Landtagswahl 2022

So wollen Solinger Politiker die Bildungspolitik verbessern

Frauke Rückert von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft begrüßt auf dem Podium im Schulzentrum Vogelsang (v. l.) Eva Miriam Fuchs (Grüne), Marina Dobbert (SPD), Nina Brattig (FDP) und Sebastian Haug (CDU). 
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Frauke Rückert von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft begrüßt auf dem Podium im Schulzentrum Vogelsang (v. l.) Eva Miriam Fuchs (Grüne), Marina Dobbert (SPD), Nina Brattig (FDP) und Sebastian Haug (CDU). 

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft lud mit Partnern ins Schulzentrum Vogelsang ein.

Von Andreas Römer

Solingen. Wenn sich Politiker von fünf Parteien im Kern so einig wie am Montagabend sind, könnte es mit der Bildungspolitik im Land NRW bald aufwärtsgehen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte gemeinsam mit der Stadtschulpflegschaft, dem Jugendstadtrat und der Bezirksschülervertretung zu einer Podiumsdiskussion ins Schulzentrum Vogelsang geladen. Fünf Landtagskandidatinnen und Landtagskandidaten stellten sich vor: Marina Dobbert (SPD), Sebastian Haug (CDU), Nina Brattig (FDP), Eva Miriam Fuchs (Grüne) und Till Sörensen-Siebel (Linke).
Landtagswahl 2022 in Solingen: Kandidaten, Ergebnisse, Wahlkreis

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Wer die Unterschiede bei den Parteien entdecken wollte, musste schon genau hinhören. Grundsätzlich waren die Politiker eigentlich einer Meinung: So wie es aktuell ist, ist es nicht gut genug, es muss sich dringend einiges ändern und das kostet Geld. Da wird eine bessere personelle Ausstattung der Kitas gefordert, weil dort bereits wichtige Arbeit zur Erziehung geleistet werde. Gleiche Bezahlung aller Lehrkräfte, denn schließlich sei die Aufgabe in der Grundschule ebenso wertvoll wie an einem Gymnasium, unterschreiben ebenfalls alle sofort. Lehrkräfte müssen, da waren auch alle einer Meinung, unbedingt von fachfremden Aufgaben entlastet werden. Dafür müsse es mehr Personal für Verwaltung, mehr Schulsozialarbeiter und IT-Service geben. Die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer wollen alle Parteien verbessern, attraktiver machen, damit nicht so viele Studierende mittendrin aufgeben. Und die Ausstattung der Schulen in Sachen Digitalisierung müsse deutlich verbessert werden. Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit für alle Kinder ist ebenso für alle wichtig.

Bei diesen Fragen wurde es für die Politiker aus Solingen ungemütlich

Ungemütlich wurde es für die Politiker selten. Als zum Beispiel die Frage kam, warum an verschiedenen Schulen in Solingen die Stellen für Sozialarbeit verschwunden sind. Das habe mit einem komplizierten Schlüssel der Verteilung zu tun und damit, dass es keine Viertelstellen mehr gebe, hieß es von den Regierungsparteien. Änderungen dauerten ihre Zeit. So habe man zusätzliche Stellen für Lehrkräfte in NRW, aber es fehlten ausgebildete Kräfte, die diese Stellen auch besetzen. Das wiederum liege an zu wenig Studienplätzen und schlechten Studienbedingungen. Eine Lehrerausbildung dauere einige Jahre und dann gibt es auch noch eine hohe Abbrecherquote, so dass längst nicht alle, die das Studium beginnen, tatsächlich irgendwann als Lehrer arbeiten.

Zeit sei auch der Grund für zu große Klassen, weil die Geburtenzahlen unerwartet gestiegen seien und viele Flüchtlingskinder hinzugekommen sind.

So schnell könne Bildungspolitik nicht reagieren. Und auch der Einsatz der Digitalisierung habe durch die Pandemie einen unerwarteten Schub bekommen, das Thema sei vorher nicht so dringend eingestuft worden.

A13-Gehalts für Lehrer soll kommen – nur wann?

Einig waren sich alle Politiker auf dem Podium, es muss sich etwas ändern – ohne dass jemand sagen konnte, woher denn das Geld für all die guten Ideen kommen soll. In allen Wahlprogrammen steht zum Beispiel das Ziel, für alle Lehrkräfte das Gehalt auf A13 zu setzen. Auf die Frage nach dem „Wann“, war es mit der Einigkeit dann vorbei. Die Grünen wollen es in der kommenden Legislaturperiode umsetzen, sagte Eva Miriam Fuchs. Die SPD verspricht das direkt nach den Sommerferien umzusetzen, da ist sich Marina Dobbert sicher. So schnell wie möglich sagt Nina Brattig für die FDP und auch Sebastian Haug für die CDU mag keinen Zeitpunkt festschreiben, verspricht aber auch, so schnell wie möglich die Umsetzung anzugehen. Till Sörensen-Siebel hätte es schon 2010 umgesetzt, will es jetzt aber auch sofort anpacken.

Verantwortliche für den Abend

Mit „So geht es nicht weiter! Wohin steuert die Bildungspolitik?“ überschrieben die Veranstalter den Abend. Es gab drei Blöcke: Bildungsgerechtigkeit, Digitalisierung und Arbeitsplatz Schule. Die Fragen stellten Sinja Waldmann vom Jugendstadtrat, Carsten Opphoff vom Vorstand der Stadtschulpflegschaft und Sabine Riffi, Lehrerin und im Leitungsteam der GEW in Solingen. Aber auch die gut 30 Zuschauer im Saal sowie die bis zu 60 Zuschauer, die online den Stream verfolgten, durften Fragen stellen.

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