Corona-Pandemie

Sauna, Fitness- und Sonnenstudio: 2G-plus-Regel schreckt viele Kunden ab

Brigitte Heinz hat in ihrem Sonnenstudio an der Bergstraße seit Einführung der 2G-plus-Regel deutlich weniger zu tun. Foto: Michael Schütz
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Brigitte Heinz hat in ihrem Sonnenstudio an der Bergstraße seit Einführung der 2G-plus-Regel deutlich weniger zu tun.

Geimpfte und Genesene müssen in Fitness- und Sonnenstudios sowie Saunen einen negativen Test nachweisen.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Normalerweise ist der Jahreswechsel eine umsatzstarke Zeit im AYK Sonnenstudio an der Bergstraße. Bis zu 100 Kunden pro Tag konnte Inhaberin Brigitte Heinz in den Vorjahren rund um Silvester begrüßen. 2021/2022 waren es 40, an manchen Tagen weniger. Die 2G-plus-Regel hat der Solingerin das Geschäft verhagelt. „Das ist definitiv existenzbedrohend“, findet Heinz deutliche Worte.

Seit dem 28. Dezember genügt es in Nordrhein-Westfalen für bestimmte Angebote nicht mehr, geimpft oder genesen zu sein. Stattdessen ist es notwendig, zusätzlich einen aktuellen negativen Corona-Schnell- oder PCR-Test nachzuweisen. Diese Vorgabe gilt unter anderem für Fitness- und Sonnenstudios sowie Saunabetriebe (siehe unten).

Das ist fast schlimmer als ein Lockdown.

Brigitte Heinz, Sonnenstudio-Betreiberin

Sonnenstudio: Nachfrage ist seit der 2G-Plus-Regelung eingebrochen

Brigitte Heinz hat dafür nur bedingt Verständnis. Schließlich liegen ihre Kunden alleine auf der Sonnenbank, die Kabine werde im Anschluss gereinigt. Das müssen die acht Angestellten derzeit seltener machen als gewohnt. Denn während die Nachfrage unter 2G-Bedingungen noch zufriedenstellend war, sei sie seit Ende Dezember eingebrochen. Zudem stellt Heinz große Verunsicherung bei den Kunden fest: Für welche Dienstleistungen braucht es neben der Impfung einen Test? Wie lange ist das Ergebnis gültig?

„Das ist fast schlimmer als ein Lockdown“, erklärt die Solingerin. Denn die Kosten für Personal und Energie muss sie tragen – ob an einem Abend 20 oder drei Kunden kommen.

Sauna: Nachfrage ist noch immer nicht auf Vor-Corona-Niveau

Vor einem ähnlichen Problem steht Stefanie Ising. Ihre Aquarena-Sauna an der Focher Straße läuft derzeit unter Volllast, obwohl sie nur ein Drittel der gewohnten Besucher verzeichnet. Die 2G-plus-Regel verringere zwar die Ansteckungsgefahr, was Ising befürwortet. „Viele sehen es aber nicht ein, sich nach drei Impfungen zusätzlich testen zu lassen“, schildert sie die Rückmeldung ihrer Kunden. Das treffe den Betrieb doppelt hart, da die Nachfrage seit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 das Vor-Corona-Niveau ohnehin noch nicht erreicht hatte. „Rücklagen können wir nicht bilden.“

Fitnessstudio: Online- und Outdoor-Kurse statt regelmäßigem Test

Für Patrizia Mandes kam die 2G-plus-Regel zur Unzeit. Im Januar verzeichnen viele Fitnessstudios normalerweise eine erhöhte Nachfrage. „Unter den aktuellen Bedingungen ist es leider sehr schwierig, neue Mitglieder zu werben“, sagt die Sport- und Fitnesskauffrau. Seit Oktober 2020 ist sie Inhaberin der Mrs.-Sporty-Filiale an der Focher Straße. Dass die geimpften und genesenen Mitglieder nun zusätzlich ein negatives Testergebnis vorweisen müssen, erschließt sich ihr nicht vollständig. „In der Regel trainieren bei uns derzeit maximal zwei Personen gleichzeitig, zu bestimmten Zeiten ist man sogar alleine“, sagt Mandes. Die verwendeten Geräte würden nach jeder Einheit gereinigt.

Die Inhaberin hat auf die neuen Vorgaben reagiert: Um Mitglieder abzuholen, denen der regelmäßige Test zu aufwendig ist, bietet sie Online-Kurse und Bewegung unter freiem Himmel an.

Gut haben die Mitglieder des Fitness-Centrums Temming/Mähler die 2G-plus-Regel angenommen, berichtet Marcus Temming. Natürlich sei der Test eine zusätzliche Hürde. „Die nehmen die meisten aber, weil sie gerne trainieren und etwas für ihre Gesundheit machen wollen.“ Dennoch wünscht sich Temming, dass die Boosterimpfung den Test ersetzt. Das würde vor allem für beruflich eingespannte Mitglieder zeitliche Entlastung bedeuten. Grundsätzlich gelte jedoch: „Die Hauptsache ist, dass wir geöffnet haben und nicht wieder schließen müssen.“

Vorgaben

Die 2G-plus-Regel sieht vor, dass nur Geimpfte oder Genesene Zutritt zu einem Angebot erhalten. Sie müssen zusätzlich ein negatives, nicht mehr als 24 Stunden altes Schnelltest-Ergebnis vorweisen. Alternativ ist ein negativer PCR-Test möglich, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Ausnahmen für Menschen, die eine Auffrischungsimpfung erhalten haben, gibt es nicht. Die 2G-plus-Regel gilt in NRW unter anderem bei gemeinsamer Sportausübung im Innenraum, in Hallenbädern und Wellnesseinrichtungen, beim gemeinsamen Chorsingen sowie bei Brauchtums- und Tanzveranstaltungen inklusive „privater Feiern mit Tanz“ wie Hochzeiten.

Aktuelle Infos zum Coronavirus in Solingen finden sie in unserem Blog.

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