Verkehr

Bürgerinitiative will A 3-Ausbau verhindern

Derzeit werden die Fahrbahnen der A3 (hier Richtung Köln) saniert. Diese Arbeiten stehen in keinem Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau der Autobahn auf acht Spuren. Foto: Stephan Köhlen
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Derzeit werden die Fahrbahnen der A3 (hier Richtung Köln) saniert. Diese Arbeiten stehen in keinem Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau der Autobahn auf acht Spuren.

Zu den Gründern der Initiative gehören Bewohner der betroffenen Städte Solingen, Hilden, Langenfeld und Leichlingen.

Von Michael Kremer

Der Protest gegen den im Bundesverkehrswegeplan vorgesehenen achtspurigen Ausbau der Autobahn 3 zwischen Köln und Oberhausen formiert sich. Rund 180 Teilnehmer aus den von der Verbreiterung betroffenen Städten Solingen, Hilden, Langenfeld und Leichlingen haben sich am Donnerstagabend im Hildener Bürgerhaus zur Gründung einer Bürgerinitiative gegen den Ausbau getroffen. Eingeladen hatten die entsprechenden Ortsgruppen des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). „Wir sehen uns dabei als Initiatoren und Berater, ansonsten soll die Initiative sich selbst verwalten“, erklärt die Hildener BUND-Sprecherin Claudia Roth.

Die Sprecherinnen der BUND-Ortsgruppen Hilden, Claudia Roth (l.), und Solingen, Sibylle Hauke, haben das Treffen initiiert.

Derzeit steckt das Bauvorhaben noch in der Entwurfsplanung. Ein Verkehrsbüro ist damit beauftragt, bis 2020 unter Berücksichtigung von Umweltschutzaspekten und Auswirkungen auf die angrenzende Bebauung die bestmögliche Trasse zu erarbeiten. Möglich ist die sogenannte zweiseitige Variante, bei der jede Fahrtrichtung um jeweils eine Fahrspur erweitert wird. Alternativ dazu ist der Ausbau um zwei Fahrspuren auf einer der beiden Seiten möglich. Denkbar ist zudem eine abschnittsweise Kombination der Alternativen.

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Liegt das Ergebnis des Verkehrsbüros vor, beginnt die Genehmigungsplanung mit der öffentlichen Auslegung der Pläne, Bürgerinformationen und Beteiligung der Betroffenen. Einem abschließenden Erörterungstermin folgt der Planfeststellungsbeschluss als Grundlage der Ausführungsplanung, nach der die Autobahn ausgebaut wird. Parallel dazu läuft die Planung für den Ausbau der Raststätte Ohligser Heide West (Richtung Köln). Die ist zwar rein formell ein separates Verfahren, aus Sicht der Bürgerinitiative aber im direkten Zusammenhang zu sehen. Auch dieses Vorhaben wird abgelehnt.

Standpunkt von Michael Kremer

Aus Solinger Sicht wäre vom Ausbau der A3 in erster Linie das Naherholungsgebiet Ohligser Heide betroffen. „Das ist durch die Autobahn ohnehin schon eingeschränkt und durch Lärm und Schadstoffe belastet“, sagt die Solinger BUND-Sprecherin Sibylle Hauke. Würde die Autobahn näher an das Naturschutzgebiet heranrücken, „wird sich das weiter verschärfen“. Hauke spricht sich deshalb für ein neues Verkehrskonzept mit Alternativen zum Straßenverkehr aus.

Teilnehmer lehnen eine zusätzliche Versiegelung ab

„Wir müssen den Verkehr von der Straße holen und nicht noch mehr Straßen bauen“, sagt auch Mareike Romünder. Sie und Verena Enzenauer sind aus Rupelrath zum Treffen gekommen, um die Bürgerinitiative zu unterstützen. „Die vorhandenen Autobahnspuren reichen absolut aus. Eine zusätzliche Versiegelung würde größten Schaden in der Natur anrichten. Jeder Baum zählt“, erklärt Enzenauer ihre Motivation, sich in der Initiative zu engagieren.

80 Anwesende haben sich nach dem Treffen bereiterklärt, an weiteren Aktionen der Bürgerinitiative teilzunehmen. Neben Öffentlichkeitsarbeit ist dabei insbesondere an Infostände gedacht. Die Vernetzung mit anderen Betroffenen entlang der A3 sei ebenfalls ein wichtiger Punkt. Auch an die A3-Anwohner in Mettmann, Erkrath, Ratingen und Düsseldorf ist dabei gedacht.

VERKEHRSWEGEPLAN

POLITIK Der Bundesverkehrswegeplan 2030 stellt die verkehrspolitischen Weichen für die kommenden zehn bis 15 Jahre. Die darin aufgeführten Vorhaben werden einer Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen und umwelt- und naturschutzfachlich, raumordnerisch und städtebaulich beurteilt. Für die Autobahn 3 ist darin ein durchgängig achtspuriger Ausbau zwischen Köln und Oberhausen vorgesehen. Dem Vorhaben wird ein vordringlicher Bedarf zur „Engpassbeseitigung in Spitzenzeiten“ eingeräumt.

Außerdem haben sich Interessenten gefunden, die sich mit den Fragen Lärmschutz und Verkehrstechnik, Alternativenprüfung, rechtliche Rahmenbedingungen und gesundheitliche Aspekte beschäftigen wollen. Ein erster Spendenaufruf hat 200 Euro erbracht, so dass auch ein kleiner Finanzierungsgrundstock gelegt ist. Nun werden sich Arbeitsgruppen finden, die Namen, Logo und Internetauftritt erstellen, an Positionspapieren arbeiten und Aktionen planen. Erste Ergebnisse werden beim nächsten Treffen vorgestellt. Weitere Interessierte können sich noch melden. 

claudia.roth@bund.net

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