Drohender Gasstopp

So wollen Solinger Behörden Energie sparen

Eine ST-Leserin wunderte sich über die großzügige Beleuchtung im Solinger Jobcenter zu jeder Tages- und Nachtzeit.
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Eine ST-Leserin wunderte sich über die großzügige Beleuchtung im Solinger Jobcenter zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Die Stadt Solingen und andere Einrichtungen verfolgen verschiedene Strategien, um den Bedarf zu senken.

Von Kristin Dowe

Solingen. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges und eines drohenden Gasstopps werden Bürgerinnen und Bürger mehr denn je zum Energiesparen angehalten. Doch gehen Behörden und öffentliche Einrichtungen diesbezüglich immer mit gutem Beispiel voran? ST-Leserinnen und -Leser sehen das anders und machten die Redaktion kürzlich unter anderem auf eine Beobachtung in den Räumen des Jobcenters an der Kamper Straße aufmerksam: „Seit Jahren ärgere ich mich immer wieder darüber, dass im Gebäude Tag wie Nacht, über Wochenenden oder Feiertage, manchmal auch wochenlang die Lichter im Gebäude brennen“, schrieb eine Solingerin an das Tageblatt. Auch auf ihren Hinweis an die Stadt Solingen hin habe sich nichts an der nächtlichen „Festbeleuchtung“ geändert.

Das Gebäude in Ohligs gehört der Bundesagentur für Arbeit und wird von der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal sowie vom städtischen Jobcenter genutzt, für das die Stadt Solingen die Räume anmietet. Nach 20 Uhr, wenn die flexiblen Arbeitszeiten der Mitarbeitenden spätestens enden, werde in bestimmten Bereichen des Gebäudes eine Notbeleuchtung aktiviert, „die aus Sicherheitsgründen dauerhaft leuchtet“, heißt es aus der Pressestelle der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. „Zudem haben wir im fünften Obergeschoss Lichtschalter, die nicht über die Lichtschalttechnik zentral im Erdgeschoss gesteuert werden können. Hier können wir nicht ausschließen, dass auch mal vergessen wurde, das Licht auszuschalten.“

„Wir bereiten uns gezielt auf den nächsten Winter vor.“

Rathaussprecher Thomas Kraft

Man habe auf den Hinweis der Leserin, für den die Agentur sich bedanke, den Schließdienst entsprechend sensibilisiert und die Beleuchtung teilweise auf energiesparsamere LED-Leuchten umgestellt. Die Überprüfung und Optimierung der Lichtschalttechnik sei auch unabhängig vom Hinweis der Leserin bereits länger geplant gewesen. „Die Planung und Umsetzung derartiger Instandhaltungsarbeiten ist von der Verfügbarkeit der finanziellen Mittel abhängig“, heißt es in der Stellungnahme der Agentur für Arbeit weiter.

Auch die Stadt Solingen sei sich ihrer Vorbildfunktion beim Thema Energieeffizienz bewusst, berichtet Rathaussprecher Thomas Kraft. So erfolge etwa die komplette Strom- und Wärmeversorgung wichtiger städtischer Liegenschaften – Klinikum, Gebäudekomplex am Walter-Scheel-Platz samt Rathaus, Technische Betriebe, Feuerwache III, Technisches Betriebskolleg und weitere – durch das Müllheizkraftwerk.

Steigende Gas- und Stromkosten: Kennen Sie schon die 2,5-Regel?

Dort würden Hausmüll und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle thermisch verwertet und die dabei entstehende Energie in Strom und Fernwärme umgewandelt. „Unabhängig davon werden wir uns gezielt auf den kommenden Winter vorbereiten“, kündigt Kraft an.

Außerdem beschäftige sich eine Unterarbeitsgruppe innerhalb der neuen Lenkungsgruppe für den Zivil- und Katastrophenschutz im Krisenstab der Stadt ausschließlich mit den Szenarien einer Gaskrise und den damit verbundenen Energiefragen. „In diesem Zusammenhang wird selbstverständlich auch nach weiteren Einsparpotenzialen in städtischen Liegenschaften gesucht.“

Im Bereich des Gebäudemanagements gibt es konkrete Sparmaßnahmen bei der Stadt: So würden etwa Heizungsvorlauftemperaturen reduziert, um die Raumtemperaturen um eine festzulegende Gradzahl zu senken. Auch würden Heizzeiten und „der Betrieb bestimmter Gebäudegruppen auf geringere Zeitkorridore begrenzt“, so Kraft.

Zudem wolle man schrittweise auf LED-Leuchten umsteigen und ausgewählte Räume wie Flure, Aulen, Treppenhäuser oder Turnhallen nur noch frostfrei halten. „Insbesondere die Absenkung der Temperaturen wird in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und der Arbeitssicherheit diskutiert“, merkt Kraft an – so gebe es etwa im Rahmen der Arbeitsstättenrichtlinien bestimmte Temperaturvorgaben zu berücksichtigen. Die Maßnahmen würden seit langem als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt verfolgt und nun weiter intensiviert.

Smarte Technik bei Ampeln soll Stromverbrauch reduzieren

Mit Blick auf das Projekt „Klimaneutrale Verwaltung 2030“ würden mit Beteiligung der Beschäftigten und insbesondere der Auszubildenden aktuell Maßnahmenpakete erstellt, heißt es aus dem Stadtdienst Natur und Umwelt. Diese beträfen neben den Gebäuden auch Dienstreisen, Pendlerwege sowie den Fuhrpark.

Ein weiterer Ansatz zum Energiesparen liege im Einsatz von smarter Technik bei Ampeln, Straßenbeleuchtung und Parkscheinautomaten, fasst Thomas Kraft zusammen: „Bereits seit 15 Jahren kommt bei der Erneuerung von Ampeln LED-Technik bei den Signalen zum Einsatz. Mit dieser kann der Energieverbrauch um bis zu 80 Prozent reduziert werden.“

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