Geständnis in Gerichtsverhandlung

47-Jähriger gesteht vor Gericht Raubmord von Schnittert

Das Landgericht in Wuppertal.
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Der Angeklagte im Raubmord von Schnittert legte ein volles Geständnis vor dem Landgericht ab..

Der Angeklagte nahm seine frühere Aussage zurück, dass zwei andere Männer die Seniorin angegriffen hätten. Er sei alleiniger Täter.

Von Dirk Lotze

Solingen. Im Prozess um den Raubmord in Solingen Schnittert vom Februar 2020 hat der 47 Jahre alte Angeklagte am Mittwochmorgen ein volles Geständnis abgelegt. Er sei alleiniger Täter, anders als er es zuvor dargestellt hatte. Vor den Richtern im Landgericht Wuppertal und den Angehörigen des Opfers sagte der Mann: „Ich habe mehrfach zugeschlagen.“

Der vorbestrafte Angeklagte bestätigte, an dem Tag Geld für Kokain benötigt zu haben, und sagte aus: „Ich bin durch Solingen gelaufen und habe geguckt, wo ich einbrechen kann.“ Das spätere Mordwerkzeug, einen schweren Stein, habe er von einer Baustelle mitgenommen und in einer Tüte verpackt, um damit eine Scheibe einschlagen zu können. Auf das Einfamilienhaus der alleinlebenden Seniorin sei er gekommen, weil die Tür angelehnt gestanden habe – wohl weil die Frau im Garten war. Beim Suchen nach Beute habe er sie zurückkehren gehört. Er habe sie zum ersten Mal gesehen, als sie vor der Eingangstür stand. Der Mann sagte: „Ich wollte nur raus.“

Solingen: Angeklagter gibt zu, Raubmord in Schnittert alleine verübt zu haben

Die Getötete wurde am selben Tag von ihrem Sohn gefunden. Der war zu einem Routinebesuch vorbeigekommen. Der Angeklagte hatte früher angegeben, die Frau sei von zwei anderen Männern im Haus angegriffen worden, während er nur vor dem Gebäude aufgepasst habe. Sie wären zu dritt zum Stehlen gekommen. Der Angeklagte sagt nun allerdings, diese Version stimme nicht.

Raubmord in Schnittert: Mann schlug noch auf die Seniorin ein, als sie am Boden lag

Das Geständnis erfolgte am neunten Verhandlungstag. Es führte zu intensiven Nachfragen des Gerichts an den Mann. Er beschrieb seinen Weg in die Hofschaft und die Plastiktüte, in der er den schweren Stein transportiert habe. Nach dem tödlichen Angriff habe er noch zwei weitere Räume des Hauses durchsucht. Er bestätigte, sogar noch auf die Seniorin eingeschlagen zu haben, als sie schon niedergesunken war. Der vorsitzende Richter fragte: „Haben Sie mal daran gedacht, Rettungsbemühungen einzuleiten?“ Der 47-Jährige schwieg lange, bevor er leise antwortete: „Natürlich habe ich viel daran gedacht.“ Während der Aussage des Mannes brach eine Angehörige des Opfers in Schluchzen aus. Ein Familienmitglied begleitete sie vorübergehend aus dem Saal.

Der Angeklagte sagte, er sei geschockt über sich selbst gewesen. Er habe Schmuck der Seniorin in Wuppertal verkauft, Drogen konsumiert. Wenige Tage später sei er wieder zum Stehlen in ein Wohnhaus eingedrungen: Eine Tür habe angelehnt gestanden. Kurz darauf wurde er festgenommen.

Einem Gerichtspsychiater soll der 47-Jährige gesagt haben, beim „Abrutschen mit Drogen“ denke er nur noch an seine Bedürfnisse. Laut ärztlichem Gutachten war der Mann trotz seiner Suchtkrankheit schuldfähig aus medizinischer Sicht. Das ergebe sich schon, wenn ein Täter in der Lage sei, Beute in einem Laden verkaufen zu können. Beim Angeklagten bestehe die Gefahr, dass er unter Drogen weitere, folgenschwere Taten begeht.

Das Gericht will am Donnerstag weiter verhandeln.

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