Gerd-Kaimer-Stiftung

45 Künstler spenden für Betroffene

Beteiligen sich gemeinsam mit weiteren Künstlern an der Spendenaktion für Hochwasser-Geschädigte (v.l.): Inge Salb, Peter Wischnewski, Fia Biba, Elke Jakobs, Timm Kronenberg, Sigrid Pickenhain und Renate Tombrock.
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Beteiligen sich gemeinsam mit weiteren Künstlern an der Spendenaktion für Hochwasser-Geschädigte (v.l.): Inge Salb, Peter Wischnewski, Fia Biba, Elke Jakobs, Timm Kronenberg, Sigrid Pickenhain und Renate Tombrock.

Die Einnahmen gespendeter Werke gehen an die Gerd-Kaimer-Stiftung.

Von Karl-Rainer Broch

Solingen. Die Hochwasserhilfe der Solinger Künstler für Flutopfer in der Klingenstadt ist am Samstag gestartet. In den 13 Ladenlokalen der Clemens-Galerien, die das Management dem City-Art-Project zur Verfügung gestellt hat, spendeten 45 Künstlerinnen und Künstler aus Solingen 120 Bilder, Fotografien und Skulpturen, die bis Mitte August für den halben Preis erworben werden können. Der Erlös der Aktion geht ohne Abzüge an die Gerd-Kaimer-Stiftung, die Spenden für Solinger Hochwasseropfer sammelt.

Organisator Timm Kronenberg war über die Resonanz am ersten Samstag erfreut: „Es wurden Werke für 1360 Euro verkauft – und wir haben für die nächsten drei Samstage immer noch mehr als 100 Bilder im Angebot.“ Die Galerien haben für die Aktion noch am Samstag, 31. Juli, sowie am 7. und 14. August, jeweils von 11 bis 14 Uhr geöffnet. Kunstinteressierte können zu Preisen von 20 bis über 1000 Euro Kunstwerke erwerben, die gespendeten Werke sind mit einem Kärtchen „Hochwasserhilfe“ gekennzeichnet. Auch andere Exponate können gekauft werden.

Dackel-Skulpturen, Kohleporträts und teure Bilder für Hochwasseropfer

Timm Kronenberg hatte ursprünglich mit der Teilnahme von knapp einem Dutzend Kunstschaffenden gerechnet, aber: „Alle sind tief betroffen und wollen etwas beitragen, um die Not zu lindern.“ Die Idee kam von Elke Jakobs: „Da müssen wir Künstler etwas machen“, befand sie.

Das Spektrum der Spenden beginnt bei 20 Euro. Fia Biba, vor drei Jahren nach Solingen gezogen, hat Collagen angefertigt, die sie auf alten Solinger Stadtkarten aus den 1920er Jahren gemalt hat: „Ich wollte mich damit meinem neuen Wohnort annähern.“ Sigrid Pickenhain hat die originelle Skulptur „Reiseschwein“ gespendet, Melanie Thomas hat Kohleporträts beigesteuert. Peter Wischnewski hat sich von einem mit 1000 Euro bewerteten, großen Bild getrennt: „Das ist jetzt für 500 Euro zu haben.“ Stefan Seeger stellt einige seiner Dackel-Skulpturen zur Verfügung.

Alle sind tief betroffen und wollen etwas beitragen, um die Not zu lindern.

Timm Kronenberg, City-Art-Project

Besucherin Susan Ciaramitaro ist von der Hochwasser-Aktion so begeistert, dass sie ein Porträt von Joseph Beuys, gefertigt von Beuys-Schüler Oliver Jordan, als Hilfe anbieten will. Timm Kronenberg überlegt, inwieweit man in einem weiteren Ladenlokal solche Angebote von Kunstfreunden ebenfalls präsentieren könnte. Der jüngste Teilnehmer ist der 18-jährige David Cira, der am Samstag bei einer Vernissage seine „Perspektiven“ für vier Wochen als Gastaussteller eröffnete.

Surrealist Lothar Ruthmann hat die Hochwasserhilfe zum Anlass genommen, seine Galerie nach umfassender Renovierung wieder zu öffnen. Sängerin Teneja lockte am Samstagmittag viele Interessenten an, die bei dem Rundgang durch Ruthmanns surreale Welt zwei Abenteurer begleiteten, die surreale Tiere mitgebracht hatten. Lothar Ruthmann zeigt dabei auch seine Anfänge: „In meinem ersten Atelier habe ich mit fünf Farben und drei Pinseln begonnen.“ Er hat am Eingang eine Spendenbox aufgebaut, in die man auch Geld für die Flutopfer stecken kann.

City-Art-Project

Projekt: Seit vier Jahren hat „City-Art“ den Standort in leerstehenden Ladenlokalen der Clemens-Galerien. Organisator Timm Kronenberg spricht Künstlerinnen und Künstler aus Solingen und Umgebung an, ihre Werke dort auszustellen und sie vorrangig an Samstagen dem Publikum zu zeigen. Mit Aktionen und viel Musik sollen die Solinger für Kunst begeistert werden. Die Zahl der geöffneten Ladenlokale schwankt, zurzeit sind es 13.

Spenden: Spenden für Solinger Hochwasser-Opfer sammelt die Gerd-Kaimer-Bürgerstiftung. Konto: Iban DE97 3425 0000 0001 6633 84, Stichwort: „Hochwasser-Hilfe Solingen“. Die rechtlich selbstständige Stiftung wurde von der Stadt gegründet, auch mit Mitteln aus dem Nachlass des Alt-Oberbürgermeisters Gerd Kaimer.

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