Beiräte haben getagt

Barrierefreiheit: So läuft der Ausbau der Bushaltestellen in Solingen

Nur 98 von 537 Bushaltestellen in Solingen sind – wie hier an der Schlagbaumer Straße – barrierefrei. Foto: Christian Beier
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Nur 98 von 537 Bushaltestellen in Solingen sind – wie hier an der Schlagbaumer Straße – barrierefrei.

ÖPNV-Fahrgastbeirat und Beirat für Menschen mit Behinderung tagten gemeinsam.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Bis frühestens 2050 – eher länger – wird es dauern, bis in Solingen alle Haltestellen für Busse baulich so umgestaltet sind, dass auch Menschen mit Beeinträchtigungen sie zufriedenstellend nutzen können. Bislang sind von den 537 Bushaltepunkten im Solinger Stadtgebiet nur rund 17 Prozent barrierefrei, nämlich 98. Das habe in erster Linie mit der geringen Personalmenge zu tun, die der Stadtverwaltung für diese komplexe Aufgabe zur Verfügung stehe, erläuterte Carsten Knoch, Abteilungsleiter Mobilität und generelle Planung am Montag in einer gemeinsamen Sitzung des ÖPNV-Fahrgastbeirates und des Beirats für Menschen mit Behinderung. Es gelte, vorgegebene DIN-Normen und andere Regelwerke zu beachten, die von Bundesebene durch das Land auf die Kommunalebene weitergereicht worden seien.

Haltestellen behindertengerecht umzubauen sei in der Praxis eine komplexe Aufgabe, weil sie individuelle Anforderungen an Planung und Prozedere stelle. „Wir schauen uns jeweils die topographischen Gegebenheiten an, etwa vorhandenes Gefälle, eventuelle Querneigung der Straße, Tal- oder Kuppenlage“, erläuterte Knoch. Mitunter müssten Haltestellen zum Beispiel einige Meter vom Ursprungsort verlegt werden, weil etwa eine Erhöhung des Bordsteins oder eine Verlängerung der Haltebucht am traditionellen Punkt nicht möglich sei.

„Kern des Ganzen ist, dass der Bus gerade anfahren kann und somit ein gefahrloses Ein- und Aussteigen, auch für Rollifahrer oder Menschen mit Gehhilfe ohne Probleme und Gefährdung möglich ist.“

Solingen: Langfristig müsse für Doppel-Gelenkbusse geplant werden

Die daraus resultierende Mindestlänge des Haltepunkts sei auch deshalb wichtig, weil im Rahmen der Mobilitätswende gewünscht sei, die Anzahl der Fahrgäste bis 2030 zu verdoppeln. „Das aber werden wir aus wirtschaftlichen Gründen wohl nur hinbekommen, indem wir deutlich längere Busse mit mehr Platz für mehr Menschen beschaffen. Den Bus-Fuhrpark und die Anzahl der Busfahrer drastisch aufzustocken, wäre keine Option. Langfristig müssen wir also für Doppel-Gelenkbusse planen.“

Ebenfalls berücksichtigt werden müssten beim Umbau von Haltestellen Faktoren wie vorhandene Fahrradwege und Einfahrten in Privatgrundstücke.

So plausibel diese Ausführungen klangen, so deutlich wurde der Vorsitzende des ÖPNV- Fahrgastbeirates, Leon Kröck (Grüne) in seinem Fazit: „Wir müssen also die zuständige Planungsabteilung personell deutlich besser bestücken. Denn die Zeitspanne bis 2050 als frühestmöglich ist völlig inakzeptabel.“

Präsentationen

Künftig werden Präsentationen zu Tagesordnungspunkten des Beirats für Menschen mit Behinderung bereits vor den jeweiligen Sitzungen im Ratsportal der Stadt öffentlich einsehbar sein. Das erläuterte Andrea Noe-Kückelhaus, Leiterin der Planungs- und Beratungsleistungen bei der Stadtverwaltung. Damit folge man einer Bitte von Beiratsmitgliedern, die sich auf diese Weise besser auf die Sitzungen vorbereiten wollen. „Wenn die für die Sitzungen vorbereiteten Präsentationen bei uns am jeweiligen Tag bis 11 Uhr vormittags eingegangen sind, können sie schon hochgeladen werden“, sagte Noe-Kückelhaus. Voraussetzungen sei natürlich, das jeweilige Einverständnis des Referenten, denn damit stelle er seine Arbeit ja nicht nur dem Beirat, sondern der Allgemeinheit zur Verfügung. Zu finden sein werden die Unterlagen unter:

https://t1p.de/sq3z

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