Malerei

So entsteht mit Wucht ein abstraktes Bild

Bei Peter Wischnewski (v. l.) lernten Kathrin Kirschner, Melinda Mszanowski und Sebastian Kepper, wie sie selbst abstrakte Bilder malen können. Solche privaten Angebote machen einige Künstlerinnen und Künstler in Solingen. Foto: Michael Schütz
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Bei Peter Wischnewski (v. l.) lernten Kathrin Kirschner, Melinda Mszanowski und Sebastian Kepper, wie sie selbst abstrakte Bilder malen können. Solche privaten Angebote machen einige Künstlerinnen und Künstler in Solingen.

Peter Wischnewski ist einer der privaten Anbieter, die Kniffe für die Leinwand vermitteln.

Von Philipp Müller

Solingen. Für Kathrin Kirschner war die Sache klar: „Ich habe schon immer gesehen, was Peter Wischnewski gemalt hat.“ Sie wollte daher unbedingt wissen, wie das geht. Das konnte sie seit Jahresbeginn im Atelier des Künstlers erfahren. Denn Wischnewski hat zum Jahreswechsel eine kleine, private Malschule eröffnet. Kirschner, Melinda Mszanowski und Sebastian Kepper haben ihre ersten Bilder jetzt fertiggestellt und zeigen sich begeistert von der kreativen Zusammenarbeit mit dem Künstler.

Von dieser Begeisterung können auch viele andere in Solingen berichten. Denn private Malschulen, Workshops oder Einzelunterricht gehören für Solinger Künstlerinnen und Künstler zum Atelierbetrieb dazu. Silke Widenka etwa beschreibt, dass ihr Ort, das „offene Malatelier“ im Südpark in den Güterhallen, ein Platz mit entspannter Atmosphäre und Raum zum Experimentieren sei. Im Kunstraum im Südpark finden auch Kurse für alle Altersklassen durch die Schule Kunst-Werk von der Ritterstraße statt.

Aber die Palette der Angebote, sich künstlerisch unter Anleitung weiter zu bilden ist natürlich sehr viel breiter. Susanne Müller-Kölmel etwa gibt nicht nur privat Kurse, sie ist auch als Dozentin für die VHS tätig. Denn VHS und Kunstmuseum sind dafür mit umfangreichen Angeboten weitere Ansprechpartner (siehe unten).

Bei Peter Wischnewski geht es im Atelier wuchtig zu. Das fängt schon mit den Formaten an. Aber der Künstler, der sich auf die Abstraktion von Landschaften spezialisiert hat und immer wieder dabei auch den Blick in die Ferne des Weltalls ermöglicht, setzt auf Materialvielfalt und vermittelt das.

Und genau das wollten neben Kathrin Kirschner auch Melinda Mszanowski und Sebastian Kepper erfassen. Kathrin Kirschner berichtet, sie habe gelernt, nach Gefühl zu malen. Das habe ihr sehr geholfen, denn sie sagt auch: „Ich hatte eine Idee, wie das Bild werden soll, gemerkt, das wird so nichts wie geplant.“ Aufgeben gab es da nicht, sondern es wurde weitergemacht.

Man glaubt, man könne Peter kopieren. Das schafft man nicht.

Sebastian Kepper, Malschüler

Eine Erfahrung habe er ganz schnell gemacht, erzählt Sebastian Kepper, der Wischnewskis Arbeiten auch schon vorher kannte: „Man glaubt, man könne Peter kopieren. Das schafft man nicht.“ Und doch sieht man den Bildern schon an, aus welcher Malschule sie kommen. Warum das so ist, beschreibt Melinda Mszanowski ganz gut. Auch sie sei mit einer Grundidee in den Kurs gekommen. Schnell habe sie akzeptieren müssen, dass manchmal schon ein einzelner Strich nicht richtig auf der Leinwand funktioniert habe. Mit großer Geste, den imaginären Pinsel durch die Luft schwingend, erklärt Peter Wischnewski: „Striche müssen passen und stehen.“ Und er sagt: „Ich vermittele schon, dass es manchmal auch ums Improvisieren geht.“

So lernten die drei, dass es ganz es sich im Stil von Peter Wischnewski auch darum dreht, mit Wucht auf der Leinwand zu agieren. Entsprechend kräftig ist die Bildsprache im Detail ausgefallen. Sind es dadurch am Ende doch Wischnewski-Kopien geworden? Nein, und wenn, dann nur auf den ersten Blick. Seine insgesamt fünf Schülerinnen und Schüler setzen für Strukturen im Bild neben den Farben auch anderes Material ein. Sand, Gips und andere Dinge finden sich im Atelier. Diese sind dann ganz anders als beim Vorlagengeber akzentuiert.

Ob man nun mit der lern- und wissbegierigen Schar von Wischnewski spricht oder mit Teilnehmenden aus anderen Kursen, eins wird immer deutlich: Malen unter Anleitung macht offensichtlich großen Spaß. Und wenn es einmal nicht so richtig läuft, dann greift sicher nicht nur Peter Wischnewski mit dem einen oder anderen Pinselstrich künstlerisch unter die Arme.

Angebote in VHS und Kunstmuseum

VHS: Malschulen gibt es privat und auch durch öffentliche Träger. Sehr umfangreich ist das Angebot der Bergischen Volkshochschule (VHS) für alle Interessierten zu den Themen Malen und Zeichnen. Das reicht von Zeichnen, Aquarellmalerei und Mischtechniken, Kurse für Fortgeschrittene und Anfänger bis hin zu Angeboten, die sich mit der Malerei von Porträts befassen.

Kunstmuseum: Das museumspädagogische Angebot des Kunstmuseums in Gräfrath umfasst Workshops für Kinder und Jugendliche in allen Altersgruppen und mit thematischen Schwerpunkten.

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