Berufungsprozess

Angeklagter schläft am Steuer betrunken ein

Das Landgericht Wuppertal bestätigte in der Berufung das Urteil.
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Das Landgericht Wuppertal bestätigte in der Berufung das Urteil.

Ein 28 Jahre alter Autofahrer aus Solingen muss 3000 Euro Strafe zahlen und seinen Führerschein neu machen, weil er in Gräfrath am Steuer seines Wagens betrunken eingeschlafen ist.

Von Dirk Lotze

Das Landgericht Wuppertal bestätigte in der Berufung das Urteil; die Strafe entspricht dem 50-Tage-Einkommen des angestellten Kaufmanns. Vor einem möglichen Neuantrag auf einen Führerschein liegt für ihn eine Sperrfrist von noch drei Monaten. Eine Blutprobe bei dem Mann hatte 1,72 Promille ergeben.

Andere Autofahrer hatten den Angeklagten am Sonntagmorgen des 16. Mai 2021 an der Kreuzung Dycker Feld / Wuppertaler Straße geweckt: Er war bei Grün nicht gefahren und hatte auf Hupen nicht reagiert. Zwei andere Fahrer sollen ausgestiegen sein, um an dem dunklen 3er BMW des Mannes nach dem Rechten zu sehen. Der Angeklagte soll deutlich benommen gewirkt haben. Eine Zeugin (35) sagte aus: „Ich habe auf dem Absatz kehrtgemacht und bin zu meinem Auto. Ich habe gedacht, ich rufe einen Krankenwagen.“

Während des folgenden Anrufs verwies die Feuerwehr auf die Polizei. Die rückte mit Blaulicht an. Gleichzeitig beobachtete die Anruferin, dass der BMW langsam weiter bis auf den Parkplatz am Gräfrather Friedhof fuhr. Das gab sie an die Leitstelle durch; dann fuhr sie weiter, weil sie zur Arbeit außerhalb musste.

Vor Gericht hatte der Angeklagte geschwiegen

Die Besatzung eines Streifenwagens fand den Angeklagten auf dem Fahrersitz seines Autos; das stand schräg geparkt auf zwei Stellplätzen. Die Einschätzung eines Beamten: „Er machte einen weggetretenen Eindruck.“ Ein Atemalkoholtest erreichte hohe Werte. Der Mann musste zur Wache mitkommen. Dort habe er angegeben, er habe fünf Flaschen Bier mit einem nicht näher bezeichneten Bekannten getrunken, außerdem zwei Dosen Mischgetränk. Gegessen habe er zuletzt am Abend davor: Döner und Chips.

Vor Gericht hat der Angeklagte geschwiegen. Die Richterinnen und Richter stellten fest, dass sie keine Zweifel an seiner Schuld haben. Laut Angaben des Mannes fährt er seit nun zehn Monaten werktäglich mit Bus und Bahn zu seiner Arbeitsstelle in einer Nachbarstadt. Er habe sich nicht vorstellen können, wie aufwendig das ist. Gegen das Urteil kann er Revision einlegen.

Angeklagter soll seine Ex-Freundin vergewaltigt haben

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