Mehrzweck-Halle

Arena Bergisch Land: Stadt Solingen hat bereits 370.000 Euro ausgegeben

Die Zeichen verdichten sich, dass eine geplante Mehrzweck-Arena nicht am Weyersberg entstehen wird. Die Zukunft der maroden Klingenhalle für Schul- und Vereinssport muss geklärt werden.
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Die Zeichen verdichten sich, dass eine geplante Mehrzweck-Arena nicht am Weyersberg entstehen wird. Die Zukunft der maroden Klingenhalle für Schul- und Vereinssport muss geklärt werden.

Die Zukunft der Klingenhalle ist zurück im Fokus. Antworten zum Weyersberg wird es wohl „Ende Februar“ geben.

Von Björn Boch und Andreas Tews

Solingen. 880 000 Euro: Diese Summe hat die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) für Gutachten in Bezug auf eine geplante „Arena Bergisch Land“ am Weyersberg veranschlagt. Wie viel davon nun, da eine Arena dort unwahrscheinlicher wird, möglicherweise umsonst investiert wurde, wollte das Tageblatt von der Stadt wissen. Die verweist auf eine Vorlage: Bisher seien für die „Gesamtplanung“ der Arena Bergisch Land „circa 370 000 Euro an Mitteln gebunden.“ Heißt laut Stadt: Große Teile des Geldes könnten in Planungen gebunden sein, die auch standort-unabhängig Bestand haben. Bisher sei nur ein sehr geringer Geldbetrag in standortspezifische Untersuchungen für den Weyersberg geflossen.

Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass es Interesse externer Investoren gibt, den Bau und den Betrieb einer Mehrzweck-Arena in Solingen mitzufinanzieren – allerdings gebe es gesteigertes Interesse an einem alternativen Standort. Die Stadt teilte mit, dass „standortunabhängige Fragestellungen“ gegenüber „standortspezifischen Themen“ zeitlich und inhaltlich priorisiert worden seien. Als Beispiele nannte sie die Kapazität der Arena oder den Businessplan. Weitere Details hält sie bislang unter Verschluss – auch zu möglichen Investoren.

Die Nachricht, dass externe Investoren Interesse haben, sei zunächst einmal gut, betont CDU-Fraktionschef Daniel Flemm. Allerdings habe er viele Fragen, beispielsweise zu den Gutachten. „Ich finde es irritierend, dass es offenbar seit September Interesse von Investoren gibt, die Politik aber erst jetzt informiert wird. Wo stehen wir wirklich im Prozess? Das sagt uns niemand.“

Stadtdienstleiter weiß nicht mehr als das, was in der Zeitung steht

Entsprechende Anfragen der CDU an die Verwaltung seien in Vorbereitung. Dass die Politik erst jetzt informiert worden sei, kritisierte auch CDU-Sprecherin Sonja Flemm in der Bezirksvertretung Mitte. Dort erklärte Horst Schulten, Leiter des Stadtdienstes Sport und Freizeit, dass er derzeit auch nicht mehr wisse als das, was in der Zeitung stehe.

Mehr wissen will die CDU auch zur Zukunft des Weyersbergs. Zum einen rücke die Zukunft der maroden Klingenhalle wieder in den Mittelpunkt. „Die wird für den Schul- und Vereinssport gebraucht – und die Infrastruktur am Weyersberg können wir ja nicht ernsthaft so lassen, wie sie ist.“ Außerdem will Daniel Flemm wissen, welche alternativen Standorte für die Arena im Gespräch seien – „weil Gewerbeflächen knapp sind und die Stadt ab 2030 keine neuen Flächen mehr ausweisen will.“

Zumindest die Antworten zum Weyersberg sollten laut SPD-Fraktionschefin Iris Preuß-Buchholz nicht mehr lange auf sich warten lassen. „Die beauftragten Gutachten werden wahrscheinlich Ende Februar vorliegen. Sollte das Ergebnis sein, dass der Weyersberg ungeeignet ist, wäre das Geld gut investiert.“ Es gehe um Fakten, nicht um Bauchgefühl. Und grundsätzlich könnten die Ergebnisse für die weitere Entwicklung des Stadtteils genutzt werden.

Die Überlegungen, private Geldgeber in das Arena-Projekt einzubeziehen, nimmt der Vorsitzende der FDP-Ratsfraktion, Jürgen Albermann, positiv auf. Wenn ein privater Investor gar eigenständig tätig werde, müsse ihm die Möglichkeit gegeben werden, auf andere Grundstücke oder in andere Stadtteile auszuweichen.

In der Bezirksvertretung monierte Dietmar Gaida (Grüne) die geplante Bürgerbeteiligung. Nur einzelne ausgewählte Bürger zu einem Workshop einzuladen, sei kein transparentes Verfahren. Die Grünen hatten zuvor das wahrscheinliche Aus für den Weyersberg begrüßt und angekündigt, auch bei alternativen Planungen „skeptisch zu bleiben“.

Bündnis will Gutachten sofort

Das „Bündnis lebenswerter Weyersberg“, das sich gegen den Standort gegründet und mehr als 1000 Unterschriften gesammelt hatte, wünscht „dem BHC viel Erfolg, das Projekt einer neuen Arena gemeinsam mit einem privaten Investor weiter zu verfolgen“. Birgit Correns und Karsten Römling betonen, dass weder für den Bau noch für den Betrieb der Halle Gelder der Stadt ausgegeben werden sollten. Die Stadt solle sich auf Schul- und Breitensport konzentrieren und „zur Arena-Planung endlich umgehend alle vorhandenen Gutachten veröffentlichen“.

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