Jugendherberge

Alte Bäume in Oberburg sollen stehenbleiben

Nachbarn kämpfen um die Bäume auf dem Gelände der inzwischen geschlossenen Jugendherberge Oberburg.
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Nachbarn kämpfen um die Bäume auf dem Gelände der inzwischen geschlossenen Jugendherberge Oberburg.

Pläne für die ehemalige Jugendherberge kritisieren Anwohner.

Von Philipp Müller

Solingen. Kaum war bekannt geworden, dass der Solinger Unternehmer Sam Jordan, Geschäftsführer der Firma „raumvision by msd immobilien“, zusammen mit Geschäftspartnern die frühere Jugendherberge aus dem Jahr 1938 in Oberburg gekauft hat, regte sich der erste Widerstand. Stefan Irlenbusch, Betreiber der Seilbahn, fasst die Stimmung der Nachbarn zusammen: „Wir haben nichts gegen den Umbau der Herberge oder einen neuen Bau auf der alten Fläche.“ Aber sie wollten unbedingt das freie Grünland und vor allem die alten Linden, Eichen und Buchen erhalten wissen.

Jordan erklärt auf Tageblatt-Nachfrage, dass auch er das Thema Bäume im Blick habe. Tatsächlich gehe es ihm im ersten Schritt um die Herberge selbst, die als Tagungszentrum, Mehrgenerationenhaus oder Seniorenwohnanlage entwickelt werden könnte. Dass es drei Vorschläge gebe, führt er als Argument an, dass er sich noch in der Phase der Ideenfindung befinde. Eine Parzellierung des restlichen Grundstücks etwa für Einfamilienhäuser folge noch. Dabei werde er auch den vorhandenen Baumbestand berücksichtigen und möglichst erhalten.

Bürgermeister Carsten Voigt, der für die CDU den Wahlkreis Burg im Rat vertritt, trauert der Jugendherberge nach. Er ist sauer aufs Deutsche Jugendherbergswerk. „Wir haben in der Politik viele Brücken gebaut, etwa den früheren Sportplatz als Ersatzstandort für einen Neubau angeboten.“ Er verweist auf die Geschichte des Areals. Dieses sei – wenn freilich auch unter politisch völlig verwerflichen Gründen – in den 1930er Jahren von der Stadt für eine symbolische Reichsmark an den Träger der damaligen Herbergen verkauft worden, mit der Maßgabe, dort eine Einrichtung für die Jugendbildung zu schaffen. Moralisch sei das Jugendherbergswerk eigentlich noch in der Pflicht, das heute modern und auf dem Boden der Demokratie umzusetzen. Doch nun sei alles anders. Er bestätigte aus Gesprächen mit den Burgern, dass diese nicht prinzipiell dagegen seien, dort Häuser zu errichten.

Solingen: Nachhaltigkeitskonzept der Stadt gilt auch für Neubauten

Doch so schnell würden weder Bagger noch Kettensägen in Aktion treten. Voigt schätzt, dass einige Jahre für die Erstellung eines Bebauungsplans verstreichen könnten. „Der Rat hat gerade erst eine Prioritätenliste erarbeitet, die hat jetzt Vorrang. Und da steht Oberburg nicht drauf.“ Bezüglich des Baumbestandes verweist er auf Gräfrath, wo zuletzt ein Bebauungsplan wegen alter Bäume einkassiert worden sei. „Neues Baurecht muss sich an unserem städtischen Nachhaltigkeitskonzept orientieren“, erklärt er.“ Deshalb müsse Jordan Fragen zum Naturerhalt für seine Ideen in Oberburg im Rahmen der Planung schlüssig beantworten.

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