Neues Stadt- und Sportquartier Weyersberg

Arena Bergisch Land: Neuer Antrag hat eine Mehrheit

Klingenhalle und Arena Bergisch Land, das könnte Wirklichkeit werden. Bald soll ein Grundsatzbeschluss zur Arena Bergisch Land fallen.
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Klingenhalle und Arena Bergisch Land, das könnte Wirklichkeit werden. Bald soll ein Grundsatzbeschluss zur Arena Bergisch Land fallen.

Laut der Idee für den neuen Grundsatzbeschluss kann die Klingenhalle gegebenenfalls erhalten bleiben - zusätzlich zu einer Arena Bergisch Land. Der Rat soll kommende Woche über das Großprojekt entscheiden. Die Grünen bezeichnen das BHC-Vorgehen als „arrogant“.

+++ Update 17 Uhr +++

Von Björn Boch

Solingen. Der Grundsatzbeschluss zu einer möglichen Arena Bergisch Land soll vor der Abstimmung im Rat kommende Woche verändert werden. Dieser „Grundsatzbeschluss zur Schaffung eines Stadt- und Sportquartiers Weyersberg inklusive einer Arena Bergisch Land“ soll einen Abriss der Klingenhalle nicht mehr als explizites Ziel haben. Dieser Beschlussvorlage will dann auch die CDU zustimmen, womit eine Mehrheit im Rat als sicher gilt.

„Im Wesentlichen sind sämtliche Punkte der CDU-Fraktion eingearbeitet worden – auch die Möglichkeit, die Klingenhalle gegebenenfalls zu erhalten oder eine neue Halle für den Breitensport am Weyersberg zu bauen“, sagte Fraktionschef Daniel Flemm dem ST. Wie das im Detail und in Verbindung mit einer Multifunktions-Arena – für den Bergischen HC und für Veranstaltungen – umgesetzt werden könne, müssten Prüfungen und Gutachten zeigen.

„Bei einem Projekt dieser Größenordnung sollte nichts ungeprüft bleiben“, erklärte der Sportausschuss-Vorsitzende Ernst Lauterjung (SPD) auf Anfrage. Insofern seien die Impulse der CDU zu begrüßen.

Die Stadtverwaltung arbeitet derzeit noch an dem neuen Text für die Grundsatzentscheidung, nachdem im Ältestenrat und hinter den Kulissen intensiv beraten wurde. Knackpunkt waren vor allem Nutzungsmöglichkeiten einer neuen Arena für den Breitensport, weshalb nun der Erhalt der Klingenhalle oder – sofern sie zu marode ist – ein zusätzlicher Neubau geprüft werden. Neben CDU und SPD haben auch FDP und BfS/ABI ihre Zustimmung angekündigt. Die Fraktion Die Linke/Die Partei bleibt bei ihrer Ablehnung der Pläne und will den Prozess vor allem mit Blick auf den Breitensport kritisch begleiten.

Insgesamt geht uns der Beschluss zu weit.

Frank Knoche, Grüne

Auch die Grünen bleiben wohl bei ihrem Nein. „Wir nehmen zwar positiv wahr, dass einige unserer Anregungen aufgenommen wurden. Insgesamt geht uns der Beschluss aber zu weit“, so Fraktionssprecher Frank Knoche. Er wies auf die rund 1,3 Millionen Euro hin, die als Kosten – unter anderem für Gutachten – mit dem Grundsatzbeschluss anfallen.

Leon Kröck, Grünen-Sprecher im Sportausschuss, hatte sich in dem Gremium am Mittwochabend bereits mehr Offenheit im ganzen Prozess und eine ergebnisoffene Debatte gewünscht. Er verwies auf eine Podiumsdiskussion von „Fridays for Future“ aus dieser Woche. „Ich frage mich: Warum schafft die Stadt das nicht, zu einer solchen Diskussion einzuladen und die Bürger frühzeitig einzubinden?“

Ebenfalls kritisierte Kröck den BHC, der nicht an dieser Diskussionsrunde teilgenommen hatte. Geschäftsführer Jörg Föste hatte erklärt, seit Veröffentlichung des Textes zum Grundsatzbeschluss „etwa 100 Stunden Rede und Antwort“ gestanden zu haben. Es habe daher keine Veranlassung zur Präsenz bestanden. „100 Stunden reichen? Das sehen wir nicht so“, erklärte Kröck, der Föstes Aussagen als „in gewisser Form arrogant“ bezeichnete.

Ernst Lauterjung forderte dagegen die Politik auf, weiter mit dem BHC zu reden statt über ihn – und kritisierte den Solinger Sportbund (SSB) dafür, Verwaltung und BHC intransparente Kostenberechnung vorgeworfen zu haben. Lauterjung sprach von einer großen Chance für den Sport und die gesamte Innenstadt.

Der Sportbund hatte Befürchtungen geäußert, dass der Breitensport zu kurz komme – und in einer schriftlichen Stellungnahme die Ratsfraktionen darüber informiert, dass der bislang angedachte Grundsatzbeschluss so vom Sportbund nicht unterstützt werden könne (siehe unten).

Im Ausschuss selbst hatte Karen Leiding, SSB-Geschäftsführerin, betont, dass sich der Sportbund nicht generell gegen eine Bergische Arena ausspreche. „Aber mit dem Wegfall der Klingenhalle würde eine weitere wichtige Sportstätte bei einer sowieso schon prekären Lage fehlen. Dies wäre ein weiterer Einschnitt für die Vereine.“ Schon 2008 sei in der Sportentwicklungsstudie festgestellt worden, dass es zu wenig Dreifachhallen und Freisportanlagen gebe. Die Arena für sich gesehen sei ein wichtiger Ort für den Leistungssport. „Daher sollte die Planung dieser Arena eher einen Ausbau für andere Sportflächen beinhalten“, sagte Karen Leiding dem ST. Dementsprechend begrüße auch der Sportbund die neue Entwicklung.

Fechter sehen eine große Chance, Schwimmer sorgen sich um Bauzeit

Von Thomas Rademacher

Auf die Stellungnahme des Solinger Sportbunds haben inzwischen weitere Vereinsvertreter reagiert. „Ich würde mir wünschen, dass wir in Solingen die Chancen sehen und lösungsorientiert arbeiten“, sagte Daniel Certa. Der Vorsitzende des Fechtzentrums Solingen ist gleichzeitig Leistungssport-Koordinator der NRW-Sportschule FALS. „Nicht nur der Handball würde von einer Arena profitieren, sondern auch viele andere Sportarten.“ Certa hält es für denkbar, eine EM oder WM im Fechten auszurichten und dafür Fördermittel des Landes zu bekommen. „Grundsätzlich brauchen Jugendliche Vorbilder, die sie im Leistungssport finden. Daher ist es für den Breitensport wichtig, die Rahmenbedingungen des Leistungssports zu verbessern“, sagt Certa, der etwaige Probleme beim Bau nicht abstreitet. „Ich wünsche mir aber den Dialog im Sinne der Entwicklung unserer Stadt.“

Auch Bernhard Pantke geht es nicht um die Verhinderung des Baus. Doch der Vorsitzende des Ortsverbands Solinger Schwimmer befürchtet, dass seine Wassersportler lange Zeit auf dem Trockenen sitzen könnten, sollte die Klingenhalle doch abgerissen werden müssen: „Nach meinen Recherchen dauert ein Abriss der Klingenhalle bei gleichzeitigem Erhalt des Bades viele Monate, vielleicht sogar Jahre. Ich kann mir kaum vorstellen, dass wir während dieser Zeit das Bad nutzen können. Hier braucht es eine gute Lösung.“

Unsere erste Meldung vom 10. Februar, 11.50 Uhr:

Von Björn Boch

Solingen. Der Grundsatzbeschluss zur Arena Bergisch Land soll vor der Abstimmung im Rat kommende Woche verändert werden. Dieser „Grundsatzbeschluss zur Schaffung eines Stadt- und Sportquartiers Weyersberg inklusive einer Arena Bergisch Land“ soll einen Abriss der Klingenhalle nicht mehr zum Ziel haben. Dieser Beschlussvorlage will dann auch die CDU zustimmen, womit eine Mehrheit im Rat als sicher gilt.

„Im Wesentlichen sind sämtliche Punkte der CDU-Fraktion eingearbeitet worden - auch die Möglichkeit, die Klingenhalle gegebenenfalls zu erhalten oder eine neue Halle für den Breitensport am Weyersberg zu bauen“, sagte Fraktionschef Daniel Flemm dem ST. Wie das genau und in Verbindung mit einer Arena für den BHC umgesetzt werden könne, müssten dann Prüfungen und Gutachten zeigen. „Bei einem Projekt dieser Größenordnung sollte nichts ungeprüft bleiben“, so der Sportausschuss-Vorsitzende Ernst Lauterjung (SPD). Insofern seien die Impulse der CDU zu begrüßen.  

Sportbund spricht sich gegen den Abriss der Klingenhalle aus

Zuletzt hatte unter anderem der Solinger Sportbund (SSB) Befürchtungen geäußert, dass der Breitensport zu kurz komme. Der Sportbund hatte in einer schriftlichen Stellungnahme die Ratsfraktionen darüber informiert, dass der bisherige Grundsatzbeschluss so vom Sportbund nicht unterstützt werden könne. Im Sportausschuss am Mittwochabend hatte sich Karen Leiding, SSB-Geschäftsführerin, zu Wort gemeldet und betont, dass sich der Sportbund nicht generell gegen eine Bergische Arena ausspreche – wohl aber gegen die bisherigen Pläne des Grundsatzbeschlusses, der als Ziel den Abriss der Klingenhalle hatte.

„Mit dem Wegfall der Klingenhalle würde eine weitere wichtige Sportstätte bei der sowieso schon prekären Lage der Sportstätten fehlen. Dies wäre ein weiterer Einschnitt für die Vereine.“ Schon 2008 sei in der Sportentwicklungsstudie festgestellt worden, dass es zu wenig Dreifachhallen und Freisportanlagen gebe. Die Arena für sich gesehen sei ein wichtiger Ort für den Leistungssport. „Daher sollte die Planung der Arena eher ein Ausbau für die Sportflächen bedeuten“, sagte Karen Leiding dem ST. Daher begrüßt auch der Sportbund die neuen Entwicklungen.

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