Impfzentrum schließt spätestens zum 30. September

Ärzte und Stadt stehen für mögliche dritte Impfung bereit

Das Solinger Impfzentrum wird spätestens Ende September schließen, je nach Auslastung auch schon früher. Archivfoto: Anja Kriskofski
+
Das Solinger Impfzentrum wird spätestens Ende September schließen, je nach Auslastung auch schon früher. Archivfoto: Anja Kriskofski

Chefarzt hält Auffrischung für sinnvoll.

Solingen. Nach dem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern, Drittimpfungen gegen das Coronavirus anzubieten, laufen die Vorbereitungen vor Ort. Das teilen Stadtverwaltung und Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) auf Anfrage mit. Ab September soll es für gefährdete Gruppen die Möglichkeit einer dritten Impfung geben. Im Fokus stehen Ältere, Pflegebedürftige und Menschen mit Immunschwäche – geimpft werden soll frühestens sechs Monate nach der Zweitimpfung.

Nachdem die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte bereits zu Beginn dieses Jahres die Pflegeheimbewohner gegen Corona geimpft hätten, stünden sie nun auch für eine mögliche dritte Impfung in den Einrichtungen bereit, so KVNO-Sprecher Christopher Schneider. „Gemeinsam mit den Pflegeeinrichtungen vor Ort können sie die Impfungen individuell terminieren und durchführen.“ Da zur gleichen Zeit auch die ersten Grippeimpfungen anstünden, befürworte die KVNO eine „flexible Koordination zwischen niedergelassenen Ärzten und Pflegeheimen“.

Bei der Stadt werde eine sogenannte koordinierende Einheit beim Gesundheitsamt gebildet, berichtet Udo Stock, der derzeit noch organisatorischer Leiter des Impfzentrums ist. „Diese Stelle ist zuständig, um Impfaktionen gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten durchzuführen. Insbesondere mobile Impfungen in Einrichtungen werden von dort zentral gesteuert.“

Einige Kommunen schließen ihr Impfzentrum schon früher

Wer noch mobil ist, wird eine dritte Impfung dann beim Arzt erhalten, Impfzentren soll es im Herbst nicht mehr geben. „Spätestens“ zum 30. September, so Udo Stock am Donnerstag, werde das Solinger Zentrum schließen. Die Finanzierung durch das Land läuft dann aus. Einige Kommunen in NRW haben bereits angekündigt, ihr Impfzentrum aufgrund sinkender Nachfrage schon früher auslaufen zu lassen.

Prof. Winfried Randerath, Chefarzt der Lungenfachklinik Bethanien in Aufderhöhe, hält die Auffrischungsimpfung persönlich für sinnvoll, wenn genug Impfstoff vorhanden ist – auch wenn aus medizinischer Sicht noch nicht abschließend geklärt sei, „ob und wann Auffrischungsimpfungen bei Corona gegeben werden und welche Gruppen sie erhalten sollten“.

Chefarzt appelliert besonders an junge Erwachsene, sich impfen zu lassen

Allerdings seien Auffrischungsimpfungen bei vielen Erkrankungen sehr sinnvoll und daher grundsätzlich auch beim Coronavirus eine gute Überlegung: „Es spricht nach meinem Wissen nichts dagegen, vor allem dann, wenn der Betroffene bei den ersten Impfungen keine bedeutsamen Nebenwirkungen hatte.“ Die Immunschwächsten zuerst aufzufrischen sei sinnvoll, weil am ehesten mit einem Verlust der Antikörper zu rechnen sei.

Randerath treibt eine andere Sorge aber stärker um. Leider seien immer noch viele Menschen gar nicht geimpft. „Deren Grundimmunisierung mit Erst- und Zweitimpfung ist sicher das Allerwichtigste.“ Das betreffe im Moment vor allem die jungen Erwachsenen, die während der Priorisierungsphase zurückstehen mussten, aber auch Schülerinnen und Schüler.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Mordprozess Hasseldelle: Gutachter stufen Angeklagte als voll schuldfähig ein
Mordprozess Hasseldelle: Gutachter stufen Angeklagte als voll schuldfähig ein
Mordprozess Hasseldelle: Gutachter stufen Angeklagte als voll schuldfähig ein
Corona: Inzidenzwert bleibt in Solingen weiterhin unter 50
Corona: Inzidenzwert bleibt in Solingen weiterhin unter 50
Corona: Inzidenzwert bleibt in Solingen weiterhin unter 50
800 Menschen demonstrieren in Solingen für mehr Klimaschutz
800 Menschen demonstrieren in Solingen für mehr Klimaschutz
800 Menschen demonstrieren in Solingen für mehr Klimaschutz
Mordprozess Hasseldelle: Keine Hinweise auf männlichen Täter
Mordprozess Hasseldelle: Keine Hinweise auf männlichen Täter
Mordprozess Hasseldelle: Keine Hinweise auf männlichen Täter

Kommentare