Pandemie

Ärzte kritisieren Priorisierung beim Impfen

Der niedergelassene Chirurg Heinrich Apfelstedt kritisiert die Impf-Einstufung. Foto: Christian Beier
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Der niedergelassene Chirurg Heinrich Apfelstedt kritisiert die Impf-Einstufung.

FDP stellt Anfrage an die Stadt, weil niedergelassene Mediziner bislang nicht bedacht werden

Solingen. Wer darf wann geimpft werden? Angesichts des immer noch knappen Corona-Impfstoffes wird diese Frage derzeit intensiv diskutiert. In Solingen gibt es besonders bei den niedergelassenen Medizinern große Kritik daran, dass diese Berufsgruppe bislang nicht berücksichtigt wird.

„Als niedergelassene Fach- und Hausärzte sind wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern seit Beginn der Corona-Pandemie im Dienste unserer Patientinnen und Patienten ohne Unterbrechung tätig. Zusätzlich zu den Tätigkeiten in den Praxen führen wir Hausbesuche, vor allem auch in Altenheimen, und den kassenärztlichen Notdienst durch“, beschreibt Heinrich Apfelstedt, niedergelassener Chirurg in den Kölner Höfen, die Situation.

Mit gutem Grund seien die niedergelassenen Ärzte als systemrelevant in der Pandemie eingestuft worden. „Deshalb bin ich nun verärgert darüber, dass unsere Berufsgruppe und unsere Mitarbeiter in der aktuellen Priorisierungsliste überhaupt nicht aufgeführt werden, obwohl wir 200 bis 300 Patientenkontakte pro Tag haben.“

Solingen: FDP stellt Anfrage an die Verwaltung

Diese Kritik hat auch die Solinger FDP aufgegriffen. „Wir sind irritiert über die Prioritätensetzung bei den aktuellen Impfungen“, erklärt Nina Brattig, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion. „Uns erreichen zahlreiche Schreiben von Bürgern, die sich darüber wundern, dass kaufmännische und technische Beschäftigte in den Krankenhäusern ohne jeglichen Kontakt zu Patienten jetzt in der ersten Prioritätenstufe geimpft werden, während niedergelassene Ärzte und deren Beschäftigte aktuell leer ausgehen.“

Die Solinger FDP hat dazu eine Anfrage in der Verwaltung gestellt. „Wir wollen wissen, welche Berufsgruppen aktuell und mit welcher Priorität in den Krankenhäusern geimpft werden.“ Die FDP schlägt vor, in Solingen eine andere Gangart anzustreben, „Wir unterstützen die Stadt darin, nicht verimpfte Dosen an Rettungskräfte und ambulante Pflegepersonen abzugeben. Das könnte man auch auf den Kreis der niedergelassenen Ärzte ausweiten.“

Auch Dr. Thomas Fischbach, niedergelassener Kinder- und Jugendarzt und Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), betont: „Ärzte und ihre Mitarbeiter nicht frühzeitig zu impfen, sehe ich auch kritisch, weil wir ja auch im täglichen Kontakt mit infizierten Kindern stehen. Und viele Ärztinnen und Ärzte sind über 60 Jahre alt, teilweise haben sie Risikofaktoren.“

Für diese Woche sei eine neue Impfverordnung des Bundes angekündigt, erklärt Christoph Schneider, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. „Wahrscheinlich werden niedergelassene Ärzte aber in der Priorität 2 bleiben, nur onkologische und Dialysepraxen sollen in der obersten Gruppe 1, die jetzt aktuell geimpft wird, eingeordnet werden.“

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