2G: Test reicht nicht

Nur Geimpfte und Genesene: Erste Wirte beschränken den Zugang

Murat Demir und sein Sohn Dennis lassen nur noch Geimpfte und Genesene in ihr Finox in Ohligs. Jeder fünfte Wirt will das bald genauso handhaben, ergab eine aktuelle Umfrage. Foto: Christian Beier
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Murat Demir und sein Sohn Dennis lassen nur noch Geimpfte und Genesene in ihr Finox in Ohligs. Jeder fünfte Wirt will das bald genauso handhaben, ergab eine aktuelle Umfrage.

Corona: Das Finox empfängt nur noch Geimpfte und Genesene. Ein Test reicht nicht. Dehoga pocht auf Freiwilligkeit.

Von Björn Boch

Solingen. Sicherheit, Überzeugung und Verantwortung den Gästen gegenüber: Das sind drei Argumente, mit denen Murat Demir begründet, warum er und sein Sohn Dennis im Finox an der Kamper Straße nur noch geimpfte oder genesene Gäste bewirten (2G-Regel). Wer nur getestet ist, muss draußen bleiben. „Das ist mein Hausrecht als Wirt“, betont Murat Demir. „Ich habe keine Lust, den Laden wieder schließen zu müssen, weil bei einem Ungeimpften der Test falsch war.“

Am Anfang habe es zwar Probleme mit vier oder fünf Gästen gegeben, die das nicht einsehen wollten. Aber die meisten seiner Kunden begrüßen die Maßnahme, betont Inhaber Murat Demir. Sohn Dennis, der das Finox führt, ist sich ohnehin sicher: „2G wird sich irgendwann durchsetzen.“ Die Schnelltests seien nicht sicher genug – und die Wahrscheinlichkeit bei Geimpften, das Virus zu tragen und weiterzugeben, sei deutlich geringer als bei Ungeimpften. In der Politik ist das Thema 2G groß. So stehen die Kandidaten der Bundestagswahl 2021 zur 2-G-Regel.

Das Finox wendet sich damit als eine der ersten Gaststätten in Solingen von 3G ab. Vorteile, etwa einen Wegfall von Maskenpflicht oder Abstandsregeln wie in Hamburg, haben sie derzeit nicht.

20 Prozent der Betriebe wollen im Rahmen des Hausrechts die Einführung von 2G

Dennoch dürften andere folgen: Laut einer aktuellen Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) wollen von einer freiwilligen Einführung von 2G im Rahmen des Hausrechts rund 20 Prozent der Betriebe Gebrauch machen. Sollten mit Einführung der 2G-Regel Auflagen wegfallen, wäre rund jeder dritte Betrieb bereit, die 2G-Regelung einzuführen.

„Dem können wir zustimmen“, sagt Petra Meis, Inhaberin der Gaststätte Rüdenstein und Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Solingen: „Durch die Abstandsregeln haben wir alle weniger Plätze im Innenbereich des Betriebes.“

Ansonsten könne sie bislang gut mit der 3G-Regel umgehen. „Die Gäste, die in unserem Restaurant Platz nehmen, müssen wir kontrollieren. Dann ist es egal, ob sie uns einen Impfausweis, den Bescheid über die Genesung oder einen Test vorweisen. Es werden aber immer weniger mit Test“, berichtet Petra Meis. Sie rechnet damit, dass die Impfquote noch weiter steigt. „Das Leben in der Öffentlichkeit ist dann einfacher – vor allem, wenn sich bald nicht mehr so viel draußen abspielt.“

„2G wird sich irgendwann durchsetzen.“

Dennis Demir, Finox

Eine klare Meinung zur Frage 2G oder 3G hat der Dehoga NRW. 2G dürfe es nur auf freiwilliger Basis geben, nicht als gesetzliche Verpflichtung. „Der Staat will keine Impfpflicht beziehungsweise kann sie rechtlich nicht durchsetzen. Wer 2G aber verpflichtend einführen wollte, der macht aus unserer Restauranttür genau diese Hintertür“, so Regionalpräsident Haakon Herbst. „Wir wollen uns aber nicht instrumentalisieren lassen. Natürlich liegt es in unserem Interesse, dass möglichst viele Menschen geimpft sind, aber die Verantwortung, dass Menschen sich impfen lassen, darf nicht auf Gastronomie und Hotellerie übertragen werden.“

Regeln und Kontrollen

Regeln: Hamburg hat 2G auf freiwilliger Basis ermöglicht. Wer es einführt, für den entfallen Maskenpflicht und Abstandsregeln. Das ist in NRW nicht so, erklärt Isabel Hausmann, stellvertretende Geschäftsführerin des Dehoga Nordrhein: „Der Vorteil ist, dass der Betrieb sicherer ist und die Gefahr, einen positiven Gast im Betrieb zu haben, geringer ist.“

Kontrollen: Gaststätten müssen derzeit nur in der Innengastronomie kontrollieren, ob der Gast geimpft, genesen oder getestet ist. Der Gast muss einen entsprechenden Nachweis mitführen. Ausweispapiere können geprüft werden.

Eröffnung des Grünen Salons wird zum Straßenfest.

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