Prüfung bestanden

20 Jugendliche erhalten Urkunde als Verkehrskadetten

Die Verkehrserzieherinnen Katrin Grastat (r.) und Daniela Berghaus (l.) von der Polizei Solingen sowie Wolfgang Goeken von der Verkehrswacht (2. v. l.) freuen sich mit den Verkehrskadetten. Foto: Michael Schütz
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Die Verkehrserzieherinnen Katrin Grastat (r.) und Daniela Berghaus (l.) von der Polizei Solingen sowie Wolfgang Goeken von der Verkehrswacht (2. v. l.) freuen sich mit den Verkehrskadetten.

Die jungen Solinger unterstützen die Polizei bei Veranstaltungen

Von Kristin Dowe

Solingen. Mit einem beherzten Pfiff in die Trillerpfeife nahmen die 20 Jugendlichen am Freitag im Autohaus Dornseifer ihre Ernennungsurkunde als Verkehrskadetten aus den Händen von Wolfgang Goeken, dem Leiter der Verkehrskadetten bei der Verkehrswacht Solingen, entgegen. Ein weiterer Anwärter auf das Ehrenamt wird seine Prüfung krankheitsbedingt noch ablegen. „Ihr habt das super gemeistert – die Prüfer waren sehr zufrieden mit euch“, lobte Goeken bei der kleinen Ernennungsfeier.

Sichtlich stolz auf ihre Schützlinge war auch Verkehrserzieherin Katrin Grastat von der Polizei Solingen. Ausgerechnet am Tag der Prüfung habe es am Frankfurter Damm in Wald einen schweren Unfall gegeben, bei dem einer der Verkehrskadetten dann gleich sein Können unter Beweis stellen konnte. „Als die Polizei kam, hatte Maximilian schon Erste Hilfe geleistet und die Unfallstelle perfekt abgesichert. Da haben die Kollegen ziemlich gestaunt.“

An drei Wochenenden wurden die Verkehrskadetten auf ihren Einsatz vorbereitet. Anders als Schülerlotsen, die ausschließlich an Schulen eingesetzt werden, um den Schulweg abzusichern, unterstützten sie die Polizei schwerpunktmäßig bei Großveranstaltungen. Sie sorgen etwa durch Zeichengebung dafür, dass Straßensperren und Halteverbote berücksichtigt und Rettungswege freigehalten werden. Am Ende der Ausbildung steht eine Prüfung, die einen schriftlichen und einen praktischen Teil umfasst.

Derweil hätten viele Aktionen wie etwa das Fahrsicherheitstraining bei der Verkehrswacht Solingen coronabedingt länger nicht stattfinden können, bedauerte deren Vorsitzender Jürgen Dahlmann. Umso mehr hoffe er, „dass bald wieder Einsätze stattfinden“. Grundsätzlich ist der Terminkalender für die Verkehrskadetten relativ voll – unter anderem steht im April das Oldtimer-Festival „Grünewald Classics“ auf Schloss Grünewald auf dem Programm. Eine besondere Auszeichnung als „Ehrenverkehrskadett“ erhielt der pensionierte Verkehrserzieher Ulrich Schmidt von der Polizei Solingen. Er hatte die Verkehrskadetten 2010 ins Leben gerufen, um die Polizei zu entlasten. „Das hat sich inzwischen bewährt“, zog Schmidt Bilanz, der Standing Ovations erhielt, als er seine neue „Dienstjacke“ als Ehrenverkehrskadett entgegennahm.

Gespannt sieht die 15-jährige Jule Zielke, die den besten Test ablegte, ihren künftigen Einsätzen entgegen: „Es hat total Spaß gemacht, die Polizei zu unterstützen“, sagt die 15-Jährige. So geht es auch Leon-Wandel-Bach (13): „Ich freue mich, dass man als Verkehrskadett Menschen helfen kann.“

Standpunkt: Eine Win-Win-Situation

kristin.dowe@solinger-tageblatt.de

Kommentar von Kristin Dowe

Mit der Ausbildung von Verkehrskadetten in Solingen hatte der ehemalige Verkehrserzieher Ulrich Schmidt 2010 eine zündende Idee. Denn inzwischen sind die jungen Solinger bei Großveranstaltungen in der Klingenstadt, aber auch an anderen Einsatzorten in ganz Deutschland nicht mehr wegzudenken. Wie wertvoll diese ehrenamtliche Arbeit der Jugendlichen ist, zeigt das Beispiel eines frisch ausgebildeten Verkehrskadetten, dessen Know-how ausgerechnet am Tag seiner Prüfung bei einem schweren Unfall bereits gefordert war. So ergibt sich eine Win-Win-Situation für alle: Denn der Einsatz der Jugendlichen ist nicht nur eine willkommene Arbeitserleichterung für die Polizei – die Jungen und Mädchen lernen auch, Verantwortung zu übernehmen und sich gegenüber uneinsichtigen Autofahrern selbstbewusst zu behaupten. Nicht nur auf den Straßen der Klingenstadt geht es heute oftmals ziemlich aggressiv zu. Bei den Verkehrskadetten darf man allerdings hoffen, dass aus ihnen einmal umsichtige Verkehrsteilnehmer werden – ob sie nun später einen Führerschein machen oder nicht. Somit profitieren von dem Erfolgsmodell letztendlich alle.

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