Walder Kotten

300 Aufnahmen zeigen historisches Ittertal

Mehr als 300 Aufnahmen des historischen und aktuellen Ittertals präsentierte Werner Rühlke im Walder Kotten. Fotos:
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Mehr als 300 Aufnahmen des historischen und aktuellen Ittertals präsentierte Werner Rühlke im Walder Kotten.

Die Folgen des Hochwassers beschäftigen die Verantwortlichen von Freibad und Freizeitpark.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Am Wochenende drehte sich im Walder Kotten alles um das Motto „Ittertal – früher und heute“. Wie brisant dieser Gegensatz angesichts der Flutnacht Mitte Juli mit ihren verheerenden Auswirkungen werden würde, hatte der Walder Bürgerverein als Gastgeber der Veranstaltung zu Beginn der Planung nicht ahnen können.

Den beschaulichen Ansichten des Märchenwaldes oder des „Strandbades“ zu Beginn oder Mitte des vergangenen Jahrhunderts standen aktuelle Aufnahmen von Verwüstung und Zerstörung gegenüber. Schlamm statt Liegewiesen auf dem Gelände des Freibades zum Beispiel oder die Besorgnis, ob die Bayernhalle des Freizeitparks möglicherweise durch die Wassermassen ihre Standfestigkeit verloren hat.

„Damals war das Ittertal ein wahres Mekka für Ausflügler.“

Wolfgang Müller, Vorsitzender des Walder Bürgervereins

„Vor vier Wochen hätte ich nicht geglaubt, dass wir in so schneller Zeit überhaupt an eine Wintersaison mit Eislaufen denken können, so bedrückend wie das Gelände aussah, als das Wasser abgeflossen war“, zeigte sich Hartmut Lemmer, Vorsitzender des Fördervereins Ittertal, trotz allem optimistisch. Im kommenden Jahr soll auch der Badebetrieb wieder starten. Immerhin seien die Beachvolleyballplätze wieder hergerichtet und auch schon wieder in Benutzung. „Jetzt geht es darum, Geld zu rekrutieren, um sanieren zu können, sei es über Spenden oder dafür abrufbare Fördertöpfe von Bund und Land.“

Auch bei Michael Willemse vom Verein Die Itterthaler, der den brachliegenden, historischen Freizeitpark mit Märchenwald eigentlich in Kürze wieder für Publikum öffnen wollten, schien der erste Schock überwunden und die Gedanken nach vorne gerichtet. „Wir sind immer noch dabei, das Ausmaß der Zerstörung zu erfassen, um damit eine seriöse Grundlage für die nachfolgenden Schritte zu haben“, sagte er. Dass durch die Flut die ganze bisher in den Park gesteckte Arbeit und viel Geld „ertrunken“ seien, sei natürlich bitter. „Wenigstens hat der Märchenwald im Hang nichts abbekommen und wir haben auch keine Schäden durch Erdrutsche oder dergleichen.“ Auch sein Job ist es nun, Sponsoren zu finden und Fördermöglichkeiten auszuloten.

Dieses Motiv vom Ittertaler Schlossgarten stammt aus dem Jahr 1913.

Die Gäste des Abends waren aber nicht nur gekommen, um sich über den aktuellen Stand im Ittertal zu informieren, sondern hatten sich auf die umfangreiche Postkarten-Ausstellung von Werner Rühlke gefreut. Zurecht, denn die rund 300 Aufnahmen, meist in Schwarz-Weiß, mitunter auch koloriert, anzuschauen, machte viel Spaß. Viele ältere Walder schwelgten bei den Ansichten in Erinnerung an Sonntagsausflüge mit ihrer Familie oder später mit der ersten Liebe, zum Beispiel ins Café Aurelia oder in den Ittertaler Schlossgarten. „Damals war das Ittertal ein wahres Mekka für Ausflügler, die spazieren gehen und anschließend in netter Restauration einkehren wollten“, berichtete Wolfgang Müller, der Vorsitzende des Walder Bürgervereins. „Aber auch ich als alter Walder kenne nicht mehr alle hier gezeigten Ansichten.“ Von all dem sei leider nur noch die Heidberger Mühle mit ihrem kleinen Teich übrig geblieben.

Für Postkartensammler Werner Rühlke ist es seit 2018 die zweite Ausstellung im Walder Kotten. Damals hatte er Einblicke in das historische Wald gegeben und ebenfalls viel positive Resonanz erhalten. Bei gegrillten Würstchen auf dem Dürpel des Kottens kam es am Freitagabend schließlich zu ein regem Austausch über das alte und aktuelle Ittertal.

Kalender

Am Wochenende wurden die drei Preisträger des diesjährigen Fotowettbewerbs zum Walder Kalender bekanntgegeben. Mit einer Ansicht der Henriettenstraße landete Ulrike Baumgartner auf dem ersten Platz, gefolgt von Frederik Dibbert und Peter Nieswand.

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