nahezu voll besetzten Pina-Bauch-Saal mit, sei echte Auseinandersetzung mit konträren Meinungen. Und die Suche nach Lösungen, mit denen beide Seiten gut leben könnten – stets mit Respekt.

Solingen: OB Kurzbach bekommt besonderes Geschenk aus Aue

Sein Auer Kollege Heinrich Kohl überreichte ihm anlässlich der 30-jährigen Städtepartnerschaft ein festliches Bergarbeiter-Habit aus dem Erzgebirge – als Symbol für die lange Verbundenheit und eine Zukunft, die man weiterhin gemeinsam gestalten möchte. „Wir haben große Aufgaben und können von der toleranten Haltung hier viel lernen“, sagte er mit Blick auf die deutlich wahrnehmbaren rechtsradikalen Strömungen im Osten. Er erklärte: Nach der Wiedervereinigung seien viele Menschen aus der bis dahin gut situierten bürgerlichen Mitte in Arbeitslosigkeit und damit in schlechte finanzielle Verhältnisse abgestürzt. „Es gab viel Ernüchterung über den Alltag in einer wirtschaftsgeprägten Demokratie.“

Ergänzt wurde der Festakt durch die Einbürgerungsfeier der Neu-Solinger, die seit dem vergangenen Herbst die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten haben. Exemplarisch holte OB Kurzbach die dreiköpfige Familie Theoderescu auf die Bühne, denen er stellvertretend für die anderen 188 die Urkunden übergab.

Die Bergischen Symphoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Daniel Huppert sorgten mit Brahms- und Mozart-Weisen für einen feierlichen musikalischen Akzent. Bemerkenswert war der Auftritt von Juri Vallentin, der mit seiner Oboe als Solist in Mozarts Konzert C-Dur, KV 314 glänzte. Strahlende wie auch getragene Klang-Momente passten gut zum Tag der Einheit als Chance, über Vergangenheit und Zukunft nachzudenken. Dass die Musiker den lebhaften und mitreißenden „Ungarischen Tanz Nr. 1“ am Ende spielten, setzte ein gefühltes Ausrufezeichen hinter inhaltlich dichte 90 Minuten.

Auch im befreundeten Aue-Bad Schlema hadern die Menschen mit der Pandemie. Beide Kommunen setzen Zeichen der Solidarität: Die Partnerstädte halten in der Not zusammen.

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