Projektmanager soll im Spätsommer beginnen

Arena Bergisch Land: Planung kostet 880.000 Euro

Für den Neubau einer Arena am Weyersberg sollen ab dem Spätsommer drei Varianten geprüft werden. Archivfoto: Christian Beier
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Für den Neubau einer Arena am Weyersberg sollen ab dem Spätsommer drei Varianten geprüft werden.

Im Februar hat der Rat der Stadt Solingen mit großer Mehrheit beschlossen, dass der Bau einer Multifunktionshalle (Arena Bergisch Land) auf dem Weyersberg-Gelände eingehend untersucht wird.

Von Thomas Rademacher

Solingen. Beauftragt damit ist die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG), die einen Fahrplan zur Planung des „Stadt- und Sportquartiers Weyersberg“ erstellt und dessen Kosten veranschlagt hat. Ursprünglich waren dafür 300.000 Euro fest vorgesehen. Da aber schon im Februar absehbar war, dass diese Mittel nicht ausreichen würden, hatte der Ratsbeschluss die Option einer Ausweitung bis zu einer Million enthalten. Der SEG-Bedarf bleibt aktuell nach Informationen unserer Redaktion mit insgesamt 880.000 Euro darunter.

Hintergrund der Ausweitung dürfte unter anderem die Erweiterung des Projekts auf verschiedene Szenarien sein. Die CDU hatte seinerzeit in die ursprüngliche Planung einen möglichen Erhalt der Klingenhalle mit Anbau der neuen Arena ins Spiel gebracht. Auch die Nutzung für den Eissport soll geprüft werden. Vor dem Vorschlag der Union war stets der Abriss der Klingenhalle – bei Erhalt der Schwimmhalle – als Grundvoraussetzung betrachtet worden. Ein erstes Gutachten hatte den Abriss der sanierungsbedürftigen Klingenhalle befürwortet. Im neuen Fahrplan werden explizit drei Möglichkeiten überprüft:

Anbau: Die Arena als Anbau der Klingenhalle bei möglicher gemeinsamer Nutzung von bestimmten Räumen wie Umkleiden oder Duschen.

Sanierung: Die Arena als Einzelbau neben einer Klingenhalle, die erhalten und möglicherweise saniert wird.

Abriss: Die Arena als Einzelbau mit anschließendem Abriss der Klingenhalle bei gleichzeitiger Errichtung von Ersatzbauten für den Schul-, Breiten- und Vereinssport.

Die Machbarkeit und Sinnhaftigkeit der Gebäudevarianten auch mit Blick auf die Nachhaltigkeit und den Klimaschutz sollen genauso unter die Lupe genommen werden wie die zu erwartenden Kosten. Dazu gehört auch eine mögliche Neuerrichtung des voraussichtlich zu opfernden Fußballplatzes sowie der davor liegenden Bolzplätze.

Die Abarbeitung des Prüfplans, der für 2022 zwölf und 2023 sechs weitere Schritte enthält, ist für die SEG in Person ihrer Geschäftsführer Andreas Budde und Carsten Zimmermann nicht alleine zu stemmen. Die SEG wird nach der Sommerpause einen Projektmanager einstellen oder ein externes Büro beauftragen.

Alles zum Thema Arena Bergisch Land

Um die Kosten zu stemmen, ist eine Einzahlung von 880.000 Euro in die Kapitalrücklage der SEG vorgesehen. Eine entsprechende Vorlage zur Abstimmung im nichtöffentlichen Teil des Stadtrates wurde inzwischen eingebracht. Im laufenden Jahr werden etwa 500.000 Euro benötigt, 2023 werden es etwa 380.000 Euro sein.

Neben der Begutachtung verschiedener Gebäude-Szenarien umfasst der Prüfplan ein Kommunikations- und Beteiligungskonzept. Dieses war ursprünglich nicht vorgesehen und dient wohl auch dazu, Transparenz zu erzeugen – unter anderem mit Veranstaltungen zur Vorstellung des Projektes oder einzelner Konzepte sowie der Nutzung von Social Media.

Baubeginn ist für 2025 vorgesehen

Konkretisiert hat die SEG außerdem die weiteren einzuleitenden Schritte. So werden im Nutzungskonzept die Bedürfnisse einzelner am Weyersberg beheimateter Vereine und Schulen geprüft. Dass der Bergische HC in der Arena seine Heimspiele in der Handball-Bundesliga ausrichten möchte, ist hinlänglich bekannt. Wie die Handballerinnen des HSV Solingen-Gräfrath, die Amateurabteilung des BHC oder die Fußballer von Ditib-Vatanspor, auf deren Platz die neue Halle errichtet werden könnte, zufriedengestellt werden können, ist ebenfalls Teil der Planung.

Weit oben auf der Liste ist das Thema Mobilität. Wie kann der Verkehr künftig geführt werden? Ist ein Bahnhalt in der Nähe möglich? Grob gesagt, sollen die Kernfragen alle noch in diesem Jahr beantwortet werden, damit 2023 die Detailplanungen beginnen können: Dazu gehören insbesondere Klima- und Lärmschutzkonzepte, die erst bei feststehender Gebäudekonstellation exakt aufgestellt werden können. Ein Baubeginn ist in dem bereits vorliegenden Gutachten für 2025 vorgesehen.

SEG – Aufgaben

2022: Projektmanagement bestimmen, Gesamtprojektskizze, Kommunikations- und Beteiligungskonzept, Nutzungskonzept, Variantenprüfung Gebäude, Mobilitätskonzept, Sanierungs- oder Abrisskonzept Klingenhalle / Kosten für Ersatzbauten, Baugrunduntersuchung, Ersatzstandorte für Klingenhalle und Außenflächen, Festlegung Wettbewerbsverfahren, Artenschutzkonzept, Kampfmittelauskunft.

2023: Variantenprüfung Projektgesellschaften, Erstellung eines Businessplans, Parkraum- und Bewirtschaftungskonzept, Lärmschutzkonzept, Klimaschutzkonzept, Baumschutzkonzept.

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