Haus Müngsten

75 Jahre in der Gewerkschaft: Verdi ehrt Mitglieder

Angela Steinhaus von Verdi zeichnete unter anderem Hans Schmitz für 65 Jahre Mitgliedschaft aus. Der 96-Jährige arbeitete unter anderem 30 Jahre beim Solinger Tageblatt.
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Angela Steinhaus von Verdi zeichnete unter anderem Hans Schmitz für 65 Jahre Mitgliedschaft aus. Der 96-Jährige arbeitete unter anderem 30 Jahre beim Solinger Tageblatt.

Gewerkschaft Verdi zeichnet 280 langjährige Mitglieder aus – einige sind vor 75 Jahren beigetreten.

Von Peter Klohs

Solingen. Bernd Wehen ist sich sicher: In die Gewerkschaft würde er immer wieder eintreten. „Rechte Fahnenschwenker haben wir mehr als genug“, sagt der 79-Jährige überzeugt, „linke nicht“. Wehen, in Lörrach an der Schweizer Grenze geboren, lebt seit 1966 in der Klingenstadt und war zunächst in einer Gießerei, später in der Verwaltung des Städtischen Klinikums beschäftigt. Am 1. April 1957 trat er in die IG Metall ein. Heute, 65 Jahre später, ist er immer noch Mitglied. Zwar bei Verdi, doch Anlass genug für die Gewerkschaft, ihn wie viele andere im Haus Müngsten für langjährige Mitgliedschaft zu ehren.

Gewerkschaft sieht Geschichte jedes Einzelnen

Ab dem 25. Mitgliedsjahr dürfen sich Mitglieder zum Kreis der Jubilare zählen. Dass sich in diesem Jahr unter vielen Jubilaren auch drei befinden, die vor 75 Jahren in die Gewerkschaft eintraten, ist alles andere als alltäglich. Die Solinger und Remscheider Ortsvereinsvorsitzende des Verdi-Bezirks Düssel-Rhein-Wupper, Claudia Lemmer und Angela Steinhaus, zeichnen an diesem Nachmittag knapp 70 von mehr als 280 diesjährigen Jubilaren aus. „Nicht nur unsere Geschichte ist wichtig, sondern die eines jeden Einzelnen von euch“, macht die stellvertretende Geschäftsführerin Silke Iffländer den Anlass des besonderen Treffens deutlich. Und Geschäftsführerin Stephanie Peifer ergänzt: „Es ist immer wieder ergreifend, auf Menschen zu treffen, die sich trotz oft widriger Umstände für soziale Veränderungen einsetzen. Sie haben Mut gezeigt, und den brauchen wir auch weiterhin.“

Ähnlich äußert sich auch Solingens Oberbürgermeister, der vor seiner Reise in die USA zur Jubilarehrung dazustößt. Voller Leidenschaft weist er trotz aller vorhandenen Probleme darauf hin, dass in der Welt und auch im Bergischen noch immer sehr viel Positives geschehe. „Dass unser Land funktioniert, liegt daran, dass sich Menschen für Menschen einsetzen“, macht er in seinem Plädoyer für das Ehrenamt und für Solidarität deutlich. „Es ist sehr viel Energie in unserer Gesellschaft“, schließt er seine Rede.

Viel Energie, aber auch viel Veränderung. Das ist das, was Eva-Maria Kohl wie viele andere Gewerkschaftsmitglieder bemerkt. „Mein Vater war schon in der Gewerkschaft“, betont Kohl, die selbst schon seit 40 Jahren bei Verdi ist. „Die Gewerkschaft ist ein Spiegelbild der Welt“, sagt sie. „Das Persönliche wie das gemeinsame Biertrinken nach Feierabend, das gibt es nicht mehr. Es ist, wie überall in der Gesellschaft, distanzierter geworden. Aber damit müssen wir leben.“

Ein Problem, das auch Geschäftsführerin Stephanie Pfeifer kennt. „Und wir brauchen dringend Nachwuchs, sonst sind wir eines Tages nicht mehr handlungsfähig“, sagt sie. Doch an diesem Tag geht es mal ausnahmsweise nicht um die Zukunft, sondern um das langjährige Engagement. Und so endet die Feier mit einem großen Grillen, gemütlichem Beisammensein und vielen privaten und gewerkschaftlichen Gesprächen.

Die meisten Jubilare sind seit 40 Jahren dabei

In diesem Jahr stehen insgesamt 280 Jubilarinnen und Jubilare auf der langen Liste zu ehrender Solinger und Remscheider Mitglieder der Gewerkschaft Verdi. Die meisten, mehr als 100, wurden für die 40-jährige Mitgliedschaft geehrt, immerhin noch knapp 20 für 65 Jahre Gewerkschaftszugehörigkeit. Fünf Jubilare sind 70 Jahre bei Verdi und somit 1952 eingetreten. Für die 75-jährige Mitgliedschaft werden Konrad Dziendziol, Ingeborg Friebe sowie Günter Pelludat ausgezeichnet.

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