Handlungskonzept Wohnen

2021 entstand keine Neubau-Sozialwohnung

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Dezernent Andreas Budde (l.) und Stadtdienstleiterin Juliane Hilbricht wollen mehr bezahlbare Wohnungen ermöglichen.

Vergangenes Jahr wurde die Modernisierung von 21 Wohneinheiten öffentlich gefördert.

Von Andreas Tews

Dezernent Andreas Budde und Stadtdienstleiterin Juliane Hilbricht wollen mehr bezahlbare Wohnungen ermöglichen.

Solingen. Bei der Schaffung günstiger Wohnungen will die Stadt in diesem Jahr zulegen. Dies versicherten Planungs- und Baudezernent Andreas Budde (parteilos) und die neue Leiterin des Stadtdienstes Wohnen, Juliane Hilbricht, gegenüber den Politikern des zuständigen Fachausschusses. Mit den 21 Wohnungen, die im vergangenen Jahr staatlich gefördert wurden, zeigten sich die beiden nicht zufrieden – zumal es sich in allen Fällen um modernisierte Wohnungen handelte und folglich in Neubauten keine neuen Sozialwohnungen entstanden.

Das Handlungskonzept Wohnen sieht eigentlich vor, dass stadtweit ein Drittel der Neubauwohnungen staatlich gefördert und damit beim Mietpreis gedeckelt sein soll. Dieses Ziel hat Solingen 2021 offenbar verfehlt. Die Gesamtzahl der neu gebauten Wohnungen lag Hilbricht zwar nicht vor. Sie räumte aber ein: „In den vergangenen Jahren waren wir nicht so ambitioniert, wie es im Handlungskonzept gefordert wird.“ Sie und Budde kündigten an, dass sie die Quote verbessern wollen.
Praxisbeispiele geben neue Impulse für soziales Wohnen in Solingen

Die Stadt kann in diesem Zusammenhang zwar steuern – unter anderem mit Hilfe von städtebaulichen Verträgen. Vor allem ist sie aber auf die Bereitschaft privater Investoren angewiesen. Die niedrigen Zahlen führt der Stadtdienst Wohnen vor allem auf die unsichere wirtschaftliche Lage zurück. Probleme bei den Planungen gab es laut Hilbricht durch Materialmangel und teils drastische Kostensteigerungen. Dies führte nach einem Bericht ihres Stadtdienstes dazu, dass mehrere Projekte in das Jahr 2022 verschoben worden seien.

Thilo Schnor (Grüne) will das mit der Politik im Blick behalten.

Außerdem heißt es darin, dass die Stadt auf eine positive Entwicklung in diesem Jahr hoffe. Ziel sei es nicht nur, dass verschobene Bauvorhaben umgesetzt würden. Der Stadtdienst will auch neue Interessenten für die Schaffung geförderter Wohnungen gewinnen.

Investitionen gingen von 15 auf 1,7 Millionen Euro zurück

Für die 21 neuen Sozialwohnungen wurden 2021 – bei einer 100-Prozent-Förderung durch den Bund – 1,7 Millionen Euro investiert. Gegenüber dem Vorjahr (92 Wohnungen mit einem Volumen von 15 Millionen Euro) war dies ein drastischer Rückgang. 2020 war allerdings ein Ausreißer nach oben. In den drei Jahren davor wurden im Schnitt 23 geförderte Wohnungen geschaffen. Dafür investierten die Bauträger im Jahresdurchschnitt 5,3 Millionen Euro.

Ausschussvorsitzender Thilo Schnor (Grüne) kündigte an, dass sich die Politik weiterhin mit dem Thema befassen werde. In einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses werde es wieder auf der Tagesordnung stehen. Dann werde man sich noch einmal ausführlich mit dem Problem beschäftigen.

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