Jubiläum

125 Jahre Grabmale Globisch: Statt einer Feier 12.500 Euro für die Tafel

Das Inhaber-Trio des traditionsreichen Betriebs (v. l.) Stefan, Beate und Hans Günter Globisch in ihrer Steinmetzwerkstatt.
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Das Inhaber-Trio des traditionsreichen Betriebs (v. l.) Stefan, Beate und Hans Günter Globisch in ihrer Steinmetzwerkstatt.

Das Solinger Traditionsunternehmen wurde 1897 als Bildhauerwerkstatt in Ohligs an der Nippesstraße gegründet.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Im Steinmetzbetrieb Grabmale Globisch gab es am Montag gleich zweifachen Grund zum Anstoßen. Zum einen feierte der Familienbetrieb seinen 125. Geburtstag und bekam dafür von Fred Schulz, dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Remscheid, im Namen der Handwerkskammer Düsseldorf eine Ehrenurkunde überreicht.

Zum anderen übergaben die Geschwister Beate und Stefan Globisch als Juniorchefs des Unternehmens einen Scheck für die Solinger Tafel – und das angegliederte Medimobil – an Vorstandsmitglied Friedhelm Funk. „Wir haben an die Jubiläumszahl 125 zwei Nullen angehängt, damit es optisch gut passt“, sagte Beate Globisch schmunzelnd und erklärte die Spendenhöhe so: „Statt einer großen Feier mit vielen Gästen haben wir uns entschieden, das damit gesparte Geld in ein Solinger Sozialprojekt zu stecken. Durch Corona konnten wir sowieso nicht gut und zuverlässig im Vorfeld planen und so stand schnell der Entschluss, die Summe karitativ zu verwenden.“

Die Solinger Tafel istauf Spenden angewiesen

Ein Fakt, der der Tafel in sehr dankbare Hände spielt. Für das niedrigschwellige kostenlose Angebot für nachweislich bedürftige Solinger sei man auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen, um den angemieteten Laden und die Lieferwagen zur Abholung gespendeter Lebensmittel zu finanzieren, erläutert Funk. Damit, und mit rund 70 Ehrenamtlern versorge man rund 3000 finanziell schwache Menschen. „Solch eine großzügige Summe hilft uns enorm“, betonte Funk, der Grüße seiner Frau Brigitte übermittelte, der ersten Vorsitzenden des Tafelvereins. „Wir wollten als Solinger Betrieb mit nahezu ausschließlich Solinger Kundschaft, ein Solinger Projekt unterstützen“, begründete Beate Globisch die Entscheidung, das Geld an die Tafel zu spenden.

Fred Schulz (Kreishandwerkerschaft), Stefan Globisch, Friedhelm Funk (Tafel), Hans Günter und Beate Globisch (v. l.) bei der Scheckübergabe.

„Wir“ bedeutet das Inhaber-Trio aus den drei Steinmetzmeistern Vater Hans Günter, Tochter Beate und Sohn Stefan. Der Senior ist seit 1951 im (stief)-elterlichen Betrieb und hat dort auch seine Ausbildung gemacht. Beate, seit 1988 bei „Grabmale Globisch“ ist seit vielen Jahren Obermeisterin der Steinmetz- und Steinbildhauer Innung Bergisch Land und Mitglied der Vollversammlung der Kreishandwerkerschaft Remscheid. Stefan Globisch ist erst 1999 in den Familienbetrieb eingetreten. Er habe in einem Betrieb in Düsseldorf gelernt und danach mehrere Jahre in Frankfurt gearbeitet, erzählt er. Schließlich zog es ihn doch zurück ins Bergische. Das war der Anlass für den zweiten Standort des Betriebs auf der Grünbaumstraße. Bis dato war man ausschließlich mit Werkstatt und Büro in Ohligs an der Bonner Straße zu Hause.

Grabmale Globisch in Solingen: Unternehmen blickt optimistisch in die Zukunft

Nach wie vor brennen alle drei für ihren Beruf, der im Laufe der Jahre vielschichtiger geworden sei. „Die Bestattungskultur hat sich verbreitert“, sagt Beate Globisch. „Gab es früher nur Grabstein und Umrandung, so liefern wir heute Stelen für Blumenbeet-Gräber, kleine Steine für Baumgräber, Kolumbarien oder Platten für Rasengräber.“ Auch die Grabsteine unterliegen Trends. „Immer noch wird viel nach Formen wie Herzen oder anderen Rundungen gefragt, die viel Schleifarbeiten erfordern.“

Der Blick in die Zukunft von Grabmale Globisch ist optimistisch. Auszubildende seien zwar rar, aber derzeit „haben wir einen, der das immer schon machen wollte und sich mit viel Motivation hineinkniet“, wie Beate Globisch sagt. Eigenen Nachwuchs gibt es in der Familie nicht. „Aber angeheiratete Enkel, wer weiß“.

Unternehmen

1897 gründete Ewald Cording die Bildhauerwerkstatt am Kirchhof der Evangelischen Kirchengemeinde Ohligs an der Nippesstraße. 1936 erwarb sein Sohn Carl den Steinmetz- und Steinbildhauertitel. Zwischenzeitlich war die Firma dem Friedhof gefolgt und ist seitdem an der Bonner Straße ansässig. 1954 übernahm Carl Cordings Stiefsohn Hans Günter Globisch den Betrieb.

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