Sicherheitstraining

So sind Sie sicher auf dem Pedelec unterwegs

Viele der Teilnehmenden waren Wiedereinsteiger. Sie haben als Kind oft auf dem Rad gesessen. Foto: Christian Beier
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Viele der Teilnehmenden waren Wiedereinsteiger. Sie haben als Kind oft auf dem Rad gesessen.

ADFC und Verkehrswacht boten ein Sicherheitstraining an – 16 Teilnehmer, die meisten Ü 60 – machten mit.

Von Moritz Berger

Solingen. Die Ampeln blieben ausgeschaltet, auch die Verkehrszeichen spielten an diesem Samstag keine Rolle. Auf den kleinen Wegen rund um einen Kreisverkehr tummelten sich auch keine Kinder, die fit für die Straße gemacht werden sollen – wie es in der Jugendverkehrsschule zum gewohnten Bild gehört.

An diesem Mittag gingen die Großen ins Training. Und es ging nicht darum, die elementaren Regeln des Straßenverkehrs zu erlernen, sondern vielmehr Sicherheit zu gewinnen – und zwar auf dem Pedelec. Denn es sei „ein ganz anderes Rad“, betonte Jürgen Dahlmann, der das Training leitete. Das Ziel ist gerade deshalb die „richtige Beherrschung“.

Um genau das zu erlernen, sind auch die 16 Pedelec-Fahrer an diesem Mittag in die Jugendverkehrsschule gekommen. „Ich habe einen Höllen-Respekt vor diesen Rädern“, erklärte eine der Teilnehmerinnen zu Beginn. Ein Gefühl, dass viele Anwesende teilen. Rund zwei Millionen neue Pedelecs werden Jahr für Jahr hierzulande verkauft. Damit steige auch die Zahl der Unfälle, die vornehmlich alleine verursacht würden, erläuterte Jürgen Dahlmann. Er ist Trainer bei der Verkehrswacht Solingen, die das Training des ADFC Wuppertal-Solingen unterstützt. „Das Pedelec ist ein ganz anderes Rad, schon, weil es viel schwerer ist“, so Dahlmann. Deshalb möchte er den Teilnehmenden die Besonderheiten dieses Rads näher bringen.

Während sich am Himmel Sonnenstrahlen und dunkle Wolken abwechseln, begannen die Pedelec-Fahrer auf dem Gelände an der Kotter Straße erste Runden zu drehen. Auf der großen Bahn, die jene Straßenzüge des Verkehrsgartens umschließt, kreisend, sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mal den Arm ausstrecken und dann wieder Hütchen umfahren. Dabei gerieten einige immer wieder etwas ins Stocken und wirkten unsicher. Aus diesem Grund wies Jürgen Dahlmann darauf hin, dass erst ab etwa sechs Stundenkilometer das Gleichgewicht zu halten sei. Um allerdings auch wieder sicher zum Stehen zu kommen, übten die Pedelec-Fahrer auch das bremsen, verbunden mit dem Hinweis, immer beide Bremsen gleichzeitig zu nutzen. „Sie müssen wissen, wie sich ihr Pedelec in schwierigen Situationen verhält“, hob Dahlmann deshalb hervor.

Man wird gleich sicherer und lernt sein Rad besser kennen.

Teilnehmerin Birgit Grah

Die meisten der Teilnehmenden sind Wiedereinsteiger. Sie haben als Kind oft auf dem Fahrrad gesessen, dann lange nicht. Manche von ihnen sind jedoch etwas ängstlicher geworden, nicht zuletzt durch kleinere Stürze. „Zum Teil haben die Leute hier schlechte Erfahrungen mit ihren Pedelecs gemacht“, erklärte Rhaban Rau vom ADFC. Darüber hinaus sei das Alter der Anwesenden „fast durch die Bank 60 Jahre, aufwärts“. Dort seien auch die Reaktionen auf Hindernisse nicht mehr so schnell. Aus diesem Grund thematisierte auch Jürgen Dahlmann das Ausweichen vor Unvorhergesehenem. So müssen die Pedelec-Fahrer an der kleinen Kreuzung in der Jugendverkehrsschule schnell reagieren und in die Richtung abbiegen, die Dahlmann ihnen angibt. Doch nicht immer gelingt das, so kippt während des Trainings auch manch einer vom Rad.

Insgesamt seien die Leute an diesem Samstagmittag relativ gut auf dem Pedelec unterwegs, betonte Rhaban Rau. Dabei war das Interesse an dem Training groß, gerade bei den Wiedereinsteigern habe es ein großes Bedürfnis gegeben, so Rau. Um diesem gerecht zu werden, bieten ADFC und die Verkehrswacht am 23. April ein weiteres Training an. Vielleicht machen auch die dann Teilnehmenden ähnliche Erfahrungen wie Birgit Grah an diesem Samstag. „Man wird gleich sicherer und lernt sein Pedelec besser kennen.“

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Kontakt: Jürgen Dahlmann, Tel. (0 22 04) 91 90 82 oder: dahlmann-juergen@unitybox.de

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