Stadt und Verbraucherzentrale starten Informationskampagne

Auch Mieter können Solarstrom erzeugen

Beantworteten auf dem Ohligser Markt Fragen zu Solarenergie (v. l.): Sven Heuermann, Florian Bublies und Evelyn Alisa Hillebrand. Foto: Christian Beier
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Beantworteten auf dem Ohligser Markt Fragen zu Solarenergie (v. l.): Sven Heuermann, Florian Bublies und Evelyn Alisa Hillebrand.

Auf dem Ohligser Markt standen Experten am Donnerstag Rede und Antwort zum Thema Solarstrom.

Solingen. Für Windkraft im großen Stil ist Solingen nicht der optimale Ort. „Vor allem mit Photovoltaikanlagen können aber auch wir erneuerbare Energien erzeugen und nutzen“, betont Sven Heuermann. Er ist der Klimaschutzmanager der Stadt Solingen. In Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale hat die Verwaltung eine Informationskampagne zum Thema Solarstrom gestartet. Auf dem Ohligser Markt standen Experten gestern Rede und Antwort.

„Viele Menschen halten Photovoltaik wirtschaftlich inzwischen für weniger attraktiv“, hat Florian Bublies festgestellt. Er ist am Solinger Standort der Verbraucherzentrale NRW für die Energieberatung zuständig. Dieser Entwicklung liege die seit Jahren sinkende Vergütung für ins öffentliche Netz eingespeisten Strom zugrunde. Dies sei allerdings nur bedingt ein Gegenargument.

„Durch die Elektromobilität steigt die Eigenverbrauchsquote erheblich und macht Solarenergie deutlich attraktiver“, macht Florian Bublies deutlich. Doch auch ohne eigenes E-Auto könne sich eine Photovoltaikanlage lohnen. Zum einen steigern Eigentümer mit der Investition die Attraktivität ihrer Immobilie. Andererseits sei Solarenergie nicht einzig unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten. Sie schone die Umwelt und ermögliche den Anwendern ein Stück Autarkie. Die Kombination mit einer Wärmepumpe könne letzteren Effekt noch verstärken, ergänzt Sven Heuermann.

Auch für Mieter ist es möglich, Solarstrom zu produzieren

Wer darüber nachdenkt, auf dem Dach seinen eigenen Strom zu erzeugen, solle sich vorab beraten lassen, rät Bublies. Dabei geht es unter anderem um Fördermöglichkeiten und praktische Aspekte wie die Frage, ob ein Batteriespeicher nötig ist. Darüber hinaus gebe es vor dem Einspeisen des Stroms einige behördliche Hürden zu nehmen. Auch mit der Versicherung und dem Steuerberater sollte das Gespräch gesucht werden. „Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen“, betont der Energieberater.

Nicht nur für Immobilieneigentümer, sondern auch für Mieter sei es denkbar, Solarstrom für den Eigenbedarf zu produzieren. Möglich machen das sogenannte Stecker-Solargeräte. Sven Heuermann erklärt das Prinzip: „Das Sonnenkraftwerk für den Balkon besteht aus ein bis zwei Standard-Solarmodulen und einem Wechselrichter, der den Gleichstrom der Anlage in 230-Volt-Wechselstrom für den Haushalt umwandelt.“ Je nach Standort können mit einem Modul, das ab 500 Euro erhältlich ist, 300 Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Bei einem Zwei-Personen-Haushalt entspreche das ungefähr dem Jahresverbrauch einer Spül- oder Waschmaschine.

Auch die Verwaltung selbst beschäftigt sich mit dem Thema Photovoltaik. In Zusammenarbeit mit der Genossenschaft Bürgerenergie Solingen werde geprüft, welche Dächer städtischer Gebäude für eine Anlage geeignet wären. Zudem arbeiten die Partner aktuell heraus, ob eine Photovoltaik-Freiflächenanlage auf dem Gelände des Entsorgungszentrums Bärenloch umsetzbar und sinnvoll ist.

Hilfreich bei Überlegungen wie diesen kann das städtische Solarkataster sein. Die Online-Anwendung zeigt an, welches Gebäudedach für eine Solaranlage geeignet ist. „Das ist ein sehr nützlicher Anhaltspunkt“, betont Florian Bublies. In der Beratung könne man jedoch häufig selbst für vermeintlich ungeeignete Immobilien eine Lösung finden.

www.solingen.de/de/inhalt/solarkataster/

Beratung

Die Energieberater der Verbraucherzentrale bieten zum Thema Solarenergie kostenlose Online-Seminare an. Am 30. September geht es um Stecker-Solargeräte, am 7. Oktober um Photovoltaik und E-Autos. Die Kurzvorträge finden jeweils von 18 bis 18.30 Uhr über Zoom statt. Die Anmeldung dazu ist im Internet möglich: www.verbraucherzentrale.nrw/sonnenseite/veranstaltungen.

Zudem bietet die Verbraucherzentrale Videoberatungen zum Thema an. Weitere Infos und Anmeldung unter Tel. (02 11) 33 99 65 55.

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