Missbrauchsprozess

Angeklagter beschreibt bürgerliche Fassade

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Mehr als zehn Jahre lang soll ein 39 Jahre alter Familienvater aus Solingen seine beiden Kinder sexuell missbraucht haben.

Mehr als zehn Jahre lang soll ein 39 Jahre alter Familienvater aus Solingen seine beiden Kinder sexuell missbraucht haben.

Von Dirk Lotze

Solingen. Mehr als zehn Jahre lang soll ein 39 Jahre alter Familienvater aus Solingen seine beiden Kinder sexuell missbraucht haben, bis er im Juni 2020 festgenommen wurde. Sohn und Tochter sind heute jünger als 14 Jahre. Am Montag schilderte der Mann im Landgericht Wuppertal seine Lebensumstände – bescheidene Verhältnisse, geregelte Arbeit in einer Behörde und Geldsorgen. Er habe Schulden von 20 000 Euro. Der Mann ist wegen Betrugs vorbestraft.

Der 39-Jährige geriet im Oktober 2019 in Verdacht, nachdem das Foto eines Mädchens bei sexuellen Handlungen im Internet auftauchte. Nach Ermittlungen folgte die Festnahme auf einem Campingplatz außerhalb. Mehr als 500 000 Fotos und Videos mit kinderpornografischem Inhalt sollen Polizisten bei dem Mann sichergestellt haben. Gegen seine Frau, die Mutter der Kinder, läuft ein eigenes Verfahren. Sohn und Tochter nahm das Jugendamt in Obhut.

Zur Aussage erschienen Zeugen, die in Untersuchungshaft sitzen und erklärten: Sie kennen den Angeklagten aus Internet-Chatgruppen zu Sex mit Kindern und aus Treffen mit den Familien. Den Frauen und Kindern habe man einen erfundenen Vorwand für die Zusammenkünfte genannt: Man kenne sich aus Bundeswehrzeiten.

Ein Mann bezeugte, er kenne Fotos des Angeklagten bei sexuellen Handlungen mit dessen Kindern. Der Zeuge fügte hinzu, er habe umgekehrt auch seine Tochter für das Internet im Intimbereich fotografiert.

Der 39-Jährige gestand seine Taten laut Polizisten schon bei den ersten Vernehmungen. Seinen Angaben zufolge hatte er ursprünglich einen Medienbericht über Kinderpornos gelesen und im Internet danach gesucht. So sei er auf das kriminelle Netzwerk gestoßen.

Das Gericht will voraussichtlich am 9. Februar 2021 weiter verhandeln.

In einem Prozess um Großverkauf von Drogen über das Internet werden zusätzliche Verhandlungstage nötig. Die drei Angeklagten im Alter zwischen 27 und 32 Jahren sollen Amphetamin für rund 10 000 Euro an eine Schein-Ankäuferin der Polizei verkauft haben.

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