Prozess

Angeklagter muss nach Angriff auf Polizisten in Haft

Prozess im Landgericht Wuppertal.
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Prozess im Landgericht Wuppertal.

Ein 43-jähriger Solinger hatte den Beamten zunächst beleidigt und anschließend leicht verletzt.

Von Dirk Lotze

Solingen. Ein 43 Jahre alter Angeklagter aus Solingen muss nach einer Attacke auf einen Fahrradstreife fahrenden Polizisten (57) ins Gefängnis. Diese Entscheidung traf das Landgericht Wuppertal am Dienstag.

Laut Urteil hatte der vorbestrafte Mann sein Gegenüber als „scheiß Bullenschwein“ beschimpft. Nach der Aufforderung, seine Personalien anzugeben, habe er den Angriff bis zur Gewalt gesteigert und den Beamten mit einer Hand voll Schotter von einer Baustelle beworfen. Der Polizist erlitt leichte Verletzungen. In die Strafe in Höhe von einem Jahr eingerechnet sind eine weitere Beleidigung von Polizisten, der Wurf eines Glases auf eine Nachbarin im Streit um Musik und eine frühere Verurteilung.

Hintergrund der Geschehnisse ist laut einer Gerichtspsychiaterin eine Erkrankung des 43-Jährigen, die bei ihm zu wütenden Ausbrüchen führt. Den Angaben des Mannes zufolge hatte er sich beim Zusammentreffen mit dem Fahrrad-Polizisten auf der Grünewalder Straße zuvor in einem Gespräch mit seinem Anwalt aufgeregt: „Ich war sauer. Normal beruhige ich mich irgendwann.“ Laut Aussage des Polizisten war der Auftritt des Mannes so aggressiv, dass er sich mit Pfefferspray verteidigte und Verstärkung rief. Noch bevor die eintraf, kamen ihm eine Kriminalpolizistin und ein Ordnungsamtsmitarbeiter zu Hilfe, die außer Dienst und zufällig in der Nähe waren.

Zusätzliche Kräfte sicherten die Urteilsverkündung ab

Den ärztlichen Gutachten zufolge leidet der Mann an einer psychischen Störung, wobei er über mehr als zehn Jahre wechselnde Diagnosen erhalten habe. Anfangs habe er versucht, sich mit Marihuana zu entspannen – phasenweise breche die Wut durch. Sein Anwalt sagte über den Mann: „Ich kenne ihn am längsten von allen hier im Saal und wir streiten regelmäßig. Erst sagt er ‚Du Arschloch‘ zu mir und eine Woche später tut es ihm leid.“

Das Landgericht bewertete die Taten anhand der Zeugenaussagen schwerer als zuvor das Amtsgericht. Das Urteil ist noch angreifbar. Seine Verkündung erfolgte zur Sicherheit mit zusätzlichen Wachtmeistern im Gerichtssaal.

Erst vor wenigen Tagen hatte es eine Verhandlung um eine Kehrblech-Attacke am Landgericht gegeben.

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