Kultur in Solingen

60-Plus-Künstler zeigen Vielfalt mit 129 Werken

Künstler und Besucher der Vernissage genossen es bei der Ausstellung „Kunstgenuss 60 plus“ sichtlich, dass sie sich vor Ort treffen und nicht nur über die Werke austauschen konnten. Foto Andreas Horn
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Künstler und Besucher der Vernissage genossen es bei der Ausstellung „Kunstgenuss 60 plus“ sichtlich, dass sie sich vor Ort treffen und nicht nur über die Werke austauschen konnten.

67 Senioren stellen im Theater und Konzerthaus aus.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Wie oft am Sonntagmorgen die Erleichterung betont wurde, dass die Vernissage trotz der Corona-Pandemie mit den aktuell hohen Krankheitsständen stattfinden konnte, ließ sich am Ende gar nicht mehr zählen. Jeder und jede der für die Ausstellung „Kunstgenuss 60 plus“ verantwortlich war, gab diesem Empfinden in seinen Begrüßungsworten auf der Bühne im Pina-Bausch-Saal des Theaters Ausdruck, und auch jeder der anwesenden Künstler sowie das (wenige) externe Publikum, genoss die Präsenz-Veranstaltung mit Begegnung, Gespräch und Austausch.

Nachdem im vergangenen Jahr der „harte Lockdown“ eine Absage der traditionellen „Bühne“ für kreative Maler aus Solingen und Wuppertal mit über 60 Lebensjahren nötig gemacht hatte, zeigten die Veranstalter nun erneut eine große Vielfalt unterschiedlicher Arbeiten im Foyer vor dem Pina-Bausch-Saal.

Wolfhard Welzel etwa präsentierte zwei Studien zu Schaufensterpuppen, die er auf der Grundlage zuvor angefertigter Fotoaufnahmen gestaltet hatte. Der pensionierte Grafikfachmann beschäftigt sich nach Ausflügen ins Literarische und intensivem Fotografieren nun verstärkt mit Pinsel und Leinwand. Er habe sich inzwischen einem Malkurs angeschlossen, erzählt der Mittsiebziger, um sein Talent optimal zu schulen.

Gudrun Hußleins „Blattwerk“ fesselt auf andere Art und schickt den Betrachter auf eine Fantasiereise: Fallend scheint sich das Herbstlaub auf ihrem Bild in Muscheln zu verwandeln, die auf einen Fantasie-Meeresboden sinken. In die typischen Herbstfarben vor grauem nebeligen Hintergrund mischt sich maritimes Blau. Ein überdimensionales Katzengesicht auf der anderen Seite des Foyers besticht durch überraschend stahlblaue Augen, die dem Werk seinen Namen gibt: „Blue Eyes“.

Alle Arbeiten durften, nach den Regeln der Veranstaltung, nicht älter als zwei Jahre sein: „Folglich spiegeln die Bilder wider, mit welch unterschiedlichen Themen sich die Künstler während der Pandemie beschäftigt haben“, sagte Dr. Vera Francke, beim Kulturmanagement zuständig für „Kunstgenuss 60 plus“. Manche schickten ihre Träume vor, manche brachten Erinnerungen an Reisen auf die Leinwand, andere Gesellschaftskritisches. Wieder andere verarbeiten Impressionen. So zum Beispiel E.-Ulrich Walter, der mit „My Song“ eine Frau in seinem Bild eingefangen hat, die weltvergessen mit Kopfhörern in eine andere Welt abgetaucht zu sein scheint.

Seit das ursprünglich in der Bergischen VHS entwickelte Format, seinen Namen von „Senioren malen“ zu „Kunstgenuss 60 plus“ verändert und zudem ein Netzwerk aus Seniorenbüro der Stadt, Kulturmanagement und Timm Kronenberg mit seinem „City Art Project“ die Organisation des Ganzen übernommen hat, habe die Veranstaltung enorm und buchstäblich an Farbe, Vielfalt und faszinierendem künstlerischen Niveau gewonnen, führte Bürgermeister Thilo Schnor (Grüne) in seiner Ansprache aus. „Qualität und Kreativität der eingereichten Werke sind schlichtweg der Hammer“, sagte auch Timm Kronenberg, der durch sein Netzwerk im Kunstsektor die Musiker der Vernissage „besorgt“ hatte: Das Duo „So I said Rock“ lieferte einfühlsame Vokal- und Gitarren-Klänge. Gecoverte Songs von Leonard Cohen oder Pink kamen gut an.

Konzept und Zeiten

Termin: „Kunstgenuss 60 plus“ dauert bis zum 14. Februar und ist während der Kulturveranstaltungen im Theater zu sehen sowie zusätzlich dienstags und donnerstags von 14 bis 17 sowie mittwochs von 9 bis 12 Uhr. Der Zugang erfolgt dann über den Bühneneingang.

Auswahl: Da die Wiege der Veranstaltung bei der Bergischen VHS stand, sind als Teilnehmer kreative Senioren aus Solingen und Wuppertal angesprochen: Sie müssen das 60. Lebensjahr erreicht haben und dürfen drei Arbeiten einreichen, von denen bis zu zwei von einer Jury für die Ausstellung ausgewählt werden.

Regeln: Im Theater und Konzerthaus gilt die 2G-Plus-Regel. Besucher müssen vollständig geimpft oder genesen sein und zusätzlich einen negativen Corona-Test nachweisen.

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