Abzocke

So können sich Senioren vor Betrug schützen

Michael Schroer, Kommissar für Prävention und Opferschutz, informierte im Lichtraum der Stadtbibliothek über Trickbetrug.
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Michael Schroer, Kommissar für Prävention und Opferschutz, informierte im Lichtraum der Stadtbibliothek über Trickbetrug.

Michael Schroer, Kommissar für Prävention und Opferschutz, informierte in der Stadtbibliothek.

Von Karl-Rainer Broch

Solingen. Mehr als 40 ältere Menschen kamen letzte Woche in die Stadtbibliothek, um sich von der Polizei über Senioren-Abzocke im Internet oder am Telefon informieren zu lassen. Der Nachmittag war der Auftakt eines neuen Schwerpunkts in der Bibliothek. Leiterin Heike Pflugner erläuterte: „Mit Senioren plus wollen wir nützliche Informationen geben, um dem Leben älterer Menschen zu neuen Impulsen zu verhelfen.“

Der für Solingen, Wuppertal und Remscheid zuständige Kommissar für Prävention und Opferschutz Michael Schroer ist seit 32 Jahren im Polizeidienst und schilderte anschaulich konkrete Fälle, wie Opfer der älteren Generation mit perfiden Tricks um Geld und Wertgegenstände gebracht wurden. Gleichzeitig gab er Tipps, wie man solche Versuche verhindern kann und was man tun soll, wenn einem am Telefon eine Schreckensnachricht und gleichzeitig die Forderung nach Geld überbracht werden.

Der Zuhörerkreis beteiligte sich mit konkreten Fragen, man merkte, dass die Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf Erfahrungen zurückgreifen konnten, aber bisher noch nicht auf die Tricks hereingefallen waren.

Im letzten Jahr wurden allein in NRW 28 000 Straftaten mit Telefonbetrug angezeigt, bei 2000 Fällen hat es geklappt, dabei ist ein Schaden von 30 Millionen Euro entstanden. Schroer gab aber zu bedenken: „Es gibt eine große Dunkelziffer, man sollte jeden Versuch bei der Polizei anzeigen.“

Beim Enkeltrick würden meist Menschen mit alten deutschen Vornamen ausgesucht und mit einer Schreckensnachricht über Kinder oder Enkel in Panik versetzt, so dass sie zu keiner rationalen Wahrnehmung mehr fähig seien. Er berichtete über einem angeblichen Unfall in Frankreich. Mit dem ersten Anruf aus Frankreich wurde das Festnetz-Telefon blockiert, der zweite der „deutschen Polizei“ ging ans Handy, so dass Anrufe an Verwandte nicht mehr möglich waren.

Michael Schroer empfahl, Wertgegenstände in der Wohnung aufzulisten, die Aufstellung aber nicht neben dem Schmuck zu deponieren: „Besser, so wenig Geld und Schmuck wie möglich in der Wohnung aufbewahren.“

Schroer konnte an dem Nachmittag in der Bibliothek nur einen Bruchteil von Fällen erläutern: „Es gibt noch viel mehr Tricks, aber um die zu nennen, brauchen wir mindestens vier Stunden.“ Hier folgend einige seiner Tipps aus dem Vortrag:

Anrufe: Am besten bei unbekannten Anrufern, angeblichen Polizeibeamten, sofort auflegen und sich nicht auf Gespräche einlassen. Die Polizei ruft niemals über die Nummer 110 an. Sie holt auch kein Geld oder Wertgegenstände ab.

Ausweise: Niemanden in die Wohnung lassen, den man nicht kennt. Vorgelegte Ausweise sind meist gefälscht.

Polizei: Bei jedem Versuch die Polizei verständigen, damit diese über die ständig wechselnden Tricks informiert ist.

Telefonnummer: Wenn man Opfer geworden ist, die Telefonnummer wechseln, weil mit Folgebetrügereien zu rechnen ist.

Telefonverzeichnis: Einträge in Telefonverzeichnissen löschen oder so kürzen, dass nur Nachname und abgekürzter Vorname erkennbar sind.

Soziale Medien: In sozialen Medien wie Facebook oder Twitter keine aktuellen Informationen über Familienangelegenheiten posten.

Angebote für Senioren

Polizei für Senioren: Kriminalkommissariate Kriminalprävention und Opferschutz, Kontakt über Polizeipräsidium Wuppertal, Michael Schroer, Tel.: (02 02) 28 48 01.

Stadtbibliothek für Senioren: Neuer Schwerpunkt Senioren plus. Die nächsten Veranstaltungen der Senioren-Reihe: 30. November, Thema Energiesparen; nach Weihnachten Information: „Wie liest man mit einem E-Book-Reader?“

polizei-beratung.de
weisser-ring.de

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