Landgericht

Angeklagter soll in Entziehungsklinik

Das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal.

Gewalt und Diebstähle sollen auf das Konto eines 42-jährigen Mannes aus Solingen gehen.

Von Dirk Lotze

Solingen. Nach einer Serie von Diebstählen und gewalttätigen Übergriffen soll ein 42 Jahre alter Angeklagter aus Solingen in eine Drogen-Entziehungsklinik eingewiesen werden. Das befürwortete ein Gerichtspsychiater im Prozess vor dem Landgericht Wuppertal. Der Mann sei neben der Drogensucht schwer psychisch erkrankt und verkenne zeitweise die Wirklichkeit: „Er befand sich in einer Spirale von Gedankenkreisen und Drogenkonsum.“

Die Richterinnen und Richter müssen Geschehnisse zwischen Sommer 2021 und dem vergangenen Frühjahr aufklären. Es geht um 22 Fälle: Drohungen mit Messern, Prügelangriffe und ein Flaschenwurf, Beleidigungen und Diebstähle aus Läden und Taschen. Einem Mitarbeiter einer Notschlafstelle soll er gedroht haben: „Ich steche Dich ab.“

Zeugen riefen jeweils den Notruf

In einem Juwelierladen soll er erst dem Inhaber gedroht haben, bevor er über die Straße in einen Imbiss lief, weil er sich dort ein Messer für einen Angriff auf den Juwelier leihen wollte. Zeugen riefen jeweils den Notruf. Früher im Prozess hatte ein Polizist berichtet, er kenne den von Krankheit und Medikamenten gezeichneten Angeklagten seit Jahren. Der Angeklagte hat einen Teil der Vorwürfe bestritten. Drohungen mit Messern seien „mehr so ein Witz“ gewesen; er würde nie jemanden mit einem solchen Werkzeug angreifen.

Dem Psychiater zufolge konsumiert der Angeklagte seit der Jugend Drogen. Der Missbrauch habe Kokain und Heroin eingeschlossen. Dazu sei dann eine psychische Erkrankung gekommen. Über längere Zeit habe der Mann obdachlos gelebt, dann wiederum sei er im betreuten Wohnen versorgt worden. Im Wahn verkenne der Angeklagte Situationen und sehe sich angegriffen. Durchweg müsse bei ihm von verminderter Schuldfähigkeit ausgegangen werden.

Weiter liegen laut Arzt bei dem 42-Jährigen die Voraussetzungen für zwei mögliche Urteile vor: Sowohl für die dauerhafte Zwangseinweisung in die Psychiatrie, als auch für die Entziehungsbehandlung auf zwei Jahre in einer geschlossenen Klinik. Bei der milderen Maßnahme – der Entziehungsklinik – bestünden gute Aussichten auf Heilung: Der Angeklagte würde Medikamente erhalten und voraussichtlich in Einzeltherapie behandelt werden.

Das Landgericht will am 17. November 2022 die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung anhören und am selben Tag sein Urteil verkünden.

Auch interessant: Angeklagter muss nach Angriff auf Polizisten in Haft

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