Pandemie

Das ist Silvester in Solingen erlaubt

Auf einen so bunten Himmel wie am frühen 1. Januar 2018 werden die Solinger verzichten müssen. Nur alte Restbestände an Feuerwerk sind erlaubt. Archivfoto: Christian Beier
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Auf einen so bunten Himmel wie am frühen 1. Januar 2018 werden die Solinger verzichten müssen. Nur alte Restbestände an Feuerwerk sind erlaubt.

In der Nacht zu Neujahr wollen Polizei und Ordnungsdienst den öffentlichen Raum kontrollieren.

Von Philipp Müller

Solingen. Am Mittwoch wäre eigentlich der große Verkauf des Silvesterfeuerwerks gestartet. Doch Solinger mit neuen Raketensortimenten unter dem Arm und den Bombetten in der Tasche wird man im zweiten Jahr in Folge nicht sehen. Bundesweit dürfen die Knaller nicht verkauft werden. Ganz verzichten müssen die Solinger jedoch nicht auf die Knallerei. Wer noch Restbestände an zugelassenem Feuerwerk aus den Vorjahren hat, darf das nutzen, bestätigt Dirk May, Leiter des Solinger Ordnungsamts.

Das Ordnungsamt selbst wird mit seinem Kommunalen Ordnungsdienst nach Angaben von Dirk May in der Silvesternacht im Stadtgebiet unterwegs sein. Es gelte vor allem, die Größe der Gruppen im Blick zu halten, die sich noch treffen dürfen. Das sind in der Regel bis zu zehn Personen – laut der seit Dienstag gültigen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW (| Kasten). Aus dem Wuppertaler Polizeipräsidium heißt es für die Nacht von Freitag auf Samstag, die Situation werde vorab eingeschätzt und Solingen „angemessen bestreift“.

Es gibt zwei Gründe für das Verbot des Feuerwerkverkaufs, die Bund und Bundesländer auch für den Jahreswechsel 2021 auf 2022 für ihre Verbotsanordnung anführen. Zunächst soll verhindert werden, dass in der Silvesternacht Unfallopfer die Notaufnahmen überlasten, gar zu Patienten für die aufgrund von Covid-19-Fällen angespannten Intensivstationen werden. Dirk May hofft, dass nicht zu viel illegales Feuerwerk zum Einsatz kommt. Denn da sei die Verletzungsgefahr besonders groß.

„Jeder durch Feuerwerk Verletzte belastet die Notaufnahme.“

Dirk May, Stadt Solingen

„Jeder durch Feuerwerk Verletzte belastet die Notaufnahme“, betont May. Das Prinzip, diese nicht zu überfordern, galt auch schon vor einem Jahr. Damals zogen Polizei und Feuerwehr eine positive Bilanz. Die Solinger hatten sich ans eher stille Feiern gehalten. Die Behörden sprachen am 1. Januar 2021 vom „ruhigsten Silvester seit Jahrzehnten“.

Der zweite Grund ist die Entwicklung der Corona-Pandemie. Experten, die die Bundesregierung beraten, treibt die Sorge um, dass sich bei den Partys zum neuen Jahr und auch beim dichten Treffen und Anstoßen mit Sekt um Mitternacht auf der Straße zu viele Menschen mit der neuen Variante Omikron des Coronavirus infizieren könnten. Kontaktbeschränkungen gelten neben dem Impfen als stärkste Währung im Kampf gegen das Virus.

Das hat ganz praktische Auswirkungen für die Solinger, die mit der aktuellen Corona-Schutzverordnung bis 12. Januar gelten. Öffentlich veranstaltete Feuerwerke wird es nicht geben – die gab es in Solingen bisher zum Jahreswechsel außer vor dem Theater und Konzerthaus aber ohnehin kaum. Grundsätzlich hatte die Landesregierung der Stadt die Möglichkeit eingeräumt, mit einer eigenen Allgemeinverfügung auch Plätze wie den Neumarkt oder den Ohligser Markt für das Abbrennen der Restbestände des privaten Feuerwerks zu sperren. Darauf hat das Rathaus aber für kommenden Freitag verzichtet.

Doch auch ohne Böller darf nicht so gefeiert werden wie in der Vor-Corona-Zeit. So gelten für die „privaten Zusammenkünfte“, zu denen auch die Silvesterfeier gehört, eine Fülle an Einschränkungen:

Geimpfte und Genesene: Sind in einem Hausstand alle immunisiert, also doppelt bis dreifach geimpft oder genesen, so dürfen auch alle feiern. Unabhängig von der Anzahl der Personen darf man zur Party zwei weitere Personen aus einem anderen Hausstand einladen. Kinder bis 13 Jahren sind davon ausgenommen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, mit mehr als zwei Haushalten zu feiern: Denn es dürfen sich grundsätzlich bis zu zehn Immunisierte Personen aus verschiedenen Haushalten zur Party treffen. Auch hier ist die Zahl der Kinder unter 13 Jahren frei.

Ungeimpfte: Mit dem eigenen Hausstand dürfen auch sie ohne Personenbegrenzung feiern. Zudem darf ein ungeimpfter Hausstand zwei Personen aus einem weiteren Haushalt einladen. Kinder bis 13 Jahren zählen nicht. Die Regel für die kleine Gruppe der zehn Partygäste aus egal wie vielen Haushalten gilt für die ungeimpften Solinger aber nicht.

Neue Verordnung ist seit Dienstag gültig

Bis 12. Januar ist die neue Corona-Schutzverordnung NRW in Kraft. Sie beschränkt vor allem das Zusammentreffen der Menschen – für Geimpfte und Genese (Immunisierte) aber weniger stark als für Ungeimpfte. Weiterhin gültig ist die 2G-Regel für weite Teile des Handels. 3G gilt in Bussen und Bahnen. Nicht erlaubt sind Zuschauer bei Großveranstaltungen mit überregionalem Charakter.

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