125. Jahre Müngstener Brücke

40.000 Besucher erleben Brückenfest in Müngsten

Die zwei Tage 125 Jahre Müngstener Brücke werten die Veranstalter als Erfolg, 40 000 Besucher zählten sie insgesamt.
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Die zwei Tage 125 Jahre Müngstener Brücke werten die Veranstalter als Erfolg, 40 000 Besucher zählten sie insgesamt.

Verein „Welterbe Müngstener Brücke“ sieht Konzept bestätigt – Finanzierung durch Spenden und Sponsoren.

Von Philipp Müller

Solingen. Dichtes Treiben herrschte im Müngstener Brückenpark selbst noch am frühen Sonntagabend anlässlich des Familientags zu 125 Jahre Müngstener Brücke. In der Summe zählten die Veranstalter allein am Sonntag 30 000 Köpfe über den Tag verteilt im Brückenpark. Rund 8000 Besucherinnen und Besucher kamen bereits am Samstag. 2000 Eisenbahnfans hätten schließlich für durchweg volle Dampfzugfahrten gesorgt, teilt die Stadt Solingen für die Veranstalter aus dem Städtedreieck mit.

Die zunächst kommunizierten 10 000 Besucher von Sonntag wurden nach oben korrigiert. Der in großen Events erfahrene Veranstaltungsmeister Dirk Pohl hatte auf Tageblatt-Nachfrage bereits erklärt: „Die Wanderwege auf Solinger und Remscheider Seite waren die ganze Zeit voll, da gehe ich eher von 30 000 Besuchern aus.“

„Brücke und Park werden durch das Fest bekannter.“

Burkhard Mast-Weisz und Tim Kurzbach, Oberbürgermeister

Ausgerichtet wurden der Familientag und das Konzert der Bergischen Symphoniker am Samstag vom Förderverein „Welterbe Müngstener Brücke“, der von den Städten Solingen, Remscheid und Wuppertal getragen wird. Dessen Vorsitzender ist Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Er zog am Montag ein positives Fazit: „Es war eine tolle Veranstaltung mit vielen Gästen aus dem Städtedreieck und darüber hinaus. Strahlende Gesichter, gute Laune, perfektes Wetter – besser hätte es nicht sein können.“

Burkhard Mast-Weisz (SPD), Oberbürgermeister von Remscheid und zweiter Vorsitzender im Förderverein ergänzt: „Es waren zwei wirklich gelungene Tage, zu dessen Gelingen viele beigetragen haben. Für mich waren das Konzert der Bergischen Symphoniker und der parallel aufsteigende Ballon wunderbare Höhepunkte.“

Ziel des Festes sei es gewesen, den Prozess um die Bewerbung des Unesco-Welterbes bekannter zu machen. Das sei gelungen, erklärt der Vorstand des Vereins. Für die überregionale Werbung habe das Fest eine wichtige Bedeutung. Das Medieninteresse sei über die Grenzen des Städtedreiecks hinaus groß gewesen, bilanzieren Kurzbach und Mast-Weisz: „Damit werden Brücke und Brückenpark als „Leuchtturm“ in der Region mehr Menschen bekannt.“

Konzept mit Sonderbussen zum Brückenfest ging auf

Doch zum ungezügelten Massentourismus tauge der Brückenpark nicht, mahnen die beiden Oberbürgermeister. Das sei auch schon bei der Planung der 125-Jahr-Feierlichkeiten unstrittig gewesen. Beide setzten und setzen weiter auf „sanften“ Tourismus und auf Naturerlebnis im naturgeschützten FFH-Gebiet. Beim Brückenfest habe man erkennen können, „dass es nicht auf eine Vielzahl an Parkplätzen ankommt, damit die Menschen kommen“. Der Welterbe-Verein stellt in der Rückschau fest: „Viele reisten mit der Bahn an und wanderten den Weg von Schaberg hinunter, andere liefen das Tal der Wupper entlang oder fuhren mit dem Rad.“

Auch das Konzept mit den Sonderbussen an den Abenden und am Tag sei aufgegangen. Besonders von Remscheidern wurde Kritik an zu wenig Bussen laut. Das lassen die Veranstalter so nicht stehen und verweisen auf vier Busse, die ab 21 Uhr im Halbstundentakt gefahren seien. Die Stadt Solingen hatte beobachtet, dass am Samstagabend die Busse voll besetzt waren, den Sonntag über seien sie zwischen 80 und 90 Prozent ausgelastet gewesen.

Zur genauen Höhe der Kosten machen Verein und Rathäuser allerdings keine Angaben. Aber alles sei erst dann geplant und als Programm veröffentlicht worden, als die Mischung aus Spendengeld und Sponsorenbeiträgen gesichert gewesen sei.

Auf eine schnelle Wiederholung des Festes unter der Müngstener Brücke brauchen die Menschen im Städtedreieck dagegen nicht zu hoffen. Solcher Aufwand werde weiterhin nur zu besonderen Anlässen getrieben. Immerhin stellen Mast-Weisz und Kurzbach kleinere Veranstaltungen in Aussicht – immer unter dem Gedanken des sanften Tourismus.

Brückenfest

Welterbe-Verein: Im Vorstand treffen sich die Oberbürgermeister der drei bergischen Großstädte, Vertreter der Bahn (aktuell Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für NRW und Dirk Helfert, Deutsche Bahn Netz AG) sowie Welterbekoordinator Carsten Zimmermann.

Welterbe: Bekannter soll der Welterbe-Prozess in Gemeinschaft mit den Brücken in Italien, Portugal und Frankreich auch dadurch werden, dass der Verein zum Brückenfest eine Stele im Brückenpark aufgestellt hat.

www.welterbe-muengstener-bruecke.de

Standpunkt von Philipp Müller: Sanft feiern ist gefragt

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Das Feiern im FFH-Gebiet, dem Flora-Fauna-Habitat, ist nicht ganz einfach. Der Naturschutz steht vor der eigentlich ungebremsten Feierlust. Folglich war es bis auf das Konzert der Bergischen Symphoniker nicht wirklich laut im Brückenpark. Die Dampflok auf der Brücke übertönte vieles, auch das Rattern der S-Bahn. Daran werden wir uns in Sachen Brückenfest gewöhnen müssen.

Angesichts des vollen Sonntags hätten sich viele Besucher mehr Verpflegungsstände gewünscht. So etwas geht heute auch nachhaltig, wenn man denn will. Unter dem Strich waren es aber zwei Tage, die dem Brückenpark auch künftig guttun werden. Wird jetzt von den Besuchern und den Betreibern im Park auf Sauberkeit geachtet, freut es auch die Natur.

Und doch wird es noch eines Spagats bedürfen. Sollte die Brücke 2027 wirklich Welterbe werden, dann werden vermutlich anfangs deutlich mehr Menschen kommen. Wie man unterhaltende Aktionen dann sanft gestalten kann, das muss noch geplant werden. 

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