Baustelle

Abriss der Rasspe-Hallen beginnt am Montag

Die Hallen der ehemaligen Rasspe-Produktionsstätte für landwirtschaftliche Maschinen stehen auf einem sechs Hektar großen Areal. Die Gebäude werden fast alle abgerissen. Stehen bleiben vor die Häuser mit der markanten roten Fassade an der Straße Stöcken. Foto: Christian Beier
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Die Hallen der ehemaligen Rasspe-Produktionsstätte für landwirtschaftliche Maschinen stehen auf einem sechs Hektar großen Areal. Die Gebäude werden fast alle abgerissen. Stehen bleiben die Häuser mit der markanten roten Fassade an der Straße Stöcken.

Gebäude und Boden enthalten giftige Stoffe. Die Sanierung der Fläche soll neun Monate dauern.

  • Für die Abbrucharbeiten ist ein Zeitraum von neun Monate vorgesehen.
  • An einigen Stellen ist der Boden mit giftigen Stoffen belastet.
  • Anwohner sollen vor Lärm und Staub geschützt werden.

Von Andreas Tews

Solingen. Mitte Rund 7000 Tonnen Bauschutt, 2000 Tonnen Bodenaushub und andere Altlasten werden bei der Sanierung des ehemaligen Rasspe-Geländes anfallen. Der mit der Aufbereitung des Bodens beauftragte Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) kündigte am Dienstag an, dass mit dem Abbruch der alten Werkshallen am Montag, 6. April, begonnen wird. Besonders viel Boden muss demnach im Bereich der alten Gießerei, an der ehemaligen Trafostation und an alten Tanks ausgehoben werden. Für den Abbruch und die Bodensanierung sind in den Ablaufplänen neun Monate vorgesehen.

Auf dem rund sechs Hektar großen Gelände will die städtische Wirtschaftsförderung ein Gewerbegebiet mit innovativen Betrieben verwirklichen. Der Bau neuer Gebäude ist frühestens ab 2022 vorgesehen. Zuvor muss das gesamte Gelände von Altlasten befreit und umgestaltet werden. Für die Altlastensanierung ist der AAV zuständig. Dies ist ein NRW-weiter Verband, dem das Land, die Kommunen und Wirtschaftsunternehmen angehören. Er übernimmt die vollen Kosten der Altlastensanierung auf dem Rasspe-Gelände.

Der Rückbau umfasst nach Angaben des AAV das Einsammeln der in den Gebäuden verteilten Abfälle, die Entrümpelung, die Schadstoffsanierung (vorhanden ist unter anderem Asbest) und den Abriss der Gebäude – mit Ausnahme der denkmalgeschützten Häuser an der Straße Stöcken und einiger Bauten, die von einer Nachbarfirma genutzt werden.

Rasspe-Gelände: Im Boden sind Rückstände von Öl und Kohlenwasserstoffen

An diversen Stellen muss Boden abgetragen werden, weil er mit giftigen Stoffen belastet ist. An der Gießerei, der Trafostation und den Tanks wird er laut AAV bis zu einer Tiefe von drei bis vier Metern ausgetauscht. Dort haben die Proben ergeben, dass im Untergrund Rückstände von Mineralöl und Kohlenwasserstoffen seien. An anderen Stellen muss zudem ausgeschlossen werden, dass sich dort Weltkriegsbomben verbergen.

Den unbelasteten Teil des Bauschutts will der AAV vor Ort in einer Aufbereitungsanlage brechen lassen. Anschließend wird er zum Verfüllen der Baugruben verwendet. Im Anschluss an die Sanierung wird das Gelände so begradigt, dass möglichst ebene Grundstücke für die künftigen Betriebe entstehen.

Der Flächenrecyclingverband rechnet damit, dass in den kommenden neun Monaten etwa 360 Lastwagenfuhren Material von dem Gelände abgefahren werden müssen. Die Zufahrt zu dem Gelände soll während der Bauzeit über die Straße Stöcken, die Abfahrt über die Peter-Rasspe-Straße erfolgen. Nach den aktuellen Plänen soll auf der Baustelle nur montags bis freitags zwischen 7 und 20 Uhr gearbeitet werden.

Besonderen Wert wolle man auf den Schutz der Mitarbeiter und der Anwohner legen, versichert der in Hattingen ansässige Verband. Bei den Arbeiten sollen möglichst wenig Lärm, Erschütterungen und Staub entstehen. Entsprechend habe der AAV die beauftragten Firmen angewiesen.

Zwischengelagertes Material sollen die Mitarbeiter der Spezialfirmen mit Folien abdecken. Wenn es freigelegt wird, soll es bewässert werden, damit möglichst wenig Staub entsteht. Lastwagen sollen das Gelände nur mit Abdeckung verlassen. Ihre Reifen werden vor dem Verlassen der Baustelle gereinigt.

Rasspe-Gelände: Der lange Schornstein wird mit einem Spezialbagger abgetragen

Als besondere Herausforderung wird der Abbau des Schornsteins geschildert. Dabei soll eine Sprengung vermieden werden. Geplant ist derzeit, den Kamin mit einem besonders langarmigen Spezialbagger („Longfront-Bagger“) abzutragen.

Die Wirtschaftsförderer Frank Balkenhol und Michael Schwebel zu dem Gewerbegebiet: Auf dem Rasspe-Areal wird nicht vor 2022 gebaut.

Bereits vor einem Jahr lud die Stadtverwaltung zu einer Bürgerversammlung zur zukünftigen Nutzung des ehemaligen Rasspe-Geländes ein. 

Anwohner befürchten zusätzlichen Autoverkehr.

Das Gelände in Stöcken ist ein beliebter Drehort für Film- und Fernsehproduktionen.

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