Angeklagter missbrauchte 16-Jährige

Sieben Jahre Gefängnis nach Vergewaltigung

Das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal.

Für die Vergewaltigung einer 16 Jahre alten Jugendlichen aus seinem Bekanntenkreis muss ein Angeklagter aus Solingen ins Gefängnis.

Von Dirk Lotze

Solingen. Das Landgericht in Wuppertal verhängte am Mittwoch gegen den 34 Jahre alten Mann sieben Jahre Haft. Die Tat sei durch sein Geständnis und durch Tatvideos erwiesen, die er während des Geschehens eigenhändig aufgenommen habe.

Solingen: Täter belästigte die Jugendliche bereits vor der Tat

Opfer war die Tochter einer früheren Lebensgefährtin, die bei ihm übernachtet hatte. Laut Gericht bestand zuvor ein Vertrauensverhältnis. Während der Übergriffe in einer Juninacht 2020 in der Wohnung des Angeklagten schlief dessen Sohn im Kleinkindalter in einem anderen Zimmer. Der Mann ist alleinerziehender Vater. Der Vorsitzende Richter kommentierte in der vorläufigen, mündlichen Urteilsbegründung: „Wir haben uns in diesem Prozess mit einer absolut scheußlichen Tat befassen müssen.“

Das Urteil ist noch angreifbar, Bewährung ist angesichts der Höhe der Strafe ausgeschlossen. Das Gericht ist davon überzeugt, dass es am Abend vor der Tatnacht ein Treffen des Mannes mit einem Bekannten in der Wohnung gab, bei dem Alkohol und Cannabis konsumiert worden sein soll. Nach dem Weggang des Besuchs habe der 34-Jährige alkoholisiert zunächst einen sexuellen „Annäherungsversuch“ bei der Jugendlichen begonnen. Sie habe aber abgewehrt und sei in das Zimmer gegangen, wo sie schlafen sollte.

„Wir haben uns in diesem Prozess mit einer absolut scheußlichen Tat befassen müssen.“

Kommentar des Vorsitzenden Richters im Wuppertaler Landgericht

Zu den mehrfachen Übergriffen soll es dann später in der Nacht gekommen sein, nachdem der Angeklagte und die 16-Jährige sich noch einmal in der Küche begegneten. Er habe sich „nicht mehr abweisen lassen“, sondern seine volle, körperliche Überlegenheit ausgenutzt und ihr noch verdeutlicht: Bei Gegenwehr würde es länger dauern. Der Vorsitzende Richter berichtete von Tatvideos, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgespielt worden waren: Der Angeklagte habe der 16-Jährigen sogar den Mund zugehalten, als die Schmerzen hatte und noch gefragt: „Na, gefällt dir das?“

Der Mann habe die 16-Jährige erst nach mehrstündigen Übergriffen aus seiner Wohnung gehen lassen. Sie hatte sich sofort anschließend einer Bekannten offenbart.

Die Polizei durchsuchte noch am selben Tag die Räume des Mannes, der sich widerstandslos festnehmen ließ. Die Jugendliche erlitt Verletzungen und leidet laut Zeugen weiter unter Schlafstörungen und Angstzuständen. Das Kleinkind des Mannes nahm das Jugendamt in Obhut.

Solingen: Angeklagter gilt trotz Alkoholkonsums als schuldfähig

Der 34-Jährige ist einschlägig vorbestraft wegen der Vergewaltigung einer Ex-Partnerin 2013 und war deswegen bereits in Haft. Bei der neuen Tat gilt er trotz des Alkoholkonsums als voll schuldfähig. Darin folgt das Gericht dem Gutachten eines Gerichtsarztes.

Der Angeklagte bleibt so lange in Untersuchungshaft, bis seine Strafe rechtskräftig wird.

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