Pfarrerin

Sie wünscht sich eine Kirche, die zu den Menschen kommt

Zum Gespräch lud Friederike Schmid auf die Stufen vor dem Altarraum in der Stadtkirche ein.
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Zum Gespräch lud Friederike Schmid auf die Stufen vor dem Altarraum in der Stadtkirche ein.

Friederike Schmid ist an der Stadtkirche im Probedienst.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Friederike Schmid wird am Sonntag in der Stadtkirche am Fronhof von Superintendentin Dr. Ilka Werner ordiniert. Seit April schon ist die Pfarrerin im Probedienst, wie die Zeit nach dem Vikariat heißt, im pastoralen Team um Pfarrerin Friederike Höroldt.

Zum Gespräch lädt die energische junge Frau auf die Stufen vor dem Altarraum ein: „Hier sitze ich gerne mit meinen Konfis“, sagt sie und schnell erzählt sie lebhaft von ihrer Aufgabe, diese jungen Menschen mit den Grundbegriffen von „Kirche“ und „Glauben“ vertraut zu machen. Sie habe gut noch ihre eigene Teenagerzeit vor Augen, in der sie leicht genervt war von der Theorie, von der sie als Pfarrerstochter im heimischen ostfriesischen Visquard besonders viel mitbekam, sagt sie grinsend. „Nicht, dass meine Eltern schlechte Pfarrer oder gar schlechte Eltern waren, im Gegenteil. Aber dennoch konnte ich mit Begriffen wie zum Beispiel Gottesliebe oder Gnade auf mein konkretes Alltagsleben bezogen wenig anfangen.“ Den gleichen Beruf zu wählen wie ihre Eltern, schied für sie damals noch komplett aus, auch weil sie das damit verbundene gefühlte „Promi-Dasein“ im Ort nicht mochte.

Heute ist sie mit ganzem Herzen Theologin und Pfarrerin. Selbst wenn die 29-Jährige nach Beendigung ihres Anstellungsjahres in der Stadtkirchengemeinde zur Uni zurückkehren sollte, um für ein Promotionsstudium noch mal ein paar Schippen tiefer „an der Basis“ des Evangeliums zu schürfen, möchte sie weiterhin praktisch arbeiten. Es gehe ihr darum, nah an Menschen zu sein, sagt sie. Das war ihr immer wichtig. So wichtig, dass ihr beruflich immer irgendetwas im sozialgesellschaftlichen Bereich vorschwebte. Unter diesem Gesichtspunkt habe sie kurzfristig auch ein Medizinstudium in Erwägung gezogen. „Helfen“ und „verbessern“ waren dabei die Stichworte.

Der berufliche Weg von Friederike Schmid

In der gymnasialen Oberstufe in Emden sprang der theologische Funke über. „Mich in Zusammenhänge hinein zu graben, mich mit Texten, Auslegungen, Interpretationen auseinanderzusetzen und daraus Konkretes fürs echte Leben herzuleiten, das hat mich fasziniert“. Zunächst war es ein Bachelor-Studium der Theologie, das Friederike Schmid in Halle an der Saale begann – um nach ein paar Erfahrungen und viel Ausprobieren, zum Beispiel Alte Sprachen, aufs Vollstudium zu wechseln und das dann in rasanter Geschwindigkeit durchzuziehen.

Ihr Vikariat verbrachte sie teils in der evangelischen reformierten Kirchengemeinde in Hamburg, zum Teil in der Nähe von Leer. Die notwendige Ausbildung, um auch an Schulen unterrichten zu können, fand in Wuppertal statt – im Netzwerk mit anderen Studienkollegen und -kolleginnen. Schon in Hamburg sei sie auf die „Erprobungsräume“ gestoßen, einem Projekt der evangelischen Landeskirche, das sie sehr fasziniert habe. „Wege zu suchen, wie Kirche im realen Leben verankert wird und nicht nur für sich steht, als abstrakte Idee, ist genau mein Anspruch“, sagt sie.

In Solingen fühlt sie sich mit Superintendentin Ilka Werner und „ihrer“ Pfarrerin Friederike Höroldt genau richtig. Die Gemeinde „mittendrin“ stelle zudem besondere sozial- und kirchenpädagogische Aufgaben. „Jugendliche ernst zu nehmen und ihnen zu vermitteln, dass sie so sein dürfen wie sie sind und sie dennoch behutsam an die Hand zu nehmen und Richtungen aufzuzeigen, die sie gehen können, ist sehr spannend, anstrengend und klasse“, sagt sie. Gut möglich also auch, dass nach der Zeit im Probedienst eine Solingen-Verlängerung kommt.

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