Neubebauung

Am Fronhof entstehen 81 Wohnungen

Die weiße Wand von P & C und Kaufhof weicht einer Terrassenform mit mehr Grün. 81 Wohnungen und Geschäfte entstehen. Foto: Michael Strahlen
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Die weiße Wand von P & C und Kaufhof weicht einer Terrassenform mit mehr Grün. 81 Wohnungen und Geschäfte entstehen.

Kommenden Montag sollen Politiker die Pläne für das Kaufhofgrundstück beschließen.

Von Philipp Müller

Solingen. Kommende Woche Montag sollen die Bezirksvertretung Mitte und der Ausschuss für Städtebau, Stadtentwicklung und digitale Infrastruktur in einer gemeinsamen Sitzung endgültig den Weg für eine Neubebauung der Grundstücke von P & C und Kaufhof in der Innenstadt freimachen. Dazu wird altes Baurecht aufgehoben. An seine Stelle tritt ein städtebaulicher Vertrag mit dem neuen Eigentümer der Immobilien. Der legte mittlerweile vor, wie alles am Ende aussehen soll.

Das Projekt und die Verhandlungen der vergangenen Monate hat die Verwaltung bereits zusammengefasst. Der Vertrag ist unterschriftsreif und der dazugehörige Bauantrag werde bis Montag eingereicht, erklärt das Ressort des neuen Baudezernenten Andreas Budde (parteilos).

81 Wohnungen entstehen in dem mehrgeschossigen Bau, der in unterschiedlichen Höhen gebaut wird. Die Wohnungen sind alles Mietwohnungen. 12 haben eine Mietpreisbindung von 8,80 Euro pro Quadratmeter, die alle zwei Jahre um 30 Cent pro Quadratmeter angehoben werden kann. Ein Teil der Wohnungen, das hatten die Investoren angekündigt, wird betreutes Wohnen für Senioren sein.

Die Autos der Mieter stehen in einer Tiefgarage, die vom Parkhaus Clemens-Galerien aus erreichbar ist. Fünf Prozent der Parkplätze erhalten Ladestationen für E-Autos. Fahrradstellplätze gehören auch zum Angebot. Neben der modernen Mobilität verpflichtet sich der Eigentümer, Solarenergie einzusetzen und die Dächer zu begrünen. Auch Regenrückhaltemaßnahmen gegen Starkregen wird es geben.

Die beiden Grundstücke haben bereits neuen Eigentümer

Bisher gehörten die beiden Grundstücke von P & C und Kaufhof der Immobilien Solingen Projektgesellschaft mbH. Das ändert sich durch ein anderes Firmenkonstrukt: Neuer Eigentümer des Grundstücks ist die im Mai 2021 gegründete Gesellschaft Solingen Fronhof GmbH & Co. KG. Deren Gesellschafter und Komplementär ist die Verwaltung Solingen Fronhof GmbH mit Sitz Leipzig. Geschäftsführer ist dort der Geschäftsmann Lindon Berisha, der seine Geschäfte von Nürnberg aus betreibt.

Die Stadt hat künftig mit der Solingen Fronhof GmbH & Co. KG zu tun, die offiziell als Erwerber gilt und den städtebaulichen Vertrag mit der Stadtverwaltung schließen wird, die Bauanträge stellt und auch für die Bauausführung verantwortlich sein wird.

Ein wichtiges Element ist die neue Wegebeziehung zwischen Clemens-Galerien und Fronhof. Das ist auch eine Forderung aus dem Konzept „City 2030“ und soll durch eine barrierefreie Passage umgesetzt werden. In dieser darf die Fronhof GmbH Mieter aus dem Bereich Handel und Gastronomie ansiedeln und solche für „nach außen gerichtete Dienstleistungen“. Wettbüros und Bordelle sind ausdrücklich ausgeschlossen.

Die Straße Klosterwall soll aufgewertet werden

Es wird auch noch einen Vertrag zwischen der Stadt und den neuen Eigentümern bezüglich der Situation auf der Straße Klosterwall am Fronhof geben. So soll es zu einer baulichen Erweiterung der Fußgängerzone Richtung Kölner Straße kommen. Anpassungen der Fahrbahnmarkierungen zur Tiefgarage gehören auch zum Paket.

Die Verwaltung kündigt an, dass die Projektentwicklerin und die von ihr beauftragten Architekten das gesamte Vorhaben in seiner Endfassung in der Sitzung am 4. April um 17 Uhr im Walder Stadtsaal erläutern werden. Im Anschluss geht es dann in der Entscheidung darum, die alte Satzung zum Baurecht aufzuheben. Diese hätte eine Bebauung mit Wohnraum in dem Umfang nicht ermöglicht.

Beratungen

Zum städtebaulichen Vertrag habe es „intensive Abstimmungen zum Vorhaben zwischen der Vorhabenträgerin und zahlreichen Stellen der Verwaltung“ gegeben, teilt die Stadt Solingen mit. Zudem hätten „externe Kanzleien sich der Sicherstellung einer bestmöglich rechtssicheren Einarbeitung der abgestimmten Regelungsinhalte“ in den Beratungen gewidmet.

Standpunkt: Die City braucht Impulse

Kommentar von Philipp Müller

philipp.mueller@ solinger-tageblatt.de

Die Eröffnung der Gläsernen Werkstatt lässt weiter auf sich warten. Sie wird auch einen Ausgang zum Fronhof haben. Und der zentrale Platz, der einst schnöder Parkplatz war, wird zur Seite Klosterwall bald neue Bedeutung bekommen. Im Neubau mit 81 Wohnungen ist eine Passage integriert. Sie erleichtert den Weg von den Clemens-Galerien zum Platz und dem oberen Teil der Innenstadt. Das kann den Geschäften, gastronomischen Betrieben und sonstigen Einrichtungen im Umfeld eigentlich nur guttun. Mehr Frequenz belebt das Geschäft. Das ist eine Idee des Konzepts „City 2030“, mit dem die Innenstadt umgestaltet werden soll. Impulse wie die neuen Wohnungen sind dabei auch wichtig und gewünscht. Letztlich soll die Innenstadt in Bezug auf die Anwohnenden sozial breiter aufgestellt werden. Mitgedacht? Genau, das hat auch alles eine Kehrseite. Und die liegt auf der Hauptstraße. Dort wächst der Leerstand. Ideen sind da, wie man Handel durch andere Konzepte ersetzen kann. Doch das braucht. Zuschauen, was kommt, reicht da auf Dauer nicht.

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