Polizei

So schützen Sie sich vor Einbrechern

Thomas Hagemann, Polizei-Sicherheitsberater für Kriminalprävention, gab Tipps zum Einbruchschutz.
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Thomas Hagemann, Polizei-Sicherheitsberater für Kriminalprävention, gab Tipps zum Einbruchschutz.

„Riegel vor! Sicher ist sicherer“ – die Polizei bot Beratungen an. Das sind die besten Tipps.

Von Andreas Erdmann

Solingen. Die Anzahl der versuchten Wohnungseinbrüche in Deutschland ist während der Coronakrise im Jahr 2021 mit 54 250 Fällen im Vergleich zum Vorjahr mit über 75 000 Fällen zurückgegangen. „In diesem Jahr aber stellen wir bereits fest, dass Einbrüche in Häuser und Wohnungen wieder stark zunehmen“, berichtet Thomas Hagemann, technischer Sicherheitsberater der Kriminalprävention der Polizei Wuppertal. Dabei sei gerade jetzt, mit Beginn der dunklen Jahreszeit und nach der Zeitumstellung, mit weiteren Steigerungen zu rechnen. „Die meisten Einbrecher kommen in den frühen Abendstunden, sowie es dunkel wird und Bewohner ihr Haus oder ihre Wohnung zum Einkaufen oder zur Freizeitgestaltung noch einmal verlassen.“

Falls der Schlüssel verloren geht, Schließzylinder austauschen

In Form von Bürgerberatungen bot Hagemann in diesen Tagen bei der Polizeiinspektion an der Kölner Straße technische Tipps rund um das Thema Einbruchschutz an. Die Beratungen, zu denen sich Bürger telefonisch anmelden konnten, fanden ein reges Interesse. Sie liefen im Zuge des landesweiten Aktionswochenendes „Riegel vor! Sicher ist sicherer“ der Polizei NRW gegen Wohnungseinbrüche. Polizeibehörden in ganz NRW beteiligten sich daran mit Aktionen.

„Die Vorbeugung von Einbrüchen ist uns sehr wichtig“, betont Thomas Hagemann. „Neben einem richtigen, sicherheitsbewussten Verhalten und einer aufmerksamen Nachbarschaft empfehlen wir mechanische Sicherungen aller Fenster und Türen, damit ungebetene Gäste gar nicht erst in Wohnräume hineingelangen können.“ Denn in nahezu jedem zweiten Fall scheitern Täter bei Einbruchsversuchen aufgrund guter Sicherung von Türen und Fenstern.

Die besten Tipps der Polizei zum Schutz vor Einbrechern

„Dennoch ist jeder Einbruch ein Einbruch zu viel. Zu den mechanischen Sicherungen gehören abschließbare Fenstergriffe und sogenannte Pilzzapfen-Verriegelungen bei Fenstern.“ Bei letzteren handelt es sich um einbruchhemmende Beschläge, die mit besonderen Zapfen versehen sind. Deren Schließteile bieten Schutz gegen Aushebeln und Aufbrechen. Dabei sind meist keine neuen Fenster nötig – vorhandene Fenster lassen sich fast immer nachrüsten. „Darüber hinaus sollte die Haus- oder Wohnungstür über ein zertifiziertes Sicherheitsschloss verfügen“, informiert Hagemann. Auch stabile Vorlegestangen aus Holz oder Stahl, Sicherungsketten und Zusatzschlösser an Türen erfüllen ihren Zweck. Entsprechende Türblätter und -rahmen, Türbänder, Türschlösser, Beschläge und Schließbleche lassen sich zumeist nachrüsten.

„Ergänzenden Schutz bieten Einbruch- und Überfallmelder außerhalb der Wohnräume oder auch die Installation von Videokameras.“ Präventiv wirkt sich zudem ein sicherheitsbewusstes Verhalten aus. Dazu gibt die Polizei eine Reihe praktischer Tipps. „Wenn man das Haus verlässt, sollte man unbedingt die Haustür abschließen. Balkon- und Terrassentüren sollten verschlossen sein. Was die Fenster betrifft: Gekippte Fenster sind offene Fenster“, so Hagemann. Den Haus- oder Wohnungsschlüssel solle man niemals draußen, etwa unter der Fußmatte oder über der Tür, deponieren. Falls der Hausschlüssel einmal verloren geht, ist es sinnvoll, den Schließzylinder auszutauschen.

„Achten Sie auf Fremde in Ihrer Wohnanlage und auf Nachbargrundstücken. Informieren Sie bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Polizei“, rät der Sicherheitsberater. Wenn man sich außer Haus befindet, solle man auf keinen Fall Hinweise auf die Abwesenheit in sozialen Medien oder auf dem Anrufbeantworter hinterlassen.

  • - sicherheitsbewusstes und aufmerksames Verhalten für und von Nachbarn
  • - mechanische Sicherungen aller Türen und Fenster
  • - Vorlegestangen aus Holz oder Stahl, Sicherheitsketten und Zusatzschlösser für Türen
  • - Einbruch- und Überfallmelder außerhalb der Wohnräume
  • - Installation von Videokameras
  • - Haustüren abschließen
  • - Balkon- oder Terassentür schließen vorm Verlassen des Hauses
  • - alle Fenster (auch gekippte) schließen
  • - Hasutürschlüssel niemals außerhalb des Hauses verstecken

Kontakt

Bei Interesse an einer persönlichen Beratung zum Thema Einbruchschutz hilft die Kriminalprävention der Polizei, Tel. (02 02) 2 84 18 01. Dort anrufen und die eigene Nummer auf dem Anrufbeantworter hinterlassen. Mitarbeiter rufen umgehend zurück.

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