Krankenhaus

47 Jahre lang war die Pflege sein Leben

Zur Verabschiedung von Mechthild und Dieter Ohmstedt waren auch die drei Töchter (v. l.) Christina, Julia und Linda gekommen, ebenfalls dem Klinikum beruflich verbunden.
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Zur Verabschiedung von Mechthild und Dieter Ohmstedt waren auch die drei Töchter (v. l.) Christina, Julia und Linda gekommen, ebenfalls dem Klinikum beruflich verbunden.

Der Pflegedirektor des Klinikums, Dieter Ohmstedt, wurde verabschiedet - gemeinsam mit seiner Frau Mechthild.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. In der Personalcafeteria, in der am Freitagnachmittag die Verabschiedungsfeier für Dieter Ohmstedt stattfand, hatte der Pflegedirektor des Klinikums Solingen vor 46 Jahren seine Frau zum ersten Mal gesehen. Beide machten damals eine Kinderkrankenpfleger-Ausbildung. Seitdem sind sie ein Paar – und dem Klinikum treu verbunden. Dieter Ohmstedt ging am Freitag nach 47 Jahren in den Ruhestand, seine Frau Mechthild nach 46 Jahren.

Mit seinen 47 Jahren Dienstzeit in der Pflege, davon 14 Jahre in leitender Funktion in der Klinikum-Geschäftsleitung, hat der 64-Jährige den Wandel in der Pflege miterlebt: Als Dieter Ohmstedt anfing, wurden noch Mullbinden aufgewickelt und Handschuhe gereinigt und gepudert. Und zu Beginn seiner Ausbildung 1975 am Städtischen Krankenhaus, wie das Klinikum damals noch hieß, war er als angehender Kinderkrankenpfleger einer der ersten männlichen Auszubildenden.

Seinen Beruf hat er immer geliebt – und das auch an seine Familie weitergegeben. Seine Frau Mechthild Ohmstedt (64) war 46 Jahre lang auf der Neugeborenenstation tätig. Und auch die drei Töchter traten in die Fußstapfen der Eltern und machten ihre Ausbildung und ihre berufliche Karriere im Klinikum Solingen.

Tochter Christina Frömelt ist stellvertretende Stationsleiterin der Gefäß- und Allgemeinchirurgie, Julia Ohmstedt Arzthelferin im Klinikum und Linda Plum Intensivkinderkrankenschwester, die jetzt in die Pflege-Ausbildung wechselt.

„Privat haben wir da natürlich, so gut es geht, versucht, das Thema zu vermeiden“, erzählt Ohmstedt lachend. Es sei aber beispielsweise immer eine Herausforderung gewesen, Familienfeiern oder Weihnachten zu planen mit fünf Familienmitgliedern, die im Schichtdienst tätig waren. „Für uns war das Klinikum aber immer mehr als ein Arbeitsplatz – das war und ist unser Leben“, so Dieter Ohmstedt.

Große Aufgabe: Suche nach qualifizierten Mitarbeitern

Große Herausforderungen hatte er auch als Pflegedirektor. Gerade in den letzten Jahren sei die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern und die Anwerbung von Pflegekräften aus dem Ausland ein großes Thema gewesen, erzählt er. „Diesen Druck werde ich nicht vermissen. Die Arbeit und die Kollegen aber schon.“

Und auch Mechthild Ohmstedt weiß, was sie ab Montag vermissen wird, wenn sie nicht mehr um 5.30 Uhr aufstehen muss, um zum Frühdienst zu gehen. „Mir werden die Babys auf der Neugeborenenstation fehlen“, ist sich die Kinderkrankenschwester sicher.

Selbstverständlich wurden auch die fünf Enkelkinder der Ohmstedts – vier Jungen und ein Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahren – alle im Klinikum geboren. „Und ich als Oma habe sie als Neugeborene alle betreut“, erzählt Mechthild Ohmstedt stolz.

Mehr Zeit für die Enkel zu haben, auch darauf freut sich das Ehepaar jetzt im Ruhestand, ebenso wie Zeit für den großen Garten und das Fahrradfahren. Und Dieter Ohmstedt wird weiter Gitarre spielen in seiner Band „Quicksand“, die auch bei der Verabschiedung auftrat. Auch dort hat er Familie um sich. Bruder Markus spielt Bass, Bruder Udo ist Sänger.

Neue Pflegedirektorin: Heike Zinn

Als Nachfolgerin wird Heike Zinn neue Pflegedirektorin. „Da mussten wir keine Minute überlegen, Frau Zinn war für uns gesetzt“, betont Dr. Martin Eversmeyer, Vorsitzender der Klinikum-Geschäftsleitung, in seiner Rede. Heike Zinn ist seit 1992 im Klinikum tätig. Seit 2010 hat sie mit Dieter Ohmstedt in der Pflegedienstleitung gearbeitet, seit 2013 als stellvertretende Pflegedirektorin.

Lesen Sie auch: Auf der Multiple-Sklerose-Station wird viel gelacht

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