Stadtteil voranbringen

Ruth Fischer-Bieniek möchte altes, neues und grünes Gräfrath verbinden

Der neuen Bezirksbürgermeisterin Ruth Fischer-Bieniek (r.) nahm in der Bezirksvertretung der stellvertretende Bezirksbürgermeister Jonathan Bürger den Amtseid ab. Foto: Christian Beier
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Der neuen Bezirksbürgermeisterin Ruth Fischer-Bieniek (r.) nahm in der Bezirksvertretung der stellvertretende Bezirksbürgermeister Jonathan Bürger den Amtseid ab.

Neu gewählte Bezirksbürgermeisterin Ruth Fischer-Bieniek (Grüne) umreißt ihre Pläne für den Stadtbezirk.

Von Andreas Tews

Solingen. Ruth Fischer-Bieniek ist Solingens erste grüne Bezirksbürgermeisterin. Deutlicher als erwartet wählte die Bezirksvertretung die 63-Jährige am Dienstagabend. Für sie stimmten acht, für den CDU-Gegenkandidaten Jonathan Bürger fünf Bezirksvertreter. SPD und Grüne, die Fischer-Bieniek gemeinsam vorgeschlagen hatten, haben zusammen mit der Linkspartei nur sieben Sitze in der Bezirksvertretung. Bei der kleinen Ansprache nach der Wahl erklärte Fischer-Bieniek, dass sie Altes, Neues und grüne Ziele miteinander verbinden wolle.

Die Bezirksbürgermeisterwahl war nötig geworden, weil der bisherige Amtsinhaber Peter Hanz (SPD) sein Amt nach nur einem Jahr aus beruflichen Gründen aufgegeben hatte. Vor allem bei SPD und Grünen war die Wahl mit leichter Anspannung verfolgt worden, weil im Herbst 2020 zwei zuvor verabredete Wahlen von grünen Bezirksbürgermeisterinnen in Solingen-Mitte und Burg/Höhscheid gescheitert waren. Offenbar mit den Stimmen von abtrünnigen Sozialdemokraten und der AfD wurden dort die CDU-Kandidaten gewählt.

In Gräfrath erwies sich Rot-Rot-Grün aber als geschlossen. Zudem mus bei der geheimen Abstimmung ein Vertreter der anderen Fraktionen für die bisherige zweite stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Fischer-Bieniek gestimmt haben. Die Stimme dürfte aus den Reihen von CDU oder FDP stammen. Gerd Schlupp (AfD) erklärte erwartungsgemäß, er sei es nicht gewesen. Zur neuen zweiten Stellvertreterin wurde später Claudia Rukover-Jonas (SPD) gewählt.

Gräfrath: Das sind die Pläne der neuen Bezirksbürgermeisterin

Nach der Wahl und dem durch den stellvertretenden Bezirksbürgermeister Jonathan Bürger abgenommenen Amtseid erklärte Fischer-Bieniek, dass sie in Gräfrath mit seinem historischen Ortskern zwar Altes bewahren wolle. Es müsse aber auch darum gehen, den Stadtteil zukunftsorientiert aufzustellen. Dem fügte sie hinzu: „Ohne, dass ich meine grünen Einstellungen aufgebe.“ Fischer-Bieniek ist unter anderem als Unterstützerin der Bürgerinitiative „Rettet das Ittertal“ bekannt. In der Bezirksvertretung, aber auch im Stadtteil insgesamt will die Grünen-Vertreterin die bisher gepflegte offene Diskussionskultur weiterführen.

„Ich weiß, dass einiges auf mich zukommt“, sagte sie auch mit Blick auf ihren Vorgänger Hanz. Seinem Schritt, aus Zeitgründen das Amt niederzulegen, zollte sie Respekt und fügte hinzu: „Ich freue mich, dass du der Bezirksvertretung erhalten bleibst.“

Der bei der Wahl unterlegene Jonathan Bürger erklärte, dass der Stadtteil unabhängig davon, wer Bezirksbürgermeisterin sei, vorangebracht werden müsse. Dies betreffe unter anderem die Bereiche Wohnen und Einzelhandel. „Gräfrath ist nicht mehr die Insel der Glückseligen“, sagte Bürger. In Zukunft müsse es mehr darum gehen, proaktiv zu handeln, anstatt die Dinge nur abzuarbeiten.

Weiterhin Stillstand beim alten Bahnhofsgelände

Positiv hob er die Initiative der FDP hervor, Ideen für das alte Bahnhofsgelände zu entwickeln. Doch bei dem für dort geplanten Vollsortimenter-Supermarkt bewegt sich derzeit offenbar wenig. Die neue Leiterin des Stadtdienstes Planung, Mobilität und Denkmalpflege, Claudia Seyfried, berichtete in der Bezirksvertretung, dass ihr keine neue Entwicklung bei dem seit Jahren ins Stocken geratenen Projekt bekannt sei. Nächste Woche wolle sie sich aber mit dem Eigentümer treffen, um sich auf den aktuellen Stand bringen zu lassen.

Ersatzbäume

Bodenrecycling-Anlage: Ein Teil der Ersatz-Bäume, die wegen der neuen Wuppertaler Bodenrecycling-Anlage gepflanzt werden, sollen in Gräfrath stehen. Die Verwaltung soll dafür Standorte vorschlagen.

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