Aktionswoche

Ärzte beraten zum Thema Impfen

Dr. Stephan Kochen hofft, dass sich in der kommenden Woche möglichst viele Menschen übers Impfen informieren. Foto: Tim Oelbermann
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Dr. Stephan Kochen hofft, dass sich in der kommenden Woche möglichst viele Menschen übers Impfen informieren.

Aktionswoche des Solimed-Netzwerkes startet am Montag. Solinger können sich in neun Praxen kostenlos informieren. Am Mittwoch wird zudem im Gründer- und Technologiezentrum beraten.

Von Anja Kriskofski

Alle zehn Jahre auffrischen müssen Erwachsene den Impfschutz gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) und Diphtherie. „Aber viele sind nachlässig“, sagt Dr. Stephan Kochen, Internist und Vorsitzender des Solinger Ärztenetzwerks Solimed. Denn während bei vielen Kindern durch die turnusmäßigen U-Untersuchungen der Impfschutz gut ist, bietet sich bei Erwachsenen oft ein anderes Bild. Solimed startet deshalb in der kommenden Woche erstmals eine gemeinsame Aktion: Von Montag, 7. Oktober, bis Freitag, 11. Oktober, können die Solinger sich in neun Praxen zu den Öffnungszeiten kostenlos zum Impfen beraten lassen. Zudem gibt es am Mittwoch, 9. Oktober, eine ganztägige Beratung im Gründer- und Technologiezentrum GuT (10 bis 19 Uhr), Grünewalder Straße 29.

DIESE PRAXEN MACHEN MIT 

ADRESSEN Gefäßpraxis Dr. Kochen, Dr. Zenses, Parkstraße 20. Praxis Dr. Lenz, T. Wetzel, Baustr. 27. Hausärztliche Praxis Christian Knaak, Zweibrücker Str. 7. Praxis Dr. Neuschäffer, Zweibrücker Str. 7. Internistische Praxis C. Muzzetto, Dr. von der Fecht, Kärntenerstr. 27. Internistische Praxis Koumoulidou, Kieler Str. 17. Praxis Lyson, Weh, Bergstraße 18-20. Hausärztliche Gesundheitspraxis Dr. Klur, S. Eickenberg, Dr. Khorsun, Ufergarten 22. Gynäkologie am Grünewald Dr. Müller, Dr. Tochtermann Grünewalder Str. 55.

www.solimed.de

„Das Thema ist uns wichtig“, betont Dr. Kochen. „Wir möchten die Menschen erreichen, die im Alltag nicht ans Impfen denken.“ Der Ohligser Gefäßspezialist und seine Kollegen wollen vor allem die Solidarität in den Fokus rücken. „Wenn wir uns in früheren Jahren nicht konsequent hätten impfen lassen, wären die Pocken in Europa nie ausgerottet worden. Das haben wir nur geschafft, weil alle die gesellschaftliche Verpflichtung akzeptiert haben.“ Wer sich impfen lasse, schütze auch seine Mitbürger vor einer Infektion.

Institut empfiehlt eine Reihe von Auffrischungen

Die Ständige Impfkommission beim Robert-Koch-Institut empfiehlt für Erwachsene folgende Impfungen: Auffrischung oder Nachholimpfung Tetanus und Diphtherie sowie Keuchhusten, Nachholimpfung Polio, Impfungen gegen Herpes Zoster, Pneumokokken, Masern und Influenza.

Beispiel Masern, die hochinfektiös sind: Neben den üblichen Empfehlungen einer zweimaligen Impfung bei Kindern werde eine einmalige Impfung für Menschen ab dem Jahrgang 1970 empfohlen, erläutert Kochen: „Wenn diese einen unklaren Impfstatus haben oder nur einmal geimpft wurden.“

Mediziner raten zur Grippeimpfung

Ein weiteres Thema ist der Grippeschutz: Seit vergangener Woche ist der Grippe-Impfstoff für den kommenden Winter verfügbar. Gegen die Influenza sollten sich bestimmte Bevölkerungsgruppen impfen lassen, rät der Mediziner: alle ab 65 Jahren, chronisch Kranke wie Diabetiker, Menschen mit Lungenerkrankungen, Tumorpatienten sowie Menschen, die viel mit anderen in Kontakt kommen wie Pflegekräfte, Erzieher und Lehrer.

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Die Grippe könne schwere Komplikationen wie Lungenentzündung, Schlaganfall und Herzinfarkt nach sich ziehen. Wie gefährlich die Virusinfektion ist, habe der Winter 2017/18 gezeigt. Wegen der Grippewelle mit zahlreichen Todesfällen sei 2018 seit vielen Jahren erstmals die Lebenserwartung in Deutschland um einige Monate zurückgegangen, berichtet Kochen.

Wichtig: den Impfpass mitbringen

In der kommenden Woche soll es nur um die Beratung rund ums Impfen gehen, betont Mark Kuypers, Geschäftsführer von Solimed. „Wir möchten niemandem Patienten wegnehmen.“ Die teilnehmenden Praxen sowie die Mediziner, die im GuT bereit stehen, überprüfen den Impfschutz und geben den Patienten einen Zettel mit Empfehlungen für den Hausarzt mit. „Deshalb ist es wichtig, den Impfpass mitzubringen.“ Die Spritze selbst bekommt man dann beim Hausarzt.

impfen-info.de

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