Ehrenamt

Andreas Griese gewinnt Bürgerpreis

Andreas Griese wurde gestern zum diesjährigen Träger des Bürgerpreises gekürt. Er engagiert sich für Menschen mit Behinderung. Fotos: Christian Beier
+
Andreas Griese wurde am Montag zum diesjährigen Träger des Bürgerpreises gekürt. Er engagiert sich für Menschen mit Behinderung.

Sein Verein Kakadu schafft Freizeitangebote für Menschen mit Behinderung. Alle fünf Gewinner wurden in der Stadt-Sparkasse geehrt.

Von Kristin Dowe

Andreas Griese lächelt ein wenig verlegen, als Alex Becker, stellvertretende Chefredakteurin von Radio RSG, seinen Namen als Gewinner des dritten Solinger Bürgerpreises nennt, der am Montag in den Räumen der Stadt-Sparkasse vergeben wurde. Das Solinger Tageblatt hat den Ehrenamtspreis gemeinsam mit Radio RSG und der Stadt-Sparkasse verliehen.

Standpunkt von Kristin Dowe

„Ich bin in letzter Zeit schon öfters auf die Preisverleihung angesprochen worden – ich fand es die ganze Zeit spannend“, sagte der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Kakadu, der verschiedenste Angebote der Freizeitgestaltung für Menschen mit Behinderung schafft.

So stellt Familie Griese schon mal ihre Küche für Kochkurse zur Verfügung, oder Andreas Griese organisiert Ausflüge in Solingen und Umgebung für Menschen mit Handicap, so dass diese schöne Erlebnisse miteinander teilen können und ihre Angehörigen zeitweise zudem ein wenig entlastet werden. Symbolisch nahm der 50-Jährige den großen Scheck über 1000 Euro entgegen, die seinem Verein zugutekommen werden.

Freuten sich mit Andreas Griese (4. v. r.): Alex Becker (v. l.), Richard Ritterbusch, Stefan M. Kob, Dr. Frank Lungenstraß, Tim Kurzbach, Stefan Grunwald, Haiat Chanfouh und Rebecca Höttges.

Doch Gewinner sind zweifellos alle fünf Nominierten für den Solinger Ehrenamtspreis, die am Montag in der Stadt-Sparkasse geehrt wurden. Alle vier Mitstreiter erhalten ebenfalls 500 Euro für ihr jeweiliges Projekt oder ihre Initiative, die durch die Auszeichnung weiter vorangetrieben werden soll. Da wäre zum Beispiel Frank Lungenstraß, ohne dessen unermüdlichen Einsatz Solingens kürzlich eröffnete Planetarium, das Galileum in Ohligs, wohl kaum möglich gewesen wäre. Um in Solingen bildlich „nach den Sternen zu greifen“, hatte der promovierte Physiker sogar seinen Job als stellvertretender Leiter der Volkshochschule Hilden/Haan zurückgefahren, um sich ganz seinem Herzensprojekt widmen zu können.

Foodsaving-Verein verzichtet bewusst auf Bedürftigkeitsprüfung

Zur Verleihung des Bürgerpreises war auch Vorjahressieger Christoph Zenses in den Veranstaltungsraum der Stadt-Sparkasse gekommen.

Oder da wäre Rebecca Höttges, die nach eigenem Bekunden „nicht länger zuschauen wollte, dass Nachbarn noch immer einwandfreie Lebensmittel einfach entsorgten“. So war die Idee zu ihrem Foodsaving-Laden am Werwolf entstanden, wo Menschen aller gesellschaftlichen Gruppen und Schichten zum Preis von einem Euro eine Tüte mit Lebensmitteln kaufen können, die Händler nicht mehr verkaufen möchten. Auf eine Bedürftigkeitsprüfung verzichtet der Verein ganz bewusst. „Es soll einfach nichts in der Tonne landen“. so Höttges.

Große Anerkennung verdient sicherlich auch das Engagement von Haiat Chanfouh, die sich als Mitgründerin des Internationalen Frauenzentrums und „Stadtteilfrau“ in besonderer Weise für die Integration von Migranten und Geflüchteten engagiert. „Wenn ich im Wartezimmer beim Arzt mitbekomme, dass eine Patientin am Empfang sprachliche Schwierigkeiten hat, spreche ich sie einfach an und frage, ob ich helfen kann“, gab die 47-Jährige ein praktisches Beispiel für ihre Art, im Alltag Brücken zu bauen.

VERLEIHUNG DES DRITTEN SOLINGER BÜRGERPREISES

PROZEDERE In erster Linie hatten ST-Leser Mitmenschen für den Bürgerpreis vorgeschlagen, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich für ihre Stadt einsetzen. Aus den Vorschlägen wählte eine Jury fünf Kandidaten aus, die den Bürgerpreis erhalten könnten. Die endgültige Entscheidung trafen wiederum die Leser, die darüber abstimmten, wer den Preis erhält. 

GÄSTE ST-Chefredakteur Stefan M. Kob, Stadt-Sparkassen-Chef Stefan Grunwald, Alex Becker von Radio RSG, OB Tim Kurzbach (SPD) und Christoph Zenses, der Preisträger 2018, richteten Grußworte an die Gewinner.

Bemerkenswert ist – auch im Hinblick auf sein junges Alter – das Engagement von Richard Ritterbusch, der als Presbyter der evangelischen Gemeinde Widdert viele ehrenamtliche Aufgaben übernimmt. „Ich möchte dazu beitragen, dass die Kirche ihr verpöntes und konservatives Bild ablegen kann“, erklärt der 24-Jährige. „Dann frage ich mich: Was kann schiefgehen, und wie egal ist mir das?“ 

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Sommerparty: 8000 drängen sich auf dem Neumarkt - zum Abschluss spielte See You
Sommerparty: 8000 drängen sich auf dem Neumarkt - zum Abschluss spielte See You
Sommerparty: 8000 drängen sich auf dem Neumarkt - zum Abschluss spielte See You
Polizeieinsatz am Haus des Abgeordneten Ingo Schäfer
Polizeieinsatz am Haus des Abgeordneten Ingo Schäfer
Polizeieinsatz am Haus des Abgeordneten Ingo Schäfer
Polizei: Kontrollen an der Hasselstraße
Polizei: Kontrollen an der Hasselstraße
Polizei: Kontrollen an der Hasselstraße
„Furztrocken“: Viel zu tun für die Feuerwehr
„Furztrocken“: Viel zu tun für die Feuerwehr
„Furztrocken“: Viel zu tun für die Feuerwehr

Kommentare